Was vom Tage bleibt

_

Was vom Tage bleibt: Von Teflonpfannen und Teflonsportlern

Lance Armstrong und Thyssen-Krupp-Aufsichtsratschef Gerhard Cromme haben eins gemeinsam: Sie lassen Kritik an sich abperlen. Der britische Regierungschef stellt sich gar nicht erst. Der Tagesrückblick.

Guten Abend,

Anzeige

„Mr-Teflon“ lässt Kritik abperlen

Es gab Stahl-Manager, die mussten sich heute mit der Vergangenheit befassen. Thyssen-Krupp-Aufsichtsratschef Gerhard Cromme wurde auf der Hauptversammlung des Konzerns etwa als „Teflonpfanne“ beschimpft, weil an ihm jede Kritik abperle. Verzweifelt drängten Cromme und Thyssen-Krupp-Chef Heinrich Hiesinger darauf, die Zukunft in den Blick nehmen zu dürfen. Das Kapitel über milliardenschwere Fehlinvestitionen möchten sie vergessen machen.

Zwitschernde Stahlmanager

Zwei andere Stahlmanager zwitscherten dafür heute der Zukunft entgegen. Auf dem Kurznachrichtendienst Twitter diskutierten Voestalpine-Chef Wolfgang Eder und Severstal-Chef Alexey Mordashov. Ihre Erwartung an das Stahlgeschäft: ein schweres erstes Halbjahr, ein besseres zweites aber keine Ahnung, was 2014 passiert. Cromme und Hiesinger könnte es ähnlich gehen.

 

Ein Koloss versprüht Esprit

Verhalten optimistisch schaut auch der große Siemens-Rivale General Electric in die Zukunft. Einen satten Auftragsbestand von 210 Milliarden Dollar meldete der US-Konzern heute und einen Gewinn von vier Milliarden Dollar in den vergangenen drei Monaten. Vor allem die starke Nachfrage von Öl- und Gaskonzernen nach GE-Technik beflügelt das Geschäft. .

Cameron kneift

Es kommt schon mal vor, dass Politiker ein Manuskript einer Rede verteilen und auf dem Podium stattdessen frei von der Leber weg erzählen. In der Regel ist das gedruckte Wort dann für die Journalisten langweilig, die offen gesprochen Worte interessieren dann. Beim britischen Premierminister David Cameron war das heute ganz anders. In Amsterdam wollte er eine teilweise Abkehr seines Landes von den Prinzipien der Europäischen Union ankündigen – doch es wurde nur das Manuskript an einige Journalisten verteilt. Die Worte blieben ungesprochen mit Verweis auf die Geiselkrise in Algerien. Der britische Schmalspur-Europäer wurde aus der Bahn geworfen.

Was vom Tage bleibt Tagesrückblick als E-Mail-Abonnement

Unseren kommentierten Nachrichtenrückblick ab 18.30 Uhr werktäglich in Ihrem Postfach - hier bestellen.

Was vom Tage bleibt: Tagesrückblick als E-Mail-Abonnement

Vom Sattel gefallen 

Mit dem Radsport habe ich abgeschlossen, selbst die Beichte des Lance Armstrong über seine Doping-Vergehen hält nicht, was ich mir versprochen hatte. Geradelt bin ich zwar sowieso nie mit sportlichen Ambitionen. Aber viele Stunden habe ich vor dem Fernseher mit Jan Ullrich und Armstrong mitgefiebert. Die Kraftantritte am Berg haben mich fasziniert und immer hatte ich noch den Funken Hoffnung, dass zumindest einer der Radler tatsächlich diese übermenschlichen Kräfte hatte. Weit gefehlt. Zur Teflonpfanne gesellt sich ein Teflonsportler.

 

„Ski und Rodel gut“ und ein schönes Wochenende wünscht

Ihr

Martin Dowideit

Der Autor auf Twitter: @MDowideit

  • Kommentare
Kommentar: Rote Karte mit Risiko

Rote Karte mit Risiko

Die EU wehrt sich gegen Chinas Exporteure und erhebt Schutzzölle auf Solarmodule. Diese Politik der klaren Kante ist überfällig – selbst wenn Vergeltung aus Peking wohl nicht lange auf sich warten lassen wird.

Hartz-IV-Aufstocker: Falsche Hiobsbotschaften

Falsche Hiobsbotschaften

Die Agenda 2010 ist nicht unsozial. Im Gegenteil: Den nun wieder als Ungerechtigkeit gescholtenen 323.000 „Aufstocker-Stellen“ steht ein beinahe Hundertfaches an neuen sozialversicherungspflichtigen Stellen gegenüber.

  • Kolumnen
Kolumne „Off Screen“: Bei Facebook fällt die Geburtstagsfeier aus

Bei Facebook fällt die Geburtstagsfeier aus

Beim Besuch des Firmen-Campus ist von Optimismus keine Spur. Ein Jahr nach dem Börsengang sucht Facebook nach einem Wachstumsmodell. Die Investoren wenden sich vom einstigen Star des Silicon Valley tief enttäuscht ab.

Dutschke spricht: Was für eine Verschwendung

Was für eine Verschwendung

Berlin will zwei Standorte der Landesbibliothek zusammenführen. Klingt sinnvoll. Doch die Kosten-Prognose erinnert an andere Großprojekte, die viel zu teuer ausfallen. Die Standortwahl setzt noch eins drauf.

Handelsblog Bringt die Bürokraten in Erklärungsnot!

Die Regierung feiert sich. Mal wieder. Das Bundeskabinett hat den Bericht des Normenkontrollrates verabschiedet. Klingt abstrakt? Hat aber ganz praktische Bedeutung, denn es geht dabei um den von allen geforderten Abbau von Bürokratie. Die... Von Florian Kolf. Mehr…

  • Gastbeiträge
Gastkommentar: Britische Europaskepsis hilft schottischen Separatisten

Britische Europaskepsis hilft schottischen Separatisten

Je stärker das europaskeptische Lager im Vereinigten Königreich wird, desto wahrscheinlicher wird eine Abspaltung Schottlands. Um separatistische Bestrebungen einzudämmen, sollte sich die EU um die Briten bemühen.

Angelina Jolie und die Folgen: „Eine barbarische Operation“

„Eine barbarische Operation“

„Ich kann Angelinas Angst gut verstehen, auch mir haben sie eine Brust amputiert.“ Über ihren Umgang mit dem Thema Brustkrebs und ihr Leben nach der Operation berichtet die New Yorker Künstlerin Matuschka.

Gastkommentar: Die Reformen im Euro-Raum wirken

Die Reformen im Euro-Raum wirken

Statt zusammen gegen die Krise vorzugehen, findet zwischen Europas Staaten inzwischen ein reger Schlagabtausch statt. Dabei kommen die Krisenländer in Sachen Reformen sogar gut voran. Anerkannt wird das zu wenig.

  • Presseschau
Presseschau: „Spaniens Tage sind gezählt“

„Spaniens Tage sind gezählt“

Die Verstaatlichung der spanischen Großsparkasse Bankia ist nach Medieneinschätzung nur ein Tropfen auf dem heißen Stein. Die entscheidende Frage sei, wie Spanien die Rettungsmaßnahmen bezahlen wolle. Die Presseschau.