Was vom Tage bleibt
Unangenehmes von Deutschlands neuer Partei

AfD-Chef Lucke will ernsthaft Wähler vom rechtsextremen Rand für sich gewinnen. Börse und Industrie lassen sich zum Glück davon nicht beeindrucken. Nur in der Fußball-Bundesliga gibt es einen herben Verlust.
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Guten Abend liebe Leserinnen und Leser,

Lucke marschiert nach rechts

Die Alternative für Deutschland (AfD) sticht nicht gerade mit besonderer Programmatik hervor. Es gibt einzig die breite Ablehnung des Euro, das war dann auch schon das Parteiprogramm. In seinem Interview mit dem Handelsblatt hat sich Parteichef Bernd Lucke nun endgültig diskreditiert. Der AfD-Boss setzt darauf, dass er auch am rechtsextremen Rand bei der NPD nach Wählern fischen kann. Eine schreckliche Perspektive – die AfD marschiert mit Volldampf los aus dem Spektrum der demokratischen Parteien.

Der MDax überstrahlt alles

Eine erfreuliche Nachricht kommt hingegen von der Börse. Der MDax hat am Mittwoch erstmals die Grenze von 14.000 Punkten überschritten. Klein, aber fein könnte man dazu auch sagen. Der MDax ist ein gutes Beispiel dafür, dass nicht immer alles ganz groß und riesig sein muss. Die internationale Finanzwelt schaut meistens nur auf die großen deutschen Konzerne und den Dax. Aber es gibt eben auch eine verdammt gute zweite Liga, mit der ein Anleger ordentlich verdienen kann. Fazit: Der Aufwand lohnt sich, auch die kleineren MDax-Unternehmen genauer unter die Lupe zu nehmen.

Glitzer-Pause im Daimler-Stress

Endlich einmal keine schlechten Nachrichten und nur Glitzer und Glimmer. Daimler-Chef Dieter Zetsche ist am Mittwoch mit großer Vorfreude nach Hamburg aufgebrochen. Auf dem Airbus-Gelände in der Hansestadt präsentieren die Schwaben die neueste Variante der Mercedes S-Klasse. Zetsche kann zumindest für ein paar Stunden den Skandal um Leiharbeiter und die schlechte Performance seines Unternehmens vergessen machen. Die Erholung vom wenig erfreulichen Alltag dürfte dem Daimler-Lenker so richtig gut tun. Denn eines ist klar: Wenn er am Donnerstag daheim in Stuttgart antritt, wird alles sicherlich wieder etwas unangenehmer.

Stiftung Warentest braucht Rat

Wahrscheinlich sind wir alle in Deutschland der Stiftung Warentest irgendwie dankbar. Ohne die Berliner wäre so mancher Produktskandal wahrscheinlich niemals aufgedeckt worden. Aber trotz aller Erfolge hat die Stiftung jetzt zum ersten Mal in ihrer Geschichte Verluste gemacht. Der Grund: Das Stiftungsvermögen wirft nicht mehr genügend Zinserträge ab. Unser Tipp: Zur Stiftung gehört bekanntlich auch der eigene „Finanztest“. Vielleicht sollte man einfach einmal die Experten im eigenen Haus fragen, wie sich das Geld der Stiftung am besten anlegen lässt. Dann gehören die Verluste vielleicht schon bald der Vergangenheit an.

Auf Wiedersehen, Thomas Schaaf

Fußball spielt im Handelsblatt eigentlich nur eine Nebenrolle. Aber wenn Thomas Schaaf nach 14 Jahren als Trainer bei Werder Bremen seine Taschen packen muss, dann ist auch uns das ein paar Zeilen wert. Schade, lässt sich dazu nur sagen. Schaaf war das Gegenbeispiel dafür, dass es in der Fußball-Bundesliga eben nicht nur das Kurzfrist-Denken und das Hire-and-Fire auf den Trainerposten geben muss. Trotzdem hat es nun auch Schaaf erwischt. Fast eineinhalb Jahrzehnte sind eine verdammt lange Zeit im Fußball, wahrscheinlich war das Ende in Bremen unvermeidbar geworden. Ob sich Thomas Schaaf jetzt auch gleich komplett aus dem Fußball zurückziehen wird? Wahrscheinlich nicht. Ein guter Trainer hat bislang immer noch einen Job gefunden.

In diesem Sinne wünsche ich Ihnen einen schönen Abend, genießen Sie den Frühling

Stefan Menzel

Stefan Menzel ist beim Handelsblatt der Spezialist für die Automobilbranche.
Stefan Menzel
Handelsblatt / Korrespondent Automobilindustrie

Kommentare zu " Was vom Tage bleibt: Unangenehmes von Deutschlands neuer Partei"

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  • Herr Menzel gesellt sich durch diese Traurigkeit lediglich zu der Schar der Politiker, die mantraähnlich jeden Eurogegner als europafeindlichen Spinner abtun, weil ihnen die inhaltlichen Arguemnte ausgehen(falls sie jemals welche hatten).
    Ein einmal eingeschlagener Irrweg wird konsequent weitergefahren, sehenden Auges hin auf den Abgrund zu.

    Europa braucht den Euro ist genau so ein Quatsch, wie der Euro stärkt die deutsche Wirtschaft.

    Soziale Unruhen in Südeuropa gibt es -nachvollziehbarerweise- erst seitdem wir den Euro haben und Deutschland war Exportweltmeister als noch individuelle Landeswährungen existierten.
    Insofern fragt man sich, welches eigentliche Interesse hinter einer solch dummen Diffamierung eines Hochkaräters wie Prof. Lucke stehen.

    Danke Herr Menzel, solche sich selbst disqualifizierende Polemik wird den Wählerzuspruch für die AfD eher stärken, egal auf welcher Seite des Spektrums, solange die Wähler zu den Handelsblattlesern gehören. Ich gehöre ab heute nicht mehr dazu. Wenn ich seriöse und sauber recherchierte Berichterstattung möchte, greife ich ab jetzt zur Bild-Zeitung

  • Ich wollte mich nur kurz den anderen Kommentatoren anschließen. Diese Darstellung des Handelsblatts ist mit demagogisch und irreführend noch nett beschrieben. Mangelt es Ihnen an der Kompetenz, Aussagen zu interpretieren? Lernt man so etwas als Journalist nicht irgendwann? Das ist schon so schlecht, meine Deutschlehrering hätte Sie glatt durchfallen lassen. Marschiert stramm in die recht Ecke...da wird einem wirklich schlecht, das grenzt schon an Volksverhetzung. Schämen Sie sich!!!! Und Nein, ich bin kein AFD Mitglied oder Wähler!

  • Oh, oh, Herr Menzel, Se reihen sich ein in die Riege der argumentfreien AfD-Basher. Dabei gilt: Die gesamte korrumpierte veröffentlichte Meinung in diesem Land wird es nicht schaffen, die einzig sinnvoll argumentierende Partei niederzuschreiben. Sie schon garnicht.

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