Was vom Tage bleibt
Mutterschutz - aber nur unbezahlt

Opel ernennt einen Chef - und sucht immer noch einen. Yahoo hat eine schwangere Chefin gefunden und die Karriere eines Banken-Chefs ist gescheitert. Handelsblatt Online feiert derweil eine Premiere. Der Tagesrückblick.
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Guten Abend,

Jetzt geht er so ganz

Bislang galt es nur als eine Auszeit, die Deutschlands Morgan Stanley-Chef Dirk Notheis genommen habe wegen des umstrittenen EnBW-Kaufs durch das Land Baden-Württemberg. Doch jetzt ist Gewissheit, dass er seinen Vertrag aufgelöst hat. Der Investmentbanker hatte den Verkauf von EnBW-Anteilen der französischen EdF eingefädelt und Vieles an dem Geschäft schreit nach Vetternwirtschaft. Was früher als Klüngel oder Netzwerk der Deutschland AG durchgegangen wäre, duldet ein US-Konzern nicht mehr. Doch eigentlich hätte eine funktioniernde „Compliance“ den Deal von vorneherein verhindern müssen. Den Schuh muss sich Morgan Stanley anziehen, nicht Notheis.

(Un)bezahlter Mutterschutz für Yahoo-Chefin

Yahoo hat eine neue Chefin gefunden - bei Google. Dass Marissa Mayer hochschwanger ist, muss der neue Arbeitgeber nicht fürchten: Die 37-Jährige hat schon angekündigt auch während ihres Mutterschutzes von zu Hause arbeiten zu wollen. Doch die überraschende Personalie wirft ein Schlaglicht auf die Familienpolitik der USA. Gesetzlich vorgeschrieben gibt es dort nach der Geburt 12 Wochen Mutterschutz - allerdings unbezahlt. Natürlich können Unternehmen mehr anbieten und auch im Staat Kalifornien sind immerhin fünf bezahlte Wochen Mutterschutz das Minimum. Dennoch rangieren die USA bei diesem Aspekt der Familienfreundlichkeit auf einem Niveau mit Swasiland und Papua-Neuguinea.

Opel lässt Platz für kalten Sanierer

Der Aufsichtsrat des Autobauers Opel hat den bisherigen Strategievorstand Thomas Sedran zum Boss ernannt - allerdings nur als Vize. Der Posten des Vorstandschefs bleibt unbesetzt. So bleibt Platz für einen eiskalten Sanierer, als der sich der vergangene Woche geschasste Karl-Friedirch Stracke nicht erwiesen hatte. Welche Qualitäten man als Opel-Chef mitbringen muss, hat Lukas Bay heute für uns aufgeschrieben. Leidensfähigkeit gehört in jedem Fall dazu.

Für wen Seehofer alles nicht zahlen will

Am Donnerstag berät der Bundestag mitten in der Sommerpause über den Hilfsantrag, den Spanien beim Rettungsfonds EFSF eingereicht hat. Die Bundesregierung hat heute den Entscheidungsantrag den Fraktionen übermittelt. Damit soll klar sein, dass letztlich Spanien für gewährte Bankenhilfen geradestehen wird und nicht doch noch Deutschland und andere Länder. Nur dann will auch CSU-Chef Horst Seehofer zustimmen. Auf keinen Fall zahlen will er hingegen für Schleswig-Holstein. Gegen den Länderfinanzausgleich will Bayern Verfassungsklage einreichen. Die bayerische Interpretation eines Nord-Süd-Gefälles.

Eine Premiere

Vorab hatte Handelsblatt Online vergangene Woche über den Vorschlag des DIW Berlin berichtet, Vermögende mit einer Sonderabgabe zu belasten. Die Idee schlägt bis heute Wellen. Mit den Einnahmen könnte der Schuldenstand etwa in europäischen Krisenländern abgebaut werden, so die Idee von Studienautor Stefan Bach. Auf Handelsblatt Online verteidigt er morgen (Mittwoch) ab 14 Uhr seine Idee in einer Live-Diskussion mit Thilo Schaefer vom Institut der deutschen Wirtschaft in Köln - eine Premiere auf unserer Seite. Auch Sie sind eingeladen, in der Handelsblatt Arena mitzumischen. Auf der Seite können Sie sich eine E-Mail-Erinnerung einrichten, damit Sie den Start nicht verpassen.

Einen Abend voller Vorfreude wünscht

Martin Dowideit

Der Autor auf Twitter: @MDowideit

Martin Dowideit, Leiter Digitales, Handelsblatt.
Martin Dowideit
Handelsblatt / Leiter Digitales

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