Was vom Tage bleibt
Mit Wut im Bauch

Anleger haben 400 Milliarden Euro verloren, Bayern will die Grenzen schließen. Die Inflation fällt auf Null, die RWE-Aktie schießt nach oben und das Briefporto wird – wieder einmal – erhöht. Der Tagesrückblick.
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Guten Abend liebe Leserinnen und Leser,

Danke nach Wolfsburg

Deutsche Anleger werden sich bei VW bedanken. Seit dem Frühjahr geht es mit dem Dax bergab, doch es kracht eigentlich erst so richtig seit Bekanntwerden des Volkswagen-Skandals. Ein schier unglaublicher Betrag von 400 Milliarden Euro ist in der letzten Zeit von den Börsenzetteln verschwunden. Die Aussichten sind nicht besonders gut: Es dürfte noch mehr werden.

Noch ganz viel Boot

Ist das Boot noch leer oder ist es schon voll? Politiker in Sachsen und in Bayern meinen, dass Deutschland bald keine Flüchtlinge mehr aufnehmen kann. In dieser Frage gibt es keine objektiv richtige Antwort, sondern nur Bauchgefühl, Meinung und Vermutung. Deutschland ist eines der reichsten Länder der Welt. Noch mehr Verantwortung – also weitere Flüchtlinge – sollten wir uns in dieser Situation eigentlich leisten können.

Billigöl

Für die Europäische Zentralbank ist es ein kleiner Rückschlag: Trotz des Anleihekaufprogramms ist die Inflation zuletzt auf glatte null Prozent gefallen. Das heißt nicht, dass die EZB mit ihrem Programm falsch gelegen hätte. Doch das Öl ist wieder so extrem günstig geworden, dass auch eine Zentralbank an das Ende ihrer Möglichkeiten kommt. Und dann fällt die Inflation einfach wieder aus.

Falscher Jubel

Aktionäre von RWE und Eon dürften am Dienstag gejubelt haben. Beschlossen ist zwar noch nichts. Doch in der Politik wird plötzlich über Staatshilfen für die geplagten Energiekonzerne geredet. Die Reaktion war zu erwarten: Die RWE-Aktie legte fast sechs Prozent zu, Eon knapp drei. Die Politik sollte solche Ideen aber ganz schnell ad acta legen. Die Energiebranche hat schon früher genug öffentliche Zuwendung bekommen, bitte nicht noch mehr.

Brief – auf Wiedersehen

Früher hätte es einen großen öffentlichen Aufschrei gegeben, aber heute? Die Post will im nächsten Jahr das Briefporto von 62 auf 70 Cent erhöhen. Ein wahrlich stattlicher Zuwachs. Protestieren wird trotzdem kaum jemand, denn wer schreibt überhaupt noch Briefe? Der Post-Brief ist ein sterbendes Medium. Damit sollte auch klar sein, dass bald die nächste Erhöhung kommt. Und irgendwann schreibt gar niemand mehr.

Elektronisch wird natürlich nach Herzenslust weitergeschrieben – wie hier.  Einen schönen Abend wünscht Ihnen

  

Stefan Menzel

Stefan Menzel ist beim Handelsblatt der Spezialist für die Automobilbranche.
Stefan Menzel
Handelsblatt / Korrespondent Automobilindustrie

Kommentare zu " Was vom Tage bleibt: Mit Wut im Bauch"

Alle Kommentare

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  • Das HB entwickelt sich. Aber in die falsche Richtung.
    Hoch bedenklich ist, daß mehr und mehr jegliche Kommentierung unterbunden, abgeschaltet, verkürzt und reduziert wird. Das deutet auf die wachsende Mißachtung der Leser.
    Dagegen steigert sich Oberflächlichkeit und sogenannter Premium Kontent, der anderswo längst geschrieben stand und nur ganz selten mal neu wäre.

    So werden Sie nichts werden, nur ein weiteres Medium politischer Korrektheit - von anderen "Lügenpresse" genannt. Schade, einst war das HB gern gelesen und am Kiosk heiß erwartet. Es ist wohl der modernen Zeit geschuldet - All the way: modern times.

  • Teil 7
    Herr Baake kommt gerade in Erklärungsnöte: http://www.taz.de/!5233636/

    „Die Energiewende ist kein Erfolg, sie hat die Preise erhöht und nicht zur Dekarbonisierung geführt“, sagte Michael G. Pollitt von der Universität Cambridge (http://www.taz.de/!5233636/)

    Und es müssten jetzt weitere Kohlekraftwerke in Deutschland gebaut werden, weil man seitens der Politik gerade der Meinung ist, dass man die Atomkraftwerke abschalten muss.

    Mal sehen, ob die nächste Regierung die Laufzeiten der Atomkraftwerke wieder verlängern muss - an, aus, an, aus, an, aus...

  • Teil 6
    Das Schreckensszenario, das Herr Baake und Herr Gabriel in regelmäßigen Abständen über die Betreiber der fossilen Kraftwerke und der KKW-Betreiber gießen, wird eher dazu führen, dass die Strompreise in Deutschland drastisch steigen (http://bizzenergytoday.com/eine_glaubensfrage?seite=4)

    Das was hier als Energiewende verkauft wird, ist bestenfalls ein Energiechaos. Auf dieser Basis verdient niemand Geld, nicht die Kleinanleger der Erneuerbaren (u. a. Prokon) oder die Energiekonzerne. Die Energiewende ist gescheitert.

    Die Energiewende besteht aus einer relativ kleinen Lobby von Politikern, Umweltverbänden, Sachverständigen und Ökokapitalisten, die äußerst erfolgreich ihre Lobbyarbeit in Deutschland betreibt, um rücksichtlos Profit zu schlagen.

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