Was vom Tage bleibt

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Was vom Tage bleibt: Nur der Bürger darf gemolken werden

Die Eintreiber der Rundfunkgebühr haben den Bogen überspannt, die EZB zweifelt an ihren eigenen Maßnahmen und EADS hat keinen Grund zur Schadenfreude. Der Tagesrückblick

Florian Kolf ist Managing Editor des Handelsblatts.
Florian Kolf ist Managing Editor des Handelsblatts.

Wunderschönen guten Abend,

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Gemolkene Behörden

Dass mit der neuen Rundfunkabgabe sogar Menschen für den öffentlich-rechtlichen Rundfunk zahlen müssen, die nicht mal ein Fernsehgerät besitzen – geschenkt. Auch dass zahlreiche Unternehmen sich mit Gebührensteigerungen von mehreren hundert Prozent konfrontiert sehen, hat die öffentliche Hand nicht gekratzt. Doch jetzt wird es ernst: „Die nun bei den Städten und Gemeinden eingehenden Beitragsbescheide bestätigen die Befürchtung einer überproportionalen Belastung der kommunalen Haushalte“, warnt der Städtetag und fordert die Ministerpräsidenten zum Handeln auf. Der Bürger darf gemolken werden. Aber leg dich nicht mit einer Behörde an.

 

Billiges Geld versickert

Die EZB verbreitet Optimismus. In ihrem Monatsbericht spricht sie von einem zunehmenden Vertrauen an den Märkten und einer Erholung der Wirtschaft. Doch der entscheidende Satz im Bericht lautet: „Die Solidität der Bankbilanzen wird von wesentlicher Bedeutung sein, wenn es darum geht, sowohl eine angemessene Bereitstellung von Krediten an die Wirtschaft als auch die Normalisierung aller Finanzierungskanäle zu unterstützen.“ Und genau da liegt das Problem: Noch hilft das billige Geld der Notenbanken nur den Finanzinstituten. Bei vielen Unternehmen, besonders in den Schuldenstaaten, ist davon noch nichts angekommen.

 

Visitenkarte oder Lachnummer

Es sieht immer mehr danach aus, dass auch die Politik nicht mehr mit einer raschen Eröffnung des Pannenairports in Berlin rechnet. Jetzt wird der Flughafen Tegel mit zusätzlichem Personal ausgestattet und für zwei Millionen Euro aufgerüstet, weil nun noch länger die Hauptlast des Berliner Luftverkehrs bewältigen muss. Der neue Aufsichtsratschef Matthias Platzeck sagte, der Airport Tegel dürfe nicht nur betriebsfähig sein, sondern müsse auch  für ankommende Gäste „ein Stück Visitenkarte“ sein. Doch das ist vergebene Liebesmüh. Egal welchen Eindruck Tegel macht: Bei der Landung wird jeder nur an die Lachnummer in Schönefeld erinnert.

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Ernste Turbulenzen

Zum Glück fand der Sturzflug bis her nur an der Börse statt. Nachdem mehrere Flugaufsichtsbehörden weltweit den Dreamliner von Boeing nach einer Pannenserie stillgelegt haben, stürzte der Aktienkurs des Unternehmens geradezu ab. Wer jetzt meint, er könne die Aktie zu einem Schnäppchenpreis einkaufen, sei gewarnt. Bei den Pannen scheint es sich nicht um Kinderkrankheiten sondern um ernste Probleme zu handeln, die das Unternehmen noch länger belasten werden. Das sollte auch Anlegern von EADS zu denken geben. Denn der europäische Konkurrent hat auch Problemkinder wie etwa die  A350, die in ähnliche Turbulenzen geraten könnte.

 

Was fehlt? In Australien hat ein Hobbybuddler einen 5,5 Kilogramm schweren Goldklumpen im Wert von 237.000 Euro gefunden. Gut, dass die Bundesbank einen Teil ihrer Bestände aus dem Ausland heim holt. Dann kann sie gleich mal prüfen ob nicht vielleicht 5,5 Kilogramm fehlen.

 

Ich wünsche Ihnen einen ertragreichen Feierabend.

Florian Kolf

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