Was vom Tage bleibt
SPD leidet unter Gestaltungsunlust

Die SPD leidet unter vielem – unter Führungsstärke aber nicht. Ein Parademanager tritt ab. Blackberry verbrennt Milliarden. Und: Die Amerikaner haben Angst vor ihrer Krankenversicherung. Der Tagesbericht.
  • 7

Guten Abend liebe Leserinnen und Leser,

Mikado-Taktik

So sehen Zaudernde aus: Eine Woche nach der Wahl beschäftigt sich die SPD auf ihrem Konvent heute damit, ob sie mit der Union reden soll. Wahrscheinlich ja. Wenn dann ein Ergebnis dieser Gespräche vorliegt, soll es den Parteimitgliedern offenbar zur Abstimmung vorgelegt werden. Eigentlich wählen wir Politiker, weil wir glauben, dass sie gerne regieren wollen. Von Gestaltungslust ist aber bei den Genossen wenig zu spüren. Stattdessen Mikado-Taktik: Wer sich bewegt, hat schon verloren.

Abtritt eines Stars

Der frühere BASF-Manager Wolfgang Büchele löst Wolfgang Reitzle im kommenden Mai bei Linde ab. Reitzle fühlte sich eigentlich zu jung zum gehen. Es spricht für den Konzern, dass er seinen Spitzenmann mit 65 Jahren dennoch in den Ruhestand schickt. Seine Bilanz glänzt: Der charismatische Manager mit dem schmalen Schnurrbart und der Vorliebe für feine Kleidung spaltete zunächst das Geschäft mit Gabelstaplern und Kühltechnik ab. Er kaufte in einem kühnen Schritt den größeren britischen Rivalen BOC und machte Linde damit zum größten Gaseanbieter der Welt noch vor dem französischen Erzrivalen Air Liquide. Anders als viele andere Chefs von Großkonzernen kam er dabei ohne Einschnitte in der Belegschaft aus. Wäre Reitzle ein Filmstar wie James Bond müsste sein Nachfolger mit einem baldigen Remake rechnen.

Schwarze Kirsche

Der schwer angeschlagene Smartphone-Pionier Blackberry wechselt mit fast einer Milliarde Dollar Verlust im Gepäck den Besitzer. Im zweiten Geschäftsquartal lag der Fehlbetrag bei 965 Millionen US-Dollar, wie das von dem Deutschen Thorsten Heins geführte Unternehmen am Freitag mitteilte. Blackberry soll für 4,7 Milliarden Dollar an den Finanzdienstleister Fairfax Financial verkauft werden. Nach dem Vorbild von Dell will Fairfax Blackberry dann von der Börse nehmen und sanieren. Dass die Schwarze Kirsche schwer verdaulich ist, war den Käufern klar. Aber ist sie vielleicht sogar vergiftet?

Freiheitskampf auf amerikanisch

Amerika erhält ab Dienstag eine Krankenversicherung für alle. 45 Millionen unversicherte US-Bürger können sich eine aussuchen – über ein Internet-Portal der Regierung. Für Präsident Obama ist es sein wichtigstes Reformprojekt. Seit Jahren beschwören Gegner das Ende der Freiheit in Amerika herauf. Vielleicht empfehlen wir ihnen einen Blick nach Deutschland: In den letzten 129 Jahren gab es mindestens zwei Kaiser, einen tausendjährigen Diktator und ein Regime, das eine Mauer um ein halbes Land zog. Sie alle schränkten die Freiheit ein. Die hierzulande seit 1884 existierende allgemeine Krankenversicherung hat dagegen unserem Freiheitsdrang nicht geschadet.

Das Meer steigt und steigt und steigt

Der Anstieg des Meeresspiegels schreitet schneller voran als bislang gedacht. Davor warnt der Weltklimarat im neuesten Report. Selbst bei größten Anstrengungen gegen den Klimawandel läge der Anstieg bis zum Jahr 2100 bei 26 Zentimetern. Für den Fall eines ungebremsten Fortschreitens der Klimaveränderung prognostiziert der Report für diesen Zeitraum einen Anstieg um 82 Zentimeter. Sie können jetzt schon mal die Gummistiefel bereitlegen – oder sie warten damit. Dieses Wochenende soll nämlich nochmal die Sonne scheinen.

Sonnige Tage wünscht Ihnen

Oliver Stock

Oliver Stock
Oliver Stock
Handelsblatt / Stellvertretender Chefredakteur

Kommentare zu " Was vom Tage bleibt: SPD leidet unter Gestaltungsunlust"

Alle Kommentare

Dieser Beitrag kann nicht mehr kommentiert werden. Sie können wochentags von 8 bis 18 Uhr kommentieren, wenn Sie angemeldeter Handelsblatt-Online-Leser sind. Die Inhalte sind bis zu sieben Tage nach Erscheinen kommentierbar.

