Was vom Tage bleibt: Nur die Besten sind gut genug

Was vom Tage bleibt
Nur die Besten sind gut genug

VW bricht den Waffenstillstand und ködert einen Spitzenmann von der deutschen Konkurrenz. Microsoft findet einen Nachfolger. Die Türken sind der Lira überdrüssig. Und zu Guttenberg verlässt sein Exil. Der Tagesbericht.
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Guten Abend liebe Leserinnen und Leser,

Kampf um den Besten

Dieter Zetsche hat seinem Konzern das Motto verordnet: „Das Beste oder nichts“, und er meint damit vor allem seine Mercedes-Modelle. Ferdinand Piëch hat diesen Spruch jetzt abgewandelt in: „Die Besten ködern die Besten.“ Er meint damit Andreas Renschler, der seinen Vorstandsposten bei Daimler diese Woche überraschend niederlegte. Seit Piëchs Ausspruch wissen wir nun auch wieso: Er möchte offenbar von den einen Besten in Stuttgart zu den anderen Besten in Wolfsburg wechseln. Er selbst dürfte am allerbesten wissen, was das beste ist.

Erfolg aus der Wolke

Microsoft braucht für seine Updates immer etwas länger. Seit einem halben Jahr laboriert der Softwarekonzern nun an der Suche nach einem Nachfolger für seinen scheidenden Chef Steve Ballmer herum. Nun scheint er gefunden: Das Eigengewächs Satya Nadella soll möglicherweise den Vorsitz des größten Softwarekonzerns der Welt übernehmen. Nadella, wer? Der gebürtige 48-jährige Inder hat fast sein gesamtes Berufsleben bei Microsoft verbracht und ist seit dem vergangenen Jahr fürs Cloud Computing zuständig. Fazit: Wer heute in der Wolke schwebt, hat alle Chancen auch die Wirklichkeit zu verändern

Keine Trennung vorgesehen

US-Außenminister John Kerry mag das Thema nicht. Handygespräche mithören? Nein, lieber wollte er übers Freihandelsabkommen mit Deutschland reden, als er heute in Berlin einflog. Schließlich ließ er sich doch ein paar Zwischentöne entlocken: „Das soll ein Jahr der Erneuerung für unsere starken Beziehungen werden“, sagte er. Eine andere Lösung gibt es auch nicht. Im Gegensatz zur Ehe, wo der Partnertausch ja zumindest vor dem Vollzug als Upgrade empfunden wird, sind Deutschland und die USA eher katholisch verheiratet: Eine Trennung ist nicht vorgesehen.

Die Dollarsammler

Aus Furcht vor einem weiteren Verfall der eigenen Lira horten die Türken Dollar. So sieht also der Anfang vom Ende einer Währung aus. Selbst in den Hochzeiten der Eurokrise ist das Dollarsammeln hierzulande den Wenigsten eingefallen. Ein Indiz vielleicht, dass es so schlimm gar nicht gewesen ist?

Besuch eines Exilanten

Kurz vor 15 Uhr betrat heute Karl-Theodor zu Guttenberg die ehemalige Karmeliterkirche im Zentrum Münchens und hält eine Rede zur Cybersicherheit. Er kommt direkt vom Flughafen. Eine gute Stunde später verlässt er den Ort schon wieder, mit dem Ziel: Flughafen. Es ist doch interessant, dass nicht nur die Iraner, Türken oder Kubaner, sondern eben auch wir Deutschen unsern schillerndsten Politiker sicher im Exil wissen.

Einen häusliches Wochenende wünscht Ihnen

Oliver Stock

Oliver Stock
Oliver Stock
Handelsblatt / Stellvertretender Chefredakteur

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