Was vom Tage bleibt
Normalverteilung

Europa braucht einen Schlüssel zur Verteilung der Flüchtlinge, Angela Merkel wird in Heidenau ausgebuht. Die US-Zinsen sinken später, Kenias Läufer dopen und wieder gibt es in den USA einen Amoklauf. Der Tagesrückblick.
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Guten Abend liebe Leserinnen und Leser,

Ein neuer Schlüssel

Europa muss die vielen Flüchtlinge nach einem festen Schlüssel auf die EU-Mitgliedsstaaten verteilen. Stärkere und reichere Länder werden natürlich mehr Menschen aufnehmen. Allein schon von der Größe her ist klar, dass Deutschland die meisten Flüchtlinge nehmen muss. Frankreich, Großbritannien und Italien ähnlich viel. Doch leider ist bislang nicht absehbar, dass Europa eine gemeinsame Antwort findet. Angesichts des gewaltigen Zustroms muss sich die EU auf eine neue Regelung verständigen, und zwar sehr schnell. Länderegoismen bedrohen das gemeinsame Europa und führen nicht weiter. Beim Thema Griechenland ist eine Einigung möglich gewesen, warum nicht auch bei Flüchtlingen?

Falsche Pfiffe

Angela Merkel hat alles richtig gemacht. Als Regierungschefin muss sie nicht sofort auf jedes Ereignis reagieren. Sie kann sich etwas Zeit lassen und sich dann mit Bedacht grundsätzlicher äußern. Im Fall der Proteste vor dem Flüchtlingsheim im sächsischen Heidenau hat sie genau das gemacht. Am Mittwoch ist sie dann selbst dorthin gefahren, um sich ein Bild von der Lage zu machen. Mit klaren Worten hat sie die Attacken verurteilt – um dafür wiederum selbst beschimpft und ausgepfiffen zu werden. In Heidenau läuft irgendetwas falsch. Und leider nicht nur dort.

Nicht mehr im September

China hat der gesamten Welt einen gehörigen Schrecken eingejagt. Weil die chinesische Wirtschaft stockt, droht sofort der gesamte globale Konjunkturmotor ins Stottern zu geraten. In dieser Situation kann die US-Notenbank Fed nicht die Zinsen erhöhen, wie sie es eigentlich für den September geplant hatte. Die Fed muss warten, bis sich der China-Schock wieder gelegt hat. Und wenn es nicht anders geht, dann können die US-Leitzinsen eben erst im nächsten Jahr erhöht werden.

Erwischt

Eine Leichtathletik-WM ist nicht jedermanns Sache, auch für eingefleischte Sportfans nicht. Zumal auch die Leichtathletik seit geraumer Zeit unter Doping-Verdacht steht. Bei der Weltmeisterschaft in Peking sind nun die ersten beiden Sportlerinnen beim Doping erwischt worden – zwei Läuferinnen aus Kenia. Der Verdacht liegt nahe, dass das gesamte kenianische Laufwunder der vergangenen zehn Jahre künstlich herbeigedopt worden ist. Die Leichtathletik muss ganz schnell wieder sauber und vom Doping befreit werden – sonst ist derselbe Niedergang wie im Radsport unvermeidlich.

Schon wieder

Traurig, was wieder in den USA passiert ist. Zwei Journalisten sind vor laufender Kamera von einem Killer umgebracht worden. Hierzulande wird so etwas kaum noch wahrgenommen. Wir sind abgestumpft, weil es zu viele solcher Ereignisse gibt. Deshalb zur Erinnerung: In diesem Jahr hat es fast an jedem Tag in den USA einen solchen Amoklauf gegeben. Das zeigt doch nur, dass der Waffenbesitz in den Vereinigten Staaten nun endlich eingeschränkt werden muss. Viel zu viele Menschen werden Opfer einer falsch verstandenen Liberalität.

Einen friedlichen Abend wünscht Ihnen aus Düsseldorf ganz herzlich

Stefan Menzel

Stefan Menzel ist beim Handelsblatt der Spezialist für die Automobilbranche.
Stefan Menzel
Handelsblatt / Korrespondent Automobilindustrie

Kommentare zu " Was vom Tage bleibt: Normalverteilung"

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  • Wie die Amis ihr Waffenproblem lösen, bzw. ob sie darin überhaupt ein Problem sehen ist deren Sache. Ich bin der Ansicht wir sollten uns in deren interne Angelegenheiten so wenig einmischen wie wir wollen, dass sie sich in unsere Angelegenheiten einmischen.

    Erst mal vor der eigenen Haustür kehren. und bei uns liegt doch gerade genug im Argen.

  • Herr Menzel, ich empfehle Ihnen als Abendlektüre was Ihre Kollegin Bettina Röhl auf dem Tichy- Blog "Tichys Einblick" zur europäischen Flüchtlingsproblematik und der Rolle von Frau Merkel zu sagen hat.

    Frau Röhl, die Ihnen ebenso wie Herr Tichy nicht unbekannt sein dürfte, hat mit ihrem Beitrag hervorragende kritische journalistische Arbeit geleistet, die Sie sich durchaus zum Vorbild nehmen dürfen, wenn sie das Bedürfnis haben sollten, Ihre angepasste "Schreibe" mal ein wenig spannender zu gestalten.

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