Was vom Tage bleibt
Offene Arme für „Frangela“

Nach der Präsidentschaftswahl in Paris droht Europa ein neues Traumpaar, ein offener Immobilienfonds ist endgültig zu und ein Wahlkämpfer betrinkt sich vor Glück. Der Tagesrückblick
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Wunderschönen guten Abend,

Offene Arme für François

Es wird keine Liebesbeziehung werden. Aber Kanzlerin Angela Merkel hat dem frisch gewählten französischen Präsidenten François Hollande trotzdem mit herzlichen Worten eine gute Zusammenarbeit zugesichert. "Ich darf von meiner Seite aus sagen, dass François Hollande hier mit offenen Armen in Deutschland empfangen werden wird von mir." Doch wie soll das neue Duo heißen? Die bisherige Schicksalsgemeinschaft "Merkozy" hat ja ausgedient. Die Handelsblatt-Leser haben sich schon entschieden. Bei einer Umfrage auf unserer Facebook-Seite hat sich mit großem Abstand "Frangela" durchgesetzt.

Neue Milliarden für Spaniens Banken

Dass sich Merkel und Hollande zusammenraufen, ist mehr als notwendig. Denn bis der nächste Eurokriseneinsatz kommt ist nur noch eine Frage der Zeit. Das zeigt sich heute wieder in Spanien. Der neue Regierungschef Mariano Rajoy, der eigentlich dafür angetreten war, zu sparen und das Geld zusammenzuhalten, hat in einem Radiointerview gesagt, dass er notfalls den spanischen Banken mit weiteren Rettungsmilliarden unter die Arme greifen würde. Es brennt lichterloh - und alles was den Politikern einfällt, ist, gutes Geld dem schlechten hinterher zu werfen.

Notausgang für Röttgen

Drollige Pointe der Schleswig-Holstein-Wahl: CDU-Spitzenkandidat Jost de Jager wird nicht als Abgeordneter im nächsten Kieler Landtag sitzen. Er stand zwar auf dem ersten Platz der Liste, aber alle 22 Landtagssitze werden mit Direktkandidaten besetzt. Das gleiche Schicksal droht Norbert Röttgen nächsten Sonntag in NRW. Sollte er sein Direktmandat nicht gewinnen, muss auch er draußen bleiben. Aber wahrscheinlich ist das Röttgen insgeheim ganz recht. Dann kann ihn auch niemand drängen, bei einer Wahlniederlage als Fraktionschef nach Düsseldorf zu wechseln. Die Kehrseite: Er könnte dann aber auch nicht Ministerpräsident werden.

Todesurteil für Offene Immo-Fonds

Die Anleger haben gesprochen: Der Immobilienfonds SEB Immoinvest wird aufgelöst. Barbara Knoflach, Chefin der SEB Asset Management, hatte ein interessantes Experiment gestartet. Sie hatte den angeschlagenen Fonds, der seit fast zwei Jahren eingefroren ist, für einen Tag geöffnet und die Anleger entscheiden lassen, ob sie dem Fonds eine Zukunft geben. Doch die Wünsche nach Anteilrückgabe überstiegen die Liquidität bei weitem - das Todesurteil für den Fonds. Es schlechtes Zeichen für die Branche: Die Anlagekategorie der Offenen Immobilienfonds wird sich wohl vom Schock der Finanzkrise nicht mehr erholen.

Was fehlt? Wolfgang Kubicki. Er hat nach dem überraschend guten Ergebnis für seine Partei FDP in Kiel heute morgen die Vorstandssitzung der Partei in Berlin geschwänzt. „Er schläft nicht seinen Rausch aus, er liegt im Koma“, berichtete sein Stellvertreter, Landeschef Heiner Garg. Kubicki hatte angekündigt sich zu betrinken, wenn er vor der Piratenpartei liegt. Aber sind 162 Stimmen mehr wirklich Grund für einen Vollrausch?

Ich wünsche Ihnen einen sonnigen Feierabend,

Florian Kolf

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Florian Kolf
Florian Kolf
Handelsblatt / Teamleiter Handel und Konsum

Kommentare zu " Was vom Tage bleibt: Offene Arme für „Frangela“"

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  • Frangela,MerDE,Homer oder Merkolland:)

  • "Frangela" ist ja süss. habe woanders wesentlich deftiger "MerDe" oder "HoMer" gelesen.

  • Danke für diesen launigen, gut geschriebenen Kommentar zum derzeitigen Wahnsinn. - Man soll ja ab und zu auch mal loben, wenn es was zu loben gibt. :)

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