Was vom Tage bleibt: Peter Altmaier, der Dschungelkönig

Was vom Tage bleibt
Peter Altmaier, der Dschungelkönig

Der Umweltminister lässt die Ökostrombranche Kröten schlucken, Toyota gibt wieder Gas, Ryanair-Chef O'Leary kommt gut durch den Winter und im Iran kommen Affen ganz groß raus. Der Tagesrückblick.
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Wunderschönen guten Abend,

Kröten schlucken

Der Mann kann einem fast leidtun. Peter Altmaier steht mitten im Dschungel der Ökostromsubventionen und versucht verzweifelt, der wild gewucherten Zweige Herr zu werden. Doch sobald er mal beherzt etwas abschneiden will, fällt ihm jemand in den Arm. Wagt er dann mal einen Schnitt, mault sein Kabinettskollege Philipp Rösler, dass er nicht tief genug geschnitten hat. Und wie es in einem richtigen Dschungelcamp üblich ist, muss er ganz viele Beteiligte zwingen, die eine oder andere Kröte zu schlucken. Jetzt hat er zumindest mal einen überraschenden Schritt in die richtige Richtung gemacht. Da sich sonst keiner bewegt, müsste ihn das Publikum nun eigentlich zum Dschungelkönig wählen.

Kluger Einsatz

Die Krone bei den Autoherstellern hat jetzt wieder Toyota übernommen - zumindest was die Zahl der verkauften Autos angeht. Toyota verkaufte im vergangenen Jahr weltweit die Rekordzahl von 9,75 Millionen Fahrzeugen - die Opel-Mutter GM kam auf 9,3 Millionen, VW auf 9,1 Millionen. Wenn man sich jetzt überlegt, dass Toyota auch weltweit führend bei Autos mit Hybridtechnologie ist, zeigt sich, dass Öko-Energie nicht unbedingt eine Bremse sein muss. Es kommt nur auf den klugen Einsatz an.

Erfolgreicher Maulheld

Klug seine Kapazitäten eingesetzt hat offenbar auch der nie um einen flotten Spruch verlegene Ryanair-Chef Michael O'Leary. Während für Airlines der Winter meist der blanke Horror ist, konnte der irische Billigflieger richtig glänzen. Die Zahl der Passagiere stieg im Vergleich zum Vorjahresquartal zwar nur um drei Prozent, der Gewinn legte jedoch um 20 Prozent zu. Ryanair nutzt die Schwäche der Konkurrenz und konnte insbesondere im Weihnachtsgeschäft höhere Ticketpreise durchsetzen. Dass das keine Selbstverständlichkeit ist beweist der Konkurrent Air Berlin. Der beförderte im Dezember 8,5 Prozent weniger Gäste als im Vorjahresmonat. Das zeigt: O'Leary ist ein Maulheld, aber er liefert auch Ergebnisse.

Loslassen statt Klammern

Dass ein Gründer an seinem Unternehmen hängt, kann ich verstehen. Wenn er sich aber so sehr klammert, dass er dabei auch Schaden für die Firma in Kauf nimmt, dann hört das Verständnis auf. Media-Markt-Gründer und Minderheitsaktionär Erich Kellerhals hat mit seinem Veto-Recht immer wieder Unternehmensentscheidungen blockiert, so zum Beispiel zur Internet-Strategie. Es geht auch anders: Sein Mitgründer Leopold Stiefel hat jetzt seine Media-Markt-Anteile an den Großaktionär Metro verkauft und wird das Unternehmen künftig nur noch beraten. Er zeigt damit: Wer seine Kinder liebt, muss sie irgendwann auch loslassen können.

Was fehlt? Der Iran hat nach eigenen Angaben eine Rakete mit einem Affen an Bord ins Weltall geschossen - und offenbar lebendig wieder zur Erde zurückgeholt. Naja, immerhin können sie damit nicht ihre Nachbarstaaten bedrohen. Um ihre Friedfertigkeit noch weiter zu betonen, könnten sie in die nächste Rakete ja eine Taube stecken.

Ich wünsche Ihnen einen friedlichen Feierabend.

Florian Kolf

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Florian Kolf
Florian Kolf
Handelsblatt / Teamleiter Handel und Konsum

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