Was vom Tage bleibt
Putin, Merkel und Hollande

In Moskau wird über Krieg und Frieden verhandelt, der Grexit könnte gefährlich werden. Die FDP dreht die Stimmung, Podemos bewegt Spanien und Siemens streicht massenhaft Stellen. Der Tag im Rückspiegel.
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Guten Abend liebe Leserinnen und Leser,

Das große Treffen

Die Welt blickt nach Moskau. Die deutsche Bundeskanzlerin und der französische Präsident treffen Wladimir Putin. Viel steht auf dem Spiel bei diesen Verhandlungen mit dem russischen Präsidenten. Gibt es keine Lösung, ist die weitere Entwicklung klar. Die USA lassen den Deutschen und den Franzosen jetzt noch den Vortritt. Ändert sich nichts, wird Präsident Obama jedoch bald die Freigabe für Waffenlieferungen an die Ukraine erteilen. Und dann wächst die Gefahr, dass sich der Krieg in der Ukraine zu dem von allen Seiten gefürchteten ganz großen Konflikt entwickeln könnte. Uns bleibt nur die Hoffnung, dass allen Beteiligten ihre Verantwortung bewusst ist.

Grexit und Lehman

Lehman ist vielleicht so manchen noch in Erinnerung. Auf dem Höhepunkt der Finanzkrise im Herbst 2008 dachte niemand so recht, dass die Insolvenz der US-Bank größere Folgen nach sich ziehen würde. Doch alles kam ganz anders, das globale Finanzwesen stand am Rande des Zusammenbruchs. Wer heute über den Grexit nachdenkt, sollte sich an das Beispiel Lehman erinnern und ein Ausscheiden Griechenlands aus der Euro-Zone nicht auf die leichte Schulter nehmen. Der Grexit würde bedeuten, dass die Euro-Zone eben doch nicht auf ewig und wirklich stabil gebaut ist. Griechenland und die anderen Euro-Länder sollten deshalb nach dem Kompromiss suchen, mit dem sich das Land in der Euro-Zone halten lässt.

Aus Alt mach Neu

Natürlich ist es im Moment leicht, über die FDP herzuziehen. Eine Wahl nach der anderen geht verloren. Während der Aufschwung der AfD nicht zu stoppen scheint, geht es mit den Liberalen bergab. Doch halt, nicht überall. Bei den Bürgerschaftswahlen in Hamburg wird sich die FDP wahrscheinlich über der Fünf-Prozent-Marke halten können. Warum? Weil dort ein junges Team mit frischen und neuen Ideen antritt. Ein Team, das die Altbackenheit der Liberalen beerdigen will. Wenn die FDP überall dieses Konzept ansetzt, könnte es sogar bundesweit wieder etwas werden.

Keine Angst vor Podemos

So mancher fürchtet, dass das griechische Modell von Syriza in ganz Europa Anhänger findet und dass sich die Ideen von Athens Premier Tsipras rasend schnell verbreiten werden. Besonders in Spanien erlebt die neue Links-Partei Podemos großen Zulauf. Doch Gemach, Spanien ist nicht Griechenland. Spanien bewegt sich in die richtige Richtung, die positiven Wirkungen einer schmerzhaften Sanierungspolitik werden langsam sichtbar. Insofern dürfte der Aufschwung von Podemos nicht mehr allzu lange anhalten. Spanien ist demnach das Vorbild und Vorzeigemodell, nicht aber Griechenland.

Unterwegs

Seit dem Vormittag ist es amtlich: Siemens wird weltweit 7800 Stellen streichen. Jeder im Unternehmen wusste, dass etwas kommen würde. Vorstandschef Joe Kaeser musste aufgrund der nicht überzeugenden wirtschaftlichen Entwicklung des Konzerns reagieren. Das heißt aber noch lange nicht, dass Kaesers Konzept der Neuausrichtung gescheitert wäre. Alles braucht seine Zeit, das gilt in einem großen Unternehmen wie Siemens erst recht. Kaeser ist auf dem richtigen Weg, die Aktionäre sollten dem Siemens-Chef das nötige Vertrauen schenken. Aus dem Konzern kann etwas richtig Gutes werden.

Einen schönen Abend und ein erholsames Wochenende wünscht Ihnen

Stefan Menzel

Stefan Menzel ist beim Handelsblatt der Spezialist für die Automobilbranche.
Stefan Menzel
Handelsblatt / Korrespondent Automobilindustrie

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