Was vom Tage bleibt
Ohne die Alten wäre Schottland unabhängig

Junge Schotten stimmten mit großer Mehrheit für eine Abspaltung. Alibaba räubert an der New Yorker Börse. SAP geht in den USA shoppen. Und Siemens-Chef Kaeser legt sich mit seinem Vorgänger an. Der Tagesrückblick.
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Die Alten retten Großbritannien

Die Umfragen zum Unabhängigkeitsvotum in Schottland sind beeindruckend. Die 16- und 17-Jährigen stimmten demnach mit über 70 Prozent für eine Abspaltung der Region von Großbritannien. Vor allem die Alten über 65 hielten kräftig dagegen. Und so könnte der unterlegene schottische Nationalist Alex Salmond recht haben: Die Niederlage muss nicht für ewig in Stein gemeißelt sein. Dass Ministerpräsident Salmond am Freitagnachmittag seinen Rücktritt erklärte, verleiht diesen Worte jedoch nicht unbedingt mehr Gewicht.

Alibaba räubert in New York

Der Börsengang des chinesischen Online-Händlers Alibaba weckt Phantasien. Denn wenn die Chinesen allein auf dem Heimatmarkt eine ähnliche Marktdurchdringung wie Amazon in westlichen Ländern erreichen, bedeutet das eine immense Macht. Und das Unternehmen ist auf einem guten Weg. Gleichzeitig öffnet China sich noch mehr dem westlichen Markt, wie die Erstnotiz an der Wall Street belegt. Dieses Alibaba-Märchen wird noch oft nacherzählt werden.

Man sieht sich immer zweimal

Es war ein Kraftakt, der sich am Ende nicht lohnte: Mit der Übernahmeofferte für den französischen Industriekonzern Alstom scheiterte Siemens-Vorstandschef Joe Kaeser. Jetzt zieht er wohl in einen milliardenschweren Kampf um den Kompressorenhersteller Dresser-Rand. Und dabei muss er sich mit dem Schweizer Technologiekonzern Sulzer messen, der bereits ein Angebot abgegeben hat. Pikant: Der Verwaltungsratschef Sulzers ist jemand, der noch eine Rechnung mit Kaeser offen haben könnte – sein Amtsvorgänger Peter Löscher. Der hatte nicht ganz freiwillig Siemens den Rücken gekehrt.

Reise buchen im Intranet

Je nachdem wie frisch die IT in ihrem Hause ist, kann es eine Qual sein, eine Reise über das Intranet zu buchen. Die Firma Concur schreibt sich auf die Fahne, diese Buchungsprozesse besser zu machen als andere. SAP blättert daher 6,5 Milliarden Euro für das Software-Unternehmen hin. Noch wichtiger als die Software Concur ist der Kundenstamm. 70 Prozent der Anwender haben noch keine SAP-Geschäftssoftware im Einsatz. SAP setzt also zwei Hoffnungen in die größte Übernahme der Firmengeschichte: Moderne Cloud-Technologie zu erwerben und weitere Software verkaufen zu können. Der Preis dafür: Das A in SAP steht nicht länger für Anwendungen, sondern für Amerika. Der Walldorfer Konzern wird immer mehr zum US-Unternehmen.

Facebook legt sich mit Conchita Wurst an

Im sozialen Netzwerk Facebook sollen Nutzer ihren echten Namen angeben, so der ausdrückliche Wunsch des Unternehmens. Der Schlagersänger Roy Black hätte dort also Gerhard Höllerich heißen müssen. Dragqueens in den USA sind aufgebracht und wehren sich mit einer Petition. Eurovision-Gewinnerin Conchita Wurst hat übrigens über 800.000 Fans bei Facebook – doch eigentlich müsste die Seite Thomas Neuwirth heißen.

Ein entspanntes Wochenende wünscht

Martin Dowideit

Martin Dowideit, Leiter Digitales, Handelsblatt.
Martin Dowideit
Handelsblatt / Leiter Digitales

Kommentare zu " Was vom Tage bleibt: Ohne die Alten wäre Schottland unabhängig"

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  • als "besitzlose Unterschicht" bekommen sie Arbeit fuer England in den Krieg zu ziehen. Zu verlieren haben sie nur ihr "Leben".

  • Die von Ihnen beklagten europäischen Probleme haben nicht die Alten also solche sondern eine oft egoistische neoliberale Schicht mit FDP-ler Touch, die uns eine Wirtschaftskrise und Börsenkrise nach der anderen bescherrten. Nicht wenige davon waren jüngere Neoliberale in der Altersschicht 20-45. Die Älteren wollten den viel zu früh eingeführten und uns ein Problem nach dem anderen bescherrenden Euro nicht. Im übrigen verwahre ich mich, obwohl erst Mitte 40,gegen Beleidigungen einer ganzen Generation, wie sie in Wortwahl wie "senile Spinner" oder "suhlen" zum Ausdruck kommt. Alles jenseits der Grenzwertigkeit und vielleicht seitens der Redaktion auch moderationsbedürftig.


  • Kein Wunder, dass " junge Menschen " für solche Abenteuer zu haben sind. Als besitzlose Unterschicht haben sie ja auch nichts zu verlieren. So einfach ist das. Over and Out !

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