Was vom Tage bleibt
Viel grünt da nicht mehr

Die Grünen bekommen eine Watsche, Brüssel macht wieder einmal nur die Hälfte. Die Deutsche Bank verdoppelt stattdessen lieber, Vodafone muss zittern und Apple sorgt für Spannung in mobilen Netzen. Der Tagesrückblick.
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Guten Abend liebe Leserinnen und Leser,

Grünes Tal

Die Quittung hat nicht lange auf sich warten lassen: In der neuesten Untersuchung des Meinungsforschungs-Instituts Forsa sind die Grünen unter die Zehn-Prozent-Marke gerutscht. Die Partei-Oberen dürfen sich nicht wundern, dass es so kräftig nach unten geht. Die Grünen betreiben nicht nur eine wirtschaftsfeindliche Politik. Mit ihren Steuerplänen würden sie auch den Mittelstand stark belasten. Das vergrault natürlich auch klassische Grünen-Wähler wie Lehrer oder Beamte. Eines ist damit auf jeden Fall schon klar: Für eine rot-grüne Koalition in Berlin ist der Zug schon abgefahren.

Halbes Roaming-Ende

Die EU-Kommission in Brüssel verkauft es als die große Revolution: das Ende des Roamings im europäischen Mobilfunk. Wer also künftig im europäischen Ausland unterwegs ist und mit seinem Handy telefoniert, der soll nicht mehr als in seinem Heimatland bezahlen müssen. Wer die Unterlagen der EU aber genauer studiert, entdeckt einen gewaltigen Pferdefuß. Das Roaming soll demnach zunächst nur für Telefonate abgeschafft werden. Viel wichtiger wäre es jedoch, wenn das Ende auch sofort für das Daten-Roaming käme, den wahren Kostentreiber. Doch dafür wird wieder eine längere Übergangsfrist eingeräumt. Ganz so mutig sind die Verantwortlichen in Brüssel also doch nicht.

Doppelt hält besser

Die Deutsche Bank wird auch in den nächsten Jahren von einer Doppelspitze geführt. Obwohl Jürgen Fitschen inzwischen 65 Jahre alt ist, wird er seinen Vertrag als Co-Vorstandschef um zwei weitere Jahre verlängern. Eine gute Entscheidung für die Deutsche Bank. Anshu Jain, der andere Chef von Deutschlands größter Bank, kann die Unterstützung durch Fitschen gut gebrauchen. So richtig ist der gebürtige Inder hierzulande noch nicht angekommen. Eine starke helfende Hand in dieser Situation ist deshalb genau das Richtige.

Preistreiber

Vodafone tut sich noch schwer bei seiner geplanten Übernahme von Kabel Deutschland. Erst rund 25 Prozent sind dem britischen Mobilfunkriesen angedient worden, andere Aktionäre von Kabel Deutschland zögern noch mit dem Verkauf ihrer Anteile. Hedgefonds bleiben auf ihren Aktienpaketen sitzen, weil sie einen besseren Preis herausschlagen wollen. Hoffentlich bringen die Fonds nicht den gesamten Deal zu Fall. Denn Deutschland könnte einen großen Kabelnetz- und Mobilfunkbetreiber gut gebrauchen, der die Deutsche Telekom zu mehr Wettbewerb zwingt.

Lade-Probleme

Alle freuen sich über die schönen neuen bunten Apple-Handys. Die nächste Generation des iPhones wird knalliger und – welch großer Vorzug – auch noch ein kleines Stück billiger. Doch Apple sorgt auch für gewaltige Probleme. Kommende Woche wird die nächste Version der neuen Mobilfunk-Software iOS ausgeliefert. Wenn alle Nutzer eines Apple-Handys zeitgleich die neue Software mobil herunterladen, dürften die Netze in die Knie gehen. Also ganz wichtig: Die neue iOS-Software bitte erst zu Hause über das eigene WLAN-Netz herunterladen.

Einen entspannten Abend, am besten vielleicht ohne Mobilfunk-Verbindung wünscht

Stefan Menzel

Stefan Menzel ist beim Handelsblatt der Spezialist für die Automobilbranche.
Stefan Menzel
Handelsblatt / Korrespondent Automobilindustrie

Kommentare zu " Was vom Tage bleibt: Viel grünt da nicht mehr"

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  • Wer braucht noch die Grünen?
    Die sich selbst qäulen wollen?
    Die sich gern alles vorschreiben lassen wollen?
    Die sich gern höhere Steurn abpressen lassen wollen?
    Die gern für 55.000 Flüchtlinge aufkommen möchten?

  • Zum Thema "Nix grün": Die Bundes-Grünen haben es selbst verbockt, Politiker aus den eigenen Reihen, die im bürgerlichen Lager "ankommen", zu vergraulen. Hiermit meine ich ausdrücklich Fritz Kuhn (nun ja, Oberbürgermeister ist auch ganz nett) und Oswald Metzger (ist die CDU wirklich ihre politische Heimat?). Zwei "Grüne", denen ich als "Anti-Grüner" oft genug während ihrer Reden und Vorträge fasziniert zugehört habe. Jaaaa, wären alle in dieser Partei von deren Schlag und nicht so weltfremd wie die grüne Jugendorganisation und die meisten Abgeordneten, jaaa, dann wären die Grünen schon längst eine etablierte Volkspartei. Solange aber "Hammer und Sichel" in dieser Partei die Strömung vorgeben, bleibt es bei "nix grün".

  • "Die Rot-grünen Multikulti-Fantasien sind ein für allemal in der Praxis gescheitert." - In welcher Welt leben Sie? Gerade sind in Hannover 5000 Leute gelandet, aus Syrien. In einem völlig neuen Kulturkreis, Europa mit anderen Sitten, Gebräuchen. Absurde Mischungspolitik. Werden WIR ausgesiedelt, falls in Europa wirklich KRIEG losgehen sollte?? Juncker sprach davon in seiner letzten Neujahrsrede: blicken wir 100 Jahre zurück und in Südeuropa gab es schon größere Störfeuer. Gerade haben in Katalanien die Menschen 800km eine Kette gebildet. Etwas, das die Leute in D nicht mehr schaffen.

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