Was vom Tage bleibt
Nach der Krise ist vor der Krise

Spanien gerät in einen Teufelskreis, der Mischkonzern Haniel zeigt, warum er einen Krisenmanager braucht und Airbus kommt aus der Tiefdruckzone gar nicht mehr hinaus. Der Tagesrückblick.
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Wunderschönen guten Abend,

Die Schlinge zieht sich zu

Heute hat die Ratingagentur Standard & Poor's die Kreditwürdigkeit von Spaniens Großbanken BBVA und Santander gleich um zwei Stufen gesenkt, nachdem sie in der vergangenen Woche bereits das Rating des Landes herabgestuft hatte. Auch neun weitere Institute wurden herabgestuft - der gesamte Sektor bereitet Anlegern und Politikern Sorgen. Das Land gerät langsam in einen Teufelskreis. Schärfere Auflagen der Regierung sollen die Kapitalausstattung der Banken verbessern. Doch das belastet die Bilanzen der Kreditinstitute. Das aber ist für die Wirtschaft des Landes, die dringend auf finanzstarke Banken angewiesen ist, keine gute Nachricht.

Spaniens Regierung in der Klemme

Welche Folgen das haben dürfte, zeigt ein Blick auf die Statistik. Seit heute ist es amtlich, dass die spanische Volkswirtschaft in der Rezession ist. Im ersten Quartal sank die Wirtschaftsleistung um 0,3 Prozent - genau so stark wie bereits ein Quartal zuvor. Damit ist die Definition für eine Rezession erfüllt. Die Regierung steckt in der Klemme. Die Gefahr ist groß, dass sie zwar die Sparvorgaben der EU erfüllt - aber damit das Land immer weiter in die Krise treibt.

Haniel durchlebt schwere Zeiten

Der Mischkonzern Haniel macht auch gerade eine Krisenerfahrung. Wie er heute mitteilte hat er im Vorjahr wegen der schwachen Entwicklung bei seiner Tochter Celesio einen Gewinneinbruch verbucht. Nun liegen die Hoffnungen auf dem neuen Chef, Stephan Gemkow, der im Sommer antritt. Der kommt ausgerechnet von der Lufthansa, die selber gerade turbulente Zeiten durchmacht. Wenn man es positiv sieht, kann man sagen: Der neue Chef ist bereits krisenerprobt. Wenn man es eher negativ sieht: Hier wird der Bock zum Gärtner gemacht.

Airbus in der Dauerkrise

Aus der Dauerkrise gar nicht mehr hinaus kommt der Flugzeugbauer Airbus. Wegen der Haarrisse in Teilen der Tragflächen des Riesenjets A380 hat die Fluggesellschaft Qatar Airways nun die Auslieferung ihrer bestellten A380 erstmal auf Eis gelegt, bis Airbus das Problem im Griff hat. Und das kann dauern. Zwar wird noch in diesem Jahr mit dem Austausch der Teile in bereits fliegenden Maschinen begonnen. Doch Flugzeuge, die in den nächsten Monaten ausgeliefert werden, enthalten noch die Bauteile mit dem Materialfehler und müssten in den kommenden Jahren repariert werden. Darauf wollen sich die Scheichs wohl nicht einlassen.

Was fehlt? Wenn eine Mannschaft keinen Erfolg hat, wechselt man normalerweise den Trainer aus. RTL macht es umgekehrt. Auf das Quoten-Desaster bei „Deutschland sucht den Superstar“ reagiert der Sender, indem er die komplette Jury und den Moderator auswechselt - aber den im Amt lässt, der für den ganzen Zirkus verantwortlich ist: Dieter Bohlen. Vielleicht braucht es eher das neue Format: „Deutschland sucht den neuen Dieter“.

Ihr

Florian Kolf

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Florian Kolf
Florian Kolf
Handelsblatt / Teamleiter Handel und Konsum

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