Was vom Tage bleibt
Von Zürich lernen heißt gewinnen lernen

Die Credit Suisse geht ein Thema an, das die Deutsche Bank scheut. Steinbrück klagt an. Und Apple wird zur Modemarke. Das sollten Sie von diesem Tag behalten.
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Guten Abend liebe Leserinnen und Leser,

Hüpfer
Die Credit Suisse bekommt mit Tidjane Thiam einen neuen Chef, der von der Elfenbeinküste kommt, einen exzellenten Job bei dem britischen Versicherer Prudential gemacht hat und am Markt heute, als der Wechsel bekannt wurde, mit Vorschusslorbeeren in Form eines Aktien-Luftsprungs gefeiert wurde: Acht Prozent ging es zeitweise nach oben. In den Frankfurter Zwillingstürmen der Deutschen Bank hat das jeder notiert. Manch einer hat sich gefragt, ob hierzulande ein neuer Schwung in der Führung auch so einen Hüpfer auslösen könnte.

Steinbrück gegen den Rest der Welt
Peer Steinbrück hat seine Abrechnung mit dem Wahlkampf seiner Partei und mit der Wirtschaft geschrieben. Sein Buch, das sich streckenweise wie das Plädoyer des Anklägers in Sachen Steinbrück gegen den Rest der Welt liest, wird bei manchen Genossen in der hintersten Ecke landen. Gleich unter Clement und neben Schröder.

Einfach anders
Apple inszeniert sich als Modemarke und macht eine Uhr. In der Goldausführung kostet sie schlappe 11.000 Euro und spielt damit in der Schweizer Liga. Doch während die Schweizer Modelle einmal aufgezogen mindestens 48 Stunden selbständig vor sich hin surren, ist bei Apple nach 18 Stunden der Akku leer und überhaupt funktioniert der Zeitmesser nur, wenn sein Träger auch ein iPhone in der Hosentasche hat. Manchmal sind neue Erfindungen nicht einfach besser, sondern nur anders. Apple wird das nicht abschrecken, sondern anspornen.

Morgen ein König
Morgen legt Eon seine Zahlen vor und wahrscheinlich gibt es einen dicken Verlust, die Energiewende hinterlässt ihre Spuren. Anleger durchschreiten ein Tal der Tränen. Jedenfalls die alten. Neue sollten hingucken. Sie wissen: Die Zukurzgekommenen von heute sind die Könige von morgen.

Fahrlässiger Wahlkampf
47 republikanische Abgeordnete aus Washington haben an die Hardliner in Teheran einen Brief geschrieben und darin gewarnt, dass das Atomabkommen, das der US-Präsident mit Teheran ausgehandelt hat, jederzeit gekippt werden könnte. Das Destruktive an diesem Brief ist nicht, dass der Kongress an Obama vorbei Außenpolitik macht. Das wahre Ärgernis liegt darin, dass es um Israel und seine Sicherheit geht. Wer mit diesem Thema Wahlkampf betreibt, handelt fahrlässig.

Einen ganz unfahrlässigen Abend wünscht Ihnen

Oliver Stock

Oliver Stock
Oliver Stock
Handelsblatt / Stellvertretender Chefredakteur

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