Was vom Tage bleibt: Putin schafft Fakten

Was vom Tage bleibt
Putin schafft Fakten

Die Krim bereitet den Anschluss an Russland vor, die Telekom wartet auf bessere Zeiten. Bei Otto wird alles mobil, die EZB lässt die Zinsen unverändert und die Griechen wollen deutsches Geld. Der Tag im Rückblick.
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Guten Abend liebe Leserinnen und Leser,

Vertrauens-Zerstörende Maßnahmen

Kein Tag ohne Krim. Die Führung auf der inzwischen von Russland abhängigen Halbinsel betreibt unaufhaltsam die Ablösung von der Ukraine. Das Regionalparlament hat sich bereits für den Anschluss an Russland ausgesprochen, das Referendum darüber ist nun schon in zehn Tagen geplant. Russlands Präsident Putin lässt Fakten schaffen. Vertrauensbildende Maßnahmen in Richtung Kiew und auch zu westlichen Verhandlungspartnern sehen anders. Moskau setzt seine Provokation auf der Krim unaufhörlich fort.

Schwaches Läuten

930 Millionen Euro Gewinn hat die Deutsche Telekom im vergangenen Jahr eingefahren. Das entspricht einer mageren Umsatzrendite von gerade einmal 1,5 Prozent. Der Kundenzuwachs besonders in den USA ist teuer erkauft. Die Telekom muss viel investieren, damit es mit ihrem Geschäft überhaupt vorangeht. Und in den nächsten Jahren wird das Niveau der Investitionen weiterhin hoch bleiben, was wiederum die Gewinnaussichten schmälert. Die Anteilseigner der Telekom werden Geduld haben müssen. Der Bonner Konzern bleibt auch über die nächsten Jahre hinweg ein ertragsschwaches Unternehmen. Die Jahre des großen Wachstums etwa im Mobilgeschäft sind vorbei. Es bleibt nur das Prinzip Hoffnung, dass die Geschäfte doch wieder besser laufen werden.

Wider das Jammern

Der Hamburger Otto-Konzern sieht seine Zukunft im Internet. Auch im Einzelhandel bleibt kein Stein auf dem anderen, immer mehr läuft über das Netz. Völlig richtig liegen die Hamburger mit ihrer Einschätzung, dass mobile Endgeräte auf absehbare Zeit besonders stark zulegen werden. Bestellt wird also nicht mehr zu Hause auf dem PC, sondern von unterwegs mit Smartphone und Tablet. Folglich will der Otto-Konzern sein Angebot auch viel stärker auf mobile Endgeräte ausrichten. Endlich einmal ein Händler, der nicht jammert, sondern der sich den veränderten Bedingungen anpassen will.

Zinsen? Welche Zinsen?

Es ist ein schwieriger Spagat, den die Europäische Zentralbank vollbringen muss. Im Norden der Euro-Zone sieht es mit der Wirtschaft inzwischen wieder recht ordentlich aus, die Zinsen könnten dort langsam wieder steigen. Im Süden hingegen braucht die Erholung länger, was ein niedriges Zinsniveau nötig macht. Die EZB hat sich am Donnerstag dafür entschieden, die Zinsen unverändert zu lassen. Angesichts der divergierenden Wirtschaftsentwicklung in der Euro-Zone ist das wahrscheinlich die richtige Entscheidung. Grundsätzlich betrachtet gibt es dabei keinen Anlass zur besonderen Besorgnis: Auch die US-Notenbank muss ihre Zinspolitik zwischen einem boomenden Kalifornien und einem schwachen Bundesstaat Alabama ausbalancieren.

Helfen geht in Ordnung

Bundespräsident Joachim Gauck besucht Griechenland. Das wäre an sich nichts Aufregendes, gäbe es da nicht die Euro-Krise und zum wiederholten Male die Forderung der Griechen nach Reparationszahlungen. Deutschland wird niemals auf diese Forderungen eingehen, weil Berlin den Rechtsanspruch nicht anerkennt. Auch den Griechen ist klar, dass diese vermeintlichen Ansprüche gerichtlich kaum durchsetzbar sind. Also sollten sie es besser gleich lassen und darauf verzichten. Über Wirtschaftshilfe ließe sich doch viel besser reden.

Einen angenehmen Abend wünscht Ihnen

Stefan Menzel

Stefan Menzel ist beim Handelsblatt der Spezialist für die Automobilbranche.
Stefan Menzel
Handelsblatt / Korrespondent Automobilindustrie

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