Was vom Tage bleibt
Schäuble pfeift im Walde

Der Finanzminister redet sich die Euro-Krise schön, die EU kämpft halbherzig gegen die Jugendarbeitslosigkeit, Versicherungen lösen sich in Luft auf und in Frankreich lösen Raupen die Pferde ab. Der Tagesrückblick
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Wunderschönen guten Abend,

Fehlende Perspektive

Es wäre ja so schön, wenn man Wolfgang Schäuble glauben könnte. Frankreich, sagte der Finanzminister, werde finanzpolitisch auf Kurs bleiben und am Zeitplan für den Defizitabbau festhalten. Und Italien könne, wenn es denn rasch eine stabile Regierung bilde, bald wieder das Vertrauen der Märkte zurückgewinnen. Leider ist all das eher Pfeifen im Walde als eine seriöse Prognose. Schwierigkeiten in Griechenland oder Zypern sind wohl beherrschbar, wenn aber Frankreich und Italien noch tiefer in die Probleme rutschen, gefährdet das die Euro-Zone als Ganzes. Das Schlimmste ist, dass viele Menschen in diesen Ländern persönlich keine Perspektive sehen. Wie soll da eine Aufbruchsstimmung aufkommen?

Zementiertes Elend

Ein Kernproblem hat die EU auf jeden Fall identifiziert: Im Schnitt ist fast ein Viertel alle Menschen unter 25 Jahren in der EU arbeitslos. Aber die Reaktion darauf ist hilflos: Die Arbeitsminister haben eine Jugendgarantie beschlossen. Das heißt, dass jeder arbeitslose Jugendliche spätestens nach vier Monaten einen Job oder zumindest einen Praktikumsplatz angeboten bekommt. Das klingt so, als ob die Politik nach Belieben Arbeitsplätze schaffen könnte. Doch was tut die Gemeinschaft? Sie versenkt einen Großteil ihrer Gelder im Erhalt eines unproduktiven Agrarsektors, statt Jobs in Zukunftsbranchen und in der Forschung zu fördern. So wird das Elend zementiert.

Nur Zeit gewonnen

Die Opel-Arbeiter in Bochum haben mal wieder Zeit gewonnen - mehr nicht. Nach den jetzt verkündeten Plänen soll aus einer einst stolzen Autofabrik ein Warenverteilzentrum werden, ergänzt durch ein Komponentenwerk, von dem aber noch niemand weiß, was es eigentlich herstellen soll. Wer die Qualität kennt, die Marken wie Hyundai heute bieten, weiß, dass „Made in Germany“ bei Autos nicht mehr unbedingt ein Verkaufsargument ist. Im Grunde hat sich die Führung des Mutterkonzerns GM längst entschieden. Opel ist für sie nur noch eine Nischenmarke, dass Massengeschäft wollen sie mit der Schwester Chevrolet machen. Für die deutsche Traditionsmarke ist das ein Tod auf Raten.

Teures Lehrgeld

Zahlreiche deutsche Versicherer haben durch ein Versehen eines Dienstleisters ihre Internetdomain verloren und waren online nicht mehr erreichbar. Besonders hart traf es die Provinzial. Nachdem ihre Adresse www.provinzial.de irrtümlich als herrenlos gemeldet wurde, hat sie sich ein griechischer Domaingrabber unter den Nagel gerissen, eine Firma, die sich Internetadressen sichert und sie dann meistbietend weiterverhökert. Ein ähnliches Schicksal erlitt die Versicherungskammer Bayern, die angeblich sogar bereit ist, für die gekaperte Website 30.000 Euro Lösegeld zu zahlen. Es ist immer wieder erschreckend, wie leichtfertig viele Firmen mit ihrer Sicherheit im Internet umgehen.

Was fehlt? Da diskutieren wir noch über Pferdefleisch in Buletten bei Ikea, da ist man in der kulinarischen Hochburg Frankreich schon einen Schritt weiter. In einem Pariser Vorort haben Lebensmittelkontrolleure bei einem Routineeinsatz einen Eintopf mit Raupen auf dem Herd vorgefunden. Skandal oder Delikatesse? Wahrscheinlich war der Eintopf nicht weniger nahrhaft als Schnecken oder Froschschenkel.

