Was vom Tage bleibt
Warten auf Montag

Die Griechenland-Krise nähert sich dem Finale, Montag könnte es soweit sein. In Dänemark gewinnt die Rechte, Banken sperren Fifa-Konten und Russland droht dem Westen wegen der Hilfen für Yukos-Eigner. Der Tagesrückblick.
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Guten Abend liebe Leserinnen und Leser,

Bald ohne Geld?

Die Unruhe in Griechenland steigt von Tag zu Tag. Am Freitag sind es die Banken gewesen, die für das größte Aufsehen gesorgt haben. Wie lange gibt es noch Bargeld? Wann sind die Geldautomaten leer? Diese Fragen dürften die griechische Bevölkerung jetzt am stärksten beschäftigen. Deshalb wird es jetzt wirklich Zeit, dass die Verhandlungen zwischen der Regierung in Athen und den ausländischen Geldgebern zu Ende gehen. Die Hängepartie kann so nicht weitergehen, das Katz-und-Maus-Spiel der vergangenen Monate ist niemandem mehr zuzumuten. Es reicht.

Alles am Montag

Am Montag dürfte es zum Showdown kommen. Der kurzfristig anberaumte Krisengipfel der europäischen Staats- und Regierungschefs sollte die so lange erwartete Entscheidung bringen. Neues Hilfspaket und Einigung? Oder kommt doch der Grexit? Zuletzt gab es doch wieder vorsichtige Anzeichen einer Annäherung. Vielleicht ist die Entscheidung sowieso schon gefallen. Dass nämlich Griechenland unbedingt im Euro und in der EU gehalten werden soll. Und zwar nicht aus wirtschaftlichen, sondern allein aus politischen und militärisch-strategischen Überlegungen. Die neue Rivalität mit Moskau, die Probleme mit der Türkei und das Chaos im Nahen Osten – niemand will Griechenland als Teil des Westens und als Nato-Mitglied verlieren.

Nach rechts

In Dänemark haben die Rechtspopulisten die Parlamentswahlen gewonnen – obwohl doch unsere nördlichen Nachbarn noch ihre eigene Krone besitzen und überhaupt nicht Mitglied der Euro-Zone sind. Dass die Europa-Skeptiker trotzdem künftig in Kopenhagen regieren werden, ist ein erschütterndes Ergebnis für die EU. Irgendetwas ist faul, und nicht nur im Staate Dänemark. Brüssel muss aufwachen, muss Europa erklären und den Menschen näher bringen. Wenn nicht, werden die Rechten bald auch in anderen europäischen Hauptstädten regieren.

Mit Verspätung

Die Schweizer sind nicht unbedingt die Schnellsten. Vor ziemlich genau vier Wochen ist der große Fifa-Bestechungsskandal bekannt geworden. Natürlich geht es dabei immer um das große Geld, also müssen auch Banken eine entscheidende Rolle bei der ganzen Sache gespielt haben. Doch erst jetzt reagieren große Schweizer Geldhäuser darauf mit Konten- und Kreditkartensperrungen. Hätte das nicht ein wenig schneller von statten gehen können? Mit Sicherheit.

Neue Runde

Die wirtschaftliche Auseinandersetzung zwischen dem Westen und Russland bekommt eine ganze neue Komponente. Ehemalige Anteilseigner des verstaatlichten russischen Energiekonzerns Yukos haben vor dem Internationalen Schiedsgericht in Den Haag ihren Entschädigungsanspruch durchgesetzt. Also werden jetzt russische Vermögenswerte wie etwa in Belgien juristisch eingefroren. Aus westlicher Sicht ein völlig normales Vorgehen. Aus Moskau hingegen war schon nach kurzer Zeit der Aufschrei zu hören, schnell wurde mit Gegenmaßnahmen gedroht. Yukos gehörte früher dem Kreml-Gegner Michail Chodorkowski. Dass westliche Gerichte jetzt ausgerechnet ihn unterstützen, ist aus russischer Sicht natürlich ein ungeheuerlicher Frevel. Aber das ist leider nichts Neues: Die Regierung von Präsident Putin hat schon länger Probleme mit Recht und Gesetz.

Genießen Sie das bevorstehende Wochenende, auch wenn die Wettervorhersage nicht unbedingt die beste ist. Es grüßt Sie herzlich

Stefan Menzel

Stefan Menzel ist beim Handelsblatt der Spezialist für die Automobilbranche.
Stefan Menzel
Handelsblatt / Korrespondent Automobilindustrie

Kommentare zu " Was vom Tage bleibt: Warten auf Montag"

Alle Kommentare

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  • Brüssel muss aufwachen, muss Europa erklären...

    Es bedarf keiner Erklärungen. Es reicht völlig, die Augen aufzumachen und dem unwürdigen langjährigen Schauspiel zuzusehen. Wer sich hier nicht angewidert abwendet...

  • Griechenland ist Systemrelevant und bleibt im Euro ,da kann eher Portugal oder Irland aussteigen.

    Einen Grexit würde einen Merkxit folgen.
    mit Anhang.

    Europa selber geht in Korrosion , zwar kauft die EZB monatlich für 60 Milliarden Euro Leichen auf und wird zum größten Beerdigungsinstitut Europa , aber
    nobel geht die Welt zu grunde . Dafür nimmt die Armut und Kriminalität in Europa massiv zu. Die Flüchtlingssituation bringt Deutschland an den Rand des Möglichen . Am Ende machen alle Staaten um uns herum die Grenzen zu, um
    einer einer Ansteckung eines inneren Konfliktes zu entgehen, der in Deutschland tobt. Sollte es ein Weltwirtschaftskrise geben und die Wirtschaft bricht massiv ein, dann müssen alle Steuern in D für den Sozialen Frieden ausgegeben werden.

    Daher wird schon fleissig rechts gewählt in anderen Staaten, die Angst vor Deutschland und der Deutschen EU geht um. Eine Merkel ohne Volk aber die Taschen noch voll Steuern
    ist gefährlicher als ein paar Panzer. Das Deutsche Volk aber, versteht keiner mehr . Wie auch ohne politisches Wissen , genau wie viele Abgeordnete , die bei Fragen zum Fiskalpakt etc nur schlucken. Keine Ahnung was das ist.


  • "werden die Rechten bald auch in anderen europäischen Hauptstädten regieren."
    Das würde den Menschen gut bekommen, die linke Plebs hat hier schon viel zuviel Schaden angerichtet!

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