Was vom Tage bleibt
Vier Stunden sind zu wenig für eine neue Weltordnung

Merkel und Obama sind ratlose Krisendompteure. Russland spielt mit dem Gashahn. Prokon-Gläubiger werden arm. Portugal kann wieder hoffen. Pfizer ist nicht potent genug. Der Tagesbericht.
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Guten Abend liebe Leserinnen und Leser,

Ratlose Krisenmanager

Vier Stunden sind für ein Gespräch zwischen Präsident und Kanzlerin eine ordentliche Zeitspanne. Für die Lösung der Ukraine-Krise ist es aber garantiert nicht genug. Obama und Merkel beraten, was sie tun können. Mehr Hilfe für die Ukraine? Mehr Sanktionen gegen Russland? Von allem etwas? Es sieht so aus, als könnten die beiden beschließen, was sie wollen – die Auseinandersetzung in der Ukraine wird mehr und mehr zum handfesten Krieg. Er ist entstanden, weil Obama, Merkel und einige andere 20 Jahre nicht über die Ukraine geredet haben.

Das Spiel mit dem Gashahn

Russland hat bereits beraten. Die Sanktion gegen Europa sieht so aus, dass die Gaslieferungen bis Ende Mai hier ankommen sollen. Und danach beginnt die Ungewissheit. Gas als Erpressungsmittel. Das wird ein kalter Sommer.

Wer Wind sät

Zwei Drittel weg, ein Drittel noch zu retten – so sieht in etwa die Quote aus, die Gläubiger zu erwarten haben, die einst auf Prokon vertraut haben. Für den Windkraft-Anlagenbetreiber gilt ein biblische Spruch: Wer Wind sät, wird Sturm ernten. In diesem Fall einen Sturm der Entrüstung bei denen, die ihr Geld los sind.

Triumph der Euroretter

Auch wenn die Europaskeptiker die Krise nur zu gern in unvermindert grellen Farben schildern: Portugal hält sich nicht an dieses Szenario. Das Land wird in zwei Wochen den rettenden Schirm verlassen, den die Europäer einst aufgespannt hatten, um es vor der Pleite zu retten. Die Politik der Euroretter hat gewonnen, und die Schwarzmaler können nach Hause gehen. Es hindert sie übrigens niemand, auch am Tag der Europawahl einfach zu Hause zu bleiben.

100 Milliarden sind nicht genug

Pfizer ist ein potenter Konzern, seit die Amerikaner damals Viagra erfunden haben. Astra-Zeneca heißt der britische Konkurrent, den sich Pfizer gerne zulegen würde. 106 Milliarden Dollar sind die Amerikaner zu zahlen. Die Briten lehnen dennoch ab. Wer jetzt den Schluss zieht, dass Potenz nicht alles ist, liegt zumindest bei finanziellen Angelegenheiten richtig.

Ein kraftvolles Wochenende wünscht Ihnen

Oliver Stock

Oliver Stock
Oliver Stock
Handelsblatt / Stellvertretender Chefredakteur

Kommentare zu " Was vom Tage bleibt: Vier Stunden sind zu wenig für eine neue Weltordnung"

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  • Um "selbst unsere Probleme" lösen zu können, müsste die BRD erstmal souverän sein und die noch immer vorhandenen Besatzungstruppen der USA und Englands müssten das Land verlassen haben. Vorher wird das nichts.

  • Wie sich unsere Politiker den Amis anbiedern... widerlich. Schmeisst die Amis raus!!! WIR lösen unser "Problem" mit den Russen selber !!

  • natürlich inakzeptabel. Bleistiefte... die kann man doch radieren ... ? - oder ?

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