Ich wünsche Ihnen einen genussvollen Feierabend.

Florian Kolf

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Florian Kolf
Florian Kolf
Handelsblatt / Teamleiter Handel und Konsum

Kommentare zu " Was vom Tage bleibt: Schäuble pfeift im Walde"

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  • Wir hatten einfach viel zu lange keine richtige Hungersnot mehr in Deutschland.

    In der Regel lese ich Ihre Kommentare mit Genuss, da Sie meistens den Nagel auf den Kopf treffen.

    Nun lese ich, dass die EU zuviel Geld in den Agrarsektor investiert und damit das Elend zementiert.

    Als Fachmann für den Agrarsektor, kann ich Ihnen nachweisen, dass mit den EU-Subventionen nicht die Landwirte subventioniert werden sondern die Verbraucher. Die Erzeuger erhalten für Ihre Waren so wenig Geld, dass eine Produktion ohne die Subventionen nur Verluste erzeugen würden. Bei Wegfall der Subventionen müssten sich die Lebensmittelpreise verdoppeln oder die Landwirtschaft wäre in 2 Jahren pleite. Nicht die Bauern sind die Profiteure, sonden Sie als Verbraucher, der in Deutschland Lebensmittel einkaufen kann die 20% unter den Durschschnittspreisen in Europa liegen. Da die großen Handelskonzerne mit Ihrem Oligopol die Preise diktieren.
    Ich denke Analysten wie Sie sind erst dann zufrieden wenn die Subventionen gestrichen werden, und der Hunger wieder in Deutschland einkehrt, weil viele sich die Lebensmittel nicht mehr leisten können.

    Und alles nur wegen des Märchens dass sich die Bauern auf Kosten der EU-bereichern. Kommen Sie und arbeiten Sie die Stunden auf dem Hof wie wir, zu Stundenlöhnen die unter denen der sogenannten Aufstocker liegen

  • Universum KÖNNTE NICHT WACHSEN wenn es das NICHTS NICHT GÄBE aber würde NIE NICHTS BESCHREIBEN oder DIES UNENDLICHE ERKLÄREN .
    ABER WISSEN WILL , wo her sie WISSEN , WIEVIEL WORTE andre BRAUCHEN um das es ihnen AUCH WISSEN WIRD oder WENIGSTENS ANFANG VON DENK VERSUCH , was NUR GINGE WENN IN ZWEIFEL GERADEN SIND , ob DA EINER WEISS


  • IST SCHON UNVERSUM !!1 Mach mich BLIND und SEHE IMMER NOCH MEHR ALS du .

    " BLINDE GLAUBEN zu WISSEN , WAS GEWÄHLT HABEN , HABEN sich ABER SAGEN LASSEN WAS WÄHLEN SOLLEN . SEHENDE WEISS WAS GEWÄHLT WURDE UND SCHON VORHER , WENN DAS GEWÄHLT WIRD . "
    Frank Frädrich


    EINER hat RECHT !!!
    IST EGAL .
    MEHRHEIT KANN NUR RECHT HABEN , dann der EINE UNRECHT und BEWEISEN MUSS man ihm das NICHT oder GAR WIDERLEGEN , BLÖDSINN .
    " WIR " sind doch MACHT und machen was MASSE MACHEN WIRD und
    das ist was die in den MEDIEN FINDEN und GLAUBEN von " UNS " ANERZOGEN SELBSTZENSIEREND oder wird IGNORIERT , NIE WIEDER FÜR ÖFFENTLICHKEIT . . . .
    Frank Frädrich


    ATHEIST SICH Gott
    SOUVERÄN
    Frank Frädrich WILL AUCH WAHRHEITEN WISSEN WELCHE NURNOCH 4 IM ZUSAMMENHANG WISSEN

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