  • Warum berichet eigentlich das Handelsblatt nicht davon wie diese CDU einen völlig aus dem Ruder gelaufenen Ausländerzuzug zulässt ohne ausreichende Rahmenbedingungen.

    So berichetet Focus Online wie sich bürgerliche Wonviertel immer mehr zu Problembereichen entwickeln.

    Kein Wort von der CDU oder der Politik - nämlich alles was man auch nur als kritsche Fragen zu Ausländer stellt wird sofort als rechts abgetan.

    Ich habe überhaupt keine Probleme mit Ausländer, ich wehre mich aber gegen migrationsunwillige Ausländer, und ich wehre mich gegen Ausländer die meinen die Sozialsysteme sind ein Geschenk Gottes und wurden nicht von den Bürger erarbeitet.

    Warum bekommt man keine Antwort darauf wieviel die Ausländer zum BIP beitragen und wieviel die Sozialsysteme belastet werden.

    Ferner würde ich mal gene wissen wie hoch die Kriminalitätsrate von Ausländer ist, und was diese Regierung gegen solche Personen unternimmt.

    Zuzug ja - aber dann bitteschön wie in der Schweiz üblich
    Ausländerzuzgsbedingungen wie Sie sein sollten und keine solch eine stümperhafte Politik wie von der CDU - dazu kommt noch dass diese auch auf eine katastrophale Familienpolitik dieser Partei zurückzuführen ist.

  • Gestaltungsunlust - So ein grandioser Unsinn den das Handelsblatt wieder einaml verbreietet.

    Kein Woprt dazu dass Schäuble Milliarden den Banken in den Hintern stopft und kein Wort dazu dass EU Europa am Abgrund steht wegen eines völlig untauglichen Euros der ein Land um das andere zerstört und auf unterschiedliche Wirtschaftsmodelle keine Rücksicht nimmt.

    Kein Wort dazu dass die EU mit der Banken Union auf unsrere Sparkonten zugreifen kann.

    Kein Wort dazu dass der ESM der größte Betrug an den Bürger ist, hinter dem Rücken der Bürger werden Steuergelder ohne ausreichende Kontrolle an marode Staaten verschoben.

    Kein Wort davon dass die CDU uns eine Währungsunion versprochen hat und in einer vertragswidrigen Schulden Union sind wir gelandet.

    Kein Wort dazu dass durch Mikrozinsen und einer Inflation von ca. 6% weit über der liegt was diese Bundesregierung und glaubhaft machen will und dadurch Rentner Arbeitnehmer und Sparer durch eine kalte Finanzreppression enteignet werden.

    Kein Wort dazu dass die Arbeitslosigkeit mit teiweise über 60% der Jugendlichen ein Skandal erster Güte ist!

    Kein Wort dazu dass diese Regierung uns die höchsten Staatsschulden und die höchsten Steuern und Abgaben seit Bestehen der Bundesrepublik auf gebürdet hat.

    Ich könnte endlos weitermachen, Herr Stork eine sehr schwacher Bericht.

    Ich fordere von der SPD und den Grünen keine Koalition mit der CDU einzugehen - das Paradebeispiel wie die CDU das Geld verscherbelt ist nicht nur die EU sondern auch Stuttgart21 ein Wirtschaftskrimi wie die Industrie gefüttert wird mit Steuergelder ohne einen Mehrwert für den Bürger!

  • Da hat die ewig gerechtere Partei Deutschlands zusammen mit den Linken, den Grünen einmal die Chance allen in nah und fern EU- weit ihre immer, immer wieder gemachten Versprechungen und Forderungen gegenüber zu erfüllen, ob Multi Kulti, gerechte Bildung, gerechter Lohn, gerechte und soziale- medizinische Versorgung, Energiewende, dt. Euro Schuldscheinablage- Übernahme, das alles im Sinne der immer und immer wieder genannten alten Gerechten aus der Geschichte ihrer Partei gegenüber den von GP Gerhard genannten "Die Anderen" mit Mut und Zuversicht zu erfüllen aber sie die Vertreter dieser Menschen nehmen diese einmalige fast historisch zu nennende Chance nicht wahr! Nun, als einer "Der Anderen" zumindest ahnt man warum sie, die ewig Besseren, ewig Gerechteren, es nun nicht wollen. Warum nicht ? Nun die Gesäße der Ihren sind ihnen ganz menschlich gesehen wie eben allen anderen auch näher als die Hose. "Gestaltungsunlust" ?
    Unsinn.

Serviceangebote
Zur Startseite
-0%1%2%3%4%5%6%7%8%9%10%11%12%13%14%15%16%17%18%19%20%21%22%23%24%25%26%27%28%29%30%31%32%33%34%35%36%37%38%39%40%41%42%43%44%45%46%47%48%49%50%51%52%53%54%55%56%57%58%59%60%61%62%63%64%65%66%67%68%69%70%71%72%73%74%75%76%77%78%79%80%81%82%83%84%85%86%87%88%89%90%91%92%93%94%95%96%97%98%99%100%