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Was vom Tage bleibt: Von legalen Drogen und verbotenem Doping

Es gibt vieles, was den Blick vernebeln kann: Hemmungsloses Schuldenmachen, zu wenig Konkurrenz oder auch zu großer Ehrgeiz. Gut dass es Richter gibt, die ab und zu die Notbremse ziehen. Der Tagesrückblick

Florian Kolf ist stellvertretender Chefredakteur von Handelsblatt Online.
Florian Kolf ist stellvertretender Chefredakteur von Handelsblatt Online.

Wunderschönen guten Abend,

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Lehrbeispiel für Schuldenstaaten

Nach dem Streit ist vor dem Streit - zumindest im Fall Griechenland. Jetzt haben sich die Parteichefs in Athen auf das Sparpaket geeinigt, doch ein Ende der Verhandlungen um Schuldenschnitt und Rettungspaket ist das noch lange nicht. So betonte EZB-Chef Mario Draghi heute, dass noch nicht klar sei, ob und in welcher Form sich die Notenbank an einem Schuldenschnitt beteiligt. Auch die Euro-Finanzminister haben noch nicht das letzte Wort gesprochen über die weiteren Hilfen für Athen. Ein gutes hat der öffentlich ausgetragene Streit aber auf jeden Fall: Jedem müsste jetzt klar sein, wie brandgefährlich das Schuldenmachen ist. Nun müssen die Staaten nur noch lernen, von der Defizit-Droge herunterzukommen.

Richter verhindern Apple-Monopol

Empfindliche Schlappe für Apple: Der US-Konzern scheitert mit seinem Antrag, den Vertrieb des Samsung Galaxy Tab 10.1 N in Deutschland zu verbieten. Es gebe „deutliche Unterschiede“ zwischen dem Samsung Tablet und Apples iPad. Nach dieser Wende im Patentstreit sollten alle Konsumenten aufatmen. Denn wenn es Apple gelungen wäre, auch diese Version des Tablets zu verbieten, wäre es der Konkurrenz kaum noch möglich gewesen, überhaupt ein genehmigungsfähiges Tablet zu konstruieren. Und ein Defacto-Monopol von Apple auf diesem Markt wäre auch für den größten iPad-Fan keine gute Nachricht gewesen. Denn nur durch Wettbewerb werden die Geräte für viele Kunden erst bezahlbar.

Daimler muss Boden gut machen

Auf den ersten Blick sieht das Ergebnis von Daimler blendend aus. Mit neun Milliarden Euro operativen Gewinn kann Daimler für 2011 einen Rekord verbuchen. Der boomende Markt für Pkw und Lkw beschert den Aktionären eine Traumdividende von 2,20. Doch bei näherer Betrachtung zeigen sich Kratzer im Glanz. Denn der Gewinnanstieg wird in diesem Jahr nicht mehr so weitergehen. Und bei der Profitabilität hinkt Daimler den Konkurrenten BMW hinterher. Für die erfolgsverwöhnten Stuttgarter ist das eine neue Rolle: War Daimler bisher immer der Gejagte, muss der Konzern jetzt selber die Aufholjagd starten.

Augenmaß statt Konfrontation

Endlich verdient der Tarifstreit wieder seinen Namen: Nach der IG Metall haben jetzt auch die Gewerkschaften für den öffentlichen Dienst 6,5 Prozent mehr Lohn gefordert. In beiden Branchen werden harte Verhandlungen erwartet. Während bei den Metallern nicht nur um Geld, sondern auch um die Eindämmung der Leiharbeit gerungen wird, liegt beim öffentlichen Dienst die Brisanz in den leeren Kassen der Arbeitgeber. Trotzdem ist nicht zu befürchten, dass es Abschlüsse gibt, die die Konjunktur in Deutschland abwürgen. Denn die Gewerkschaften haben in der Vergangenheit bereits gezeigt, dass sie die Interessen ihrer Mitglieder mit Augenmaß und nicht um jeden Preis vertreten - und damit langfristig mehr erreichen als mit bedingungsloser Konfrontation.

Was fehlt? Fast fünf Jahre nach seinem Karriereende ist jetzt der frühere Radsport-Star Jan Ullrich schuldig gesprochen worden, gegen die Anti-Doping-Regeln verstoßen zu haben. Verwundern kann das niemand mehr. Denn indirekt hat Ullrich das alles schon bestätigt. Denn seit dieser Woche ist er Werbepartner für das Shampoo "Alpecin". Und das wurde schließlich beworben mit dem Slogan "Doping für die Haare".

Ich wünsche Ihnen einen anregenden Feierabend,

Florian Kolf

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