Was vom Tage bleibt
Warum es intelligent ist, nicht zu sparen

Die Commerzbank macht Sparer zu Trotteln. London hat kein Glück mit Gehaltsexzessen. In Thüringen muss ein Schatz vergraben sein. Und Thyssen-Krupp macht Fortschritte. Lesen Sie hier die Themen dieses Tages.
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Guten Abend liebe Leserinnen und Leser,

Der bestrafte Sparer

Wenn Sie sich künftig bei Ihrer Bank Geld leihen wollen, sollten Sie immer fragen, wieviel Ihre Bank bereit ist draufzulegen, wenn sie, sagen wir, eine halbe Million von ihr haben wollen. Denn umgekehrt halten es immer mehr Institute – und demnächst auch die Commerzbank – ebenso: Wer nur genügend Geld bei ihnen spart, wird mit Negativzinsen nicht unter ein paar Prozentpünktchen bestraft. Früher haben uns die Banken angehalten, intelligent zu sparen. Heute heißt ihr Credo, dass es intelligenter ist, nicht zu sparen.

Das Gehalt bestimmt Brüssel

Großbritannien und die EU – das ist kein glückliches Paar. Heute hat ein Gutachter des Europäischen Gerichtshofs vorgeschlagen, die Klage Londons gegen die von der EU erlassene Begrenzung der Bankerboni zurückzuweisen. In der City ist man „not amused“ über Obergrenzen, wie sie die EU vorsieht. Und dass Brüssel sich in Gehaltsverhandlungen einmischt, ist ja tatsächlich keine gute Idee. Angesichts der Exzesse in der Branche war sie allerdings aus schierer Not geboren.

Middelhoff bleibt drinnen

Thomas Middelhoff bleibt im Gefängnis: Das Essener Landgericht hat es heute wieder abgelehnt, den Haftbefehl auszusetzen. Es ist übrigens ein Gerücht, dass Middelhoff seine Zelle mit dem Kunstberater Helge Achenbach teilt. Schade. Denn geschmacklich hätten beide das Zeug dazu, ihren Aufenthaltsort positiv zu verändern.

Thyssen-Krupp erholt sich

Thyssen-Krupp schreibt nach Jahren der Krise erstmals wieder schwarze Zahlen. Dazu beigetragen haben die Mitarbeiter, die, die die Arbeit machen. Und die, die inzwischen zu Hause bleiben.

Die Wohltäter kommen

Mit einem 105 Seiten langen Koalitionsvertrag haben Linke, SPD und Grüne ihr Programm für die Regierung in Thüringen abgesteckt. Darin ist ein Beschäftigungsprogramm geplant und zum Beispiel auch ein beitragsfreies Kita-Jahr. Alles natürlich ohne neue Schulden. Falls demnächst verschollene Kunstschätze in Erfurt auftauchen – wundern Sie sich nicht: Ich gehe davon aus, dass das Thüringer Spitzenpersonal das Bernsteinzimmer gefunden haben muss.

Vielleicht finden Sie heute auch noch Ihren Schatz, wünscht Ihnen

Oliver Stock

Oliver Stock
Oliver Stock
Handelsblatt / Stellvertretender Chefredakteur

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