Was vom Tage bleibt

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Was vom Tage bleibt: Sag mir, wo die Zinsen sind

Banken zahlen auf Einlagen keine Zinsen mehr. Die Schweizer lernen unseren Bundesrat kennen. Steinbrück hat vielleicht ein Bankenproblem. Daimler löscht Mails im Urlaub. Die Kommentare zum Tag.

Oliver Stock ist Chefredakteur von Handelsblatt Online.
Oliver Stock ist Chefredakteur von Handelsblatt Online.

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Atemlos im Bundesrat

Der Bundesrat ist ein Gremium, das schon mancher Deutsche nicht auf der Pfanne hat. Dass dessen Entscheidungen auch im Ausland atemlos verfolgt werden – wann ist das schon mal passiert? Der Züricher „Tages-Anzeiger“ bot seinen Lesern heute live auf seiner Webseite den Bericht aus dem Bundesrat an. Dort wurde über das Steuerabkommen mit der Schweiz gesprochen, und es fiel wie erwartet durch. Was die Schweizer jetzt von dem Bundesrat wissen, ist, dass es sich um ein höchst politisches Gremium handelt. Und solche entscheiden niemals nur einfach so nach Sachlage.

Sozialismus bei VW

Drei-Jahrespläne gab es früher nur im Sozialismus. Heute gibt es sie auch bei Volkswagen: Bis 2018 will der Konzern zum größten Autohersteller der Welt aufsteigen. Der Aufsichtsrat um den großen Vorsitzenden Ferdinand Piëch hat dafür Milliardeninvestitionen beschlossen. Ursprünglich wurde heute mit einem Plan für die kommenden fünf Jahre gerechnet. Dazu gibt es, so haben die Wolfsburger erkannt, zu viele globale Unsicherheiten. Das beruhigt. Sozialismus total herrscht auch in der VW-Zentrale nicht.

Der Kandidat und die Banken

Die nordrhein-westfälische CDU verlangt von SPD-Kanzlerkandidat Peer Steinbrück Auskunft über eine mögliche Verstrickung in zweifelhafte Veranstaltungen der inzwischen abgewickelten WestLB. Eine Tochter der Landesbank hat Beamte, Sparkassenchefs und Funktionäre von Stadtwerken zu teuren Reisen eingeladen. Für diese sogenannten Kundenevents, die sehr nach dem aussehen, was Juristen Vorteilsnahme nennen, hat die Banktochter in den Jahren 2002 bis 2005 mindestens rund eine halbe Million Euro ausgegeben. Der Fraktionsvorsitzende der CDU im Düsseldorfer Landtag, Karl-Josef Laumann, erinnerte im Gespräch mit Handelsblatt Online daran, dass der damalige Finanzminister Steinbrück bis 2002 stellvertretender Vorsitzender des Verwaltungsrats und Mitglied im Präsidialausschuss der WestLB gewesen sei und in dieser Zeit die WestLB-Tochter die umstrittene Reisepraxis begonnen habe. Steinbrück und die Banken – das ist ein Thema, das noch spannend wird.

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Zinssatz nullkommanull

Die Schuldenkrise und die damit verbundene Niedrigzinspolitik der Europäischen Zentralbank treibt selbst erfahrenen Bankern die Sorgenfalten auf die Stirn. „Wer sich in diesen Zeiten über Wirtschaft und Geldanlage auf dem Laufenden hält, hat gute Chancen, verrückt zu werden“, schreibt der Ex-Dresdner-Bank-Chef Herbert Walter in einer Kolumne für Handelsblatt Online. „Tagesgeld, Termingeld, Sparbücher bieten Zinsen, mit denen nicht einmal der Inflationsverlust ausgeglichen wird“, warnt er. „Damit sind wir am Ende eines Jahres unweigerlich ärmer als zwölf Monate zuvor.“ Wie Recht er hat, zeigt ein Blick auf die Konditionen für Festgeld bei den Banken. Diese Woche markiert einen neuen Tiefpunkt in der Misere der Zinssparer. Die ersten Banken überweisen ihren Kunden gar keine Zinsen mehr. Wer sich erinnert, dass unser Geld auf dem Konto eines Geldhauses einen Kredit darstellt, den wir der Bank geben, der darf uns an sich für unsere Großzügigkeit loben.

Keine Mails im Urlaub

Daimler hat sich etwas einfallen lassen. Die Mails an Mitarbeiter, die im Urlaub sind, werden gelöscht. Das soll Entspannung total gewährleisten. Das finde ich klasse. Noch besser wäre natürlich, wenn das „Was vom Tage bleibt“ zu den Mails gehört, die auch in den Ferien durchkommen, weil sie vielleicht als entspannungsfördernd eingestuft werden.

Ein entspanntes Wochenende wünscht Ihnen,

Oliver Stock

  • 10.12.2012, 06:24 UhrArminius

    Wenn so dann hier gibt's 3% auf Tagesgeld und 4% auf Festgeld:
    http://www.iwbank.de/index.jhtml?ID_NODE=FESTGELD_HOME

  • 25.11.2012, 16:46 UhrMULLIGAN

    Das Monopol der Banken Geld von der EZB zu bekommen muss gebrochen werden. Milliarden werden von der EZB gedruckt und die Banken kommen an billiges Geld. Dieses Geld kommt leider nicht in der Wirtschaft an wo es dringend gebraucht wird um Arbeitsplätze zu schaffen und wenn Unternehmen von Banken Kredite bekommen dann zu Zinsen die man als Wucher bezeichnen kann.

  • 23.11.2012, 18:49 UhrUlrich62

    Hallo Herr Stock, Atemlos im Bundesrat,
    ja die Schweizer wissen das jetzt,die wußten das aber auch
    schon vorher sehr genau.
    Das wiederum liegt anscheinend an deren Medien,insbesondere
    deren online-zeitungen.Ich hab das lieber dort verfolgt,weil
    zwar manchmal emotional geführte,aber von sachkompetenz
    geprägte Diskussionen sind/waren.
    Ihre HB hat zu dem Thema nicht durch kompetente
    Berichterstattung geglänzt.Da wird von Seiten des HB wohl nur ideologisch argumentiert.
    Wo lese ich hier das Ergebnis der Stimmabgabe? Welche Länder
    haben wie gestimmt? Interessiert doch das HB nicht,wir sind
    doch Wirtschaftszeitung.
    Sie bewegen sich auf sehr,sehr dünnem Eis momentan.
    Wenn Sie sich zu einem Kampfblatt der CDU entwickeln wollen,
    danach sieht es offensichtlich aus, werden Sie scheitern wie
    Ihre Kollegen von der FTD auch.

  • Kommentare
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