Was vom Tage bleibt: Ratingagentur gegen Ratingagentur

Was vom Tage bleibt
Ratingagentur gegen Ratingagentur

Eine Krähe hackt der anderen keine Auge aus? Von wegen. Ratingagenturen denken anders. Anleger denken lieber nicht selbständig, sondern vertrauen auf Stars. Und die Erde ist unter Beschuss geraten. Die Tageskommentare.
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Guten Abend liebe Leserinnen und Leser,

Standard & Poor's allein zu Haus

Nicht wahr? Ratingagenturen, diese Propheten, die immer dann daneben liegen, wenn es darauf ankommt – die mögen wir nicht allzu sehr. Um so zufriedener schauen wir deswegen zu, wenn sie sich selbst zerlegen. Wie das ist, hat jetzt Standard & Poor's, die weltgrößte Ratingagentur, erfahren. Konkurrent Moody's stufte nämlich die Kreditwürdigkeit von McGraw-Hill, der Muttergesellschaft von S&P, herunter. Die neue Bewertung liegt nur noch zwei Stufen oberhalb der Kategorie „Ramsch“. Vor einer Woche war der S&P-Mutterkonzern bereits von Fitch, dem Dritten im Bunde, heruntergestuft worden. Der Grund: Das US-Justizministerium hat eine Schadenersatzklage gegen S&P eingereicht, was teuer werden könnte. Mal sehen, wie die Rache von Standard & Poor's nun aussieht. Fortsetzung folgt.

Anleger sind wie Lemminge

George Soros verkauft Gold. Warren Buffett kauft Heinz-Ketchup. Die Folge heute: Gold ist auf einen ziemlich niedrigen Preis gesunken: 1604,95 Dollar je Unze, wenn Sie es genau wissen wollen. Das sind 1,8 Prozent weniger als am Vortag. Nahrungsmittelhersteller haben dagegen zugelegt. Liebe Anleger, Achtung: Im wahren Leben lohnt es sich vielleicht, das zu tun, was die großen Jungs machen. Im Börsenleben aber heißt es: Wenn alle das gleiche machen, ist am Ende der der Schlauste, der als erster etwas anderes richtig macht.

Guter Raab-Schlag ist teuer

Soll er oder soll er nicht? Ausgerechnet der CSU-Ehrenvorsitzende Edmund Stoiber, der Schnellsprecher und Haspelkönig, hat den Stein ins Rollen gebracht. Soll Stefan Raab als Co-Moderator für das Kanzlerduell zwischen Angela Merkel und Peer Steinbrück auftreten und damit jüngere Fernsehzuschauer für Politik interessieren? Aus der FDP und der CSU kamen prompt positive Reaktionen und auch Merkel kann sich damit durchaus anfreunden. Jetzt kann es sich sogar Steinbrück vorstellen. Komisch an dieser Debatte ist, dass die Kandidaten gefragt werden, mit wem sie sprechen wollen. Normalerweise ist es doch umgekehrt und der Gastgeber entscheidet: Lieber Stefan Raab – willst Du Dir das wirklich antun?

Der Manager des Weltuntergangs

Michail Jurewitsch hat heute den Weltuntergang managen müssen. Der Mann ist Gouverneur in der Region Tscheljabinsk im Ural und dort sind Teile eines Meteoriten auf die Erde gefallen. Rund 950 Menschen erlitten Verletzungen, als Teile eines Meteoriten auf die Erde niedergingen. Der Himmelskörper krachte um 9.23 Uhr Ortszeit herunter. Heute Abend rauscht dann noch der Asteorid „2012 DA14“ ein paar tausend Kilometer an der Erde vorbei. Beides hat zwar nichts miteinander zu tun, aber zumindest in Russland fragen sich die Menschen um Gouverneur Jurewitsch, ob sich die Majas mit ihrem Weltuntergangstermin vielleicht doch nicht grundsätzlich, sondern nur um ein paar Tage geirrt haben.

Ein trotz allem geruhsames Wochenende wünscht Ihnen

Oliver Stock

Oliver Stock
Oliver Stock
Handelsblatt / Stellvertretender Chefredakteur

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  • Die Rating Agenturen versuchen selbsterfüllende Prognosen zu erstellen. Was diese Wert sind hat der Anfang der Krise gezeigt. Nichts !!!!!!!

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