Was vom Tage bleibt
Warum Gelddrucken Teufelszeug ist

Diese Themen müssen Sie kennen: Mario Draghi ist drauf und dran, Europa mit seiner Droge überzuversorgen. Wer jetzt Gold kauft, hat alles, aber keinen Mut. Und: Charlie Hebdo kann wieder liefern.
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Guten Abend liebe Leserinnen und Leser,

Draghis Droge

Morgen Kinder wird's was geben. Morgen werden sich die Anleger freuen, weil Mario Draghi nach allem, was wir so hören, 600 Milliarden Euro für ein Staatsanleihen-Kaufprogramm freigibt. Das fröhliche Gelddrucken hält die Zinsen niedrig, den Euro schwach, die Konjunktur am Köcheln und die Banken am Leben. Das teuflische Gelddrucken belastet Sparer, macht Altersvorsorge witzlos, verhindert Reformen im Euroraum und fördert Preisblasen. Es ist wie eine Droge: Wenn wir ohne sie nicht mehr leben können, sind wir mit ihr bereits krank.

Gold ist etwas für Ängstliche

Und da glänzt es wieder etwas heller: das Gold. Die Feinunze kostet inzwischen so viel wie vor einem halben Jahr. Das ist kein Hype, aber immerhin ein Aufwärtstrend. Gold ist die Währung der Ängstlichen. Vieleicht sind sie die Krisengewinner. Krisenlöser sind Goldanleger aber sicher nicht.

Aus der Psyche eines Attentäters

Heute wird in Leipzig unter dem Namen Legida das nachgeholt, was am Montag unter dem Namen Pegida in Dresden nicht stattfinden durfte: eine Demonstration. Die Absage in Dresden hatte Innenminister Thomas de Maizière mit der Sorge vor einem Attentat begründet. Heute ist diese Sorge offenbar unbegründet. Ich frage mich: So ein Attentäter – denkt der: „Och auf Leipzig hab ich keinen Bock.“ Oder: „Attentate mache ich grundsätzlich nur montags.“ Oder hat er heute seinen freien Abend? Oder war am Ende die Begründung für die Absage doch eher fadenscheinig?

Davos in der Aufwärmphase

Der Co-Chef der Deutschen Bank, Anshu Jain, hat heute eine Diskussion beim Treffen der Wichtigen in Davos geführt und dabei das Geschäftsmodell der Universalbanken gelobt, wie die Deutsche Bank eine ist. Wenn da oben in dem Wintersportstädtchen die nächsten drei Tage weiter Altbekanntes neu aufgewärmt wird, werden die Daheimgebliebenen sich nie für dieses Treffen erwärmen können.

Charlie, die Letzte

Vorhin kam sie mit der Post, die Charlie-Hebdo-Ausgabe, die mein Kollege Thomas Hanke in Paris für mich gekauft hat. „Journal irresponsable“ nennt sich das Magazin. Das unverantwortliche oder das unzurechnungsfähige Magazin, sagt die Übersetzungshilfe zu dieser Vokabel. Ihre Unverantwortlichkeit hat sich in unsere Herzen gebrannt.

Einen herzlichen guten Abend wünscht Ihnen

Oliver Stock

Oliver Stock
Oliver Stock
Handelsblatt / Stellvertretender Chefredakteur

Kommentare zu " Was vom Tage bleibt: Warum Gelddrucken Teufelszeug ist"

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  • Och Herr Stock, lassen Sie meine Goldkäufe mal meine Sorge sein. Wenn Sie lieber bedrucktes Klopapier (= Euroscheine) horten wollen, lasse ich das auch Ihre Sorge sein. Hätten meine Großeltern in Kriegszeiten statt Reichsmark Gold gehabt, hätten sie 1949 nicht alles verloren. Ich halte den Euro für mausetot und daher muß man wenigstens ein bißchen vorbauen. Ich bin auf Ihren "Was-vom-Tage-bleibt"-Kommentar gespannt, wenn der Euro plötzlich nur noch da und dort so heißt... Überdies kann ich das edle Metall ja jederzeit wieder verkaufen - wenn es denn wieder eine Währung gibt, die erstens diesen Namen auch verdient und die zweitens so hart ist, daß man gar kein Gold braucht. Am besten wäre es, wenn es ein Währung auf Goldstandard wäre - der könnte man vertrauen. Aber doch nicht dieser Kunstwährung Euro - ich bitte Sie.

  • Sicherlich sind Edelmetallanleger keine Kriesenlöser, aber Schulden mit Schulden zu bekämpfen ohne systematische Fehler zu beseitigen wirds auch nicht sein.

    Offen gesagt kenne ich DIE Lösung auch nicht, ich weiß aber wie ich mein Erspartes und meine Kaufkraft sichern kann. Und zwar genau so wie es seit hunderten, wenn nicht tausenden Jahren funtioniert hat ...

    Ich habe keinen Einfluss auf die Finanzpolitik der Notenbank oder auf die Finanzpolitik auf Bundesebene, Volksabstimmungen möchte die Führungsriege ja offenbar nicht.

    So zieht der Michel eben Konsequenzen aus Begebenheiten auf die er selbst keinen Einfluss hat.

    Die leitzinspolitik sagt ja so gesehen alles aus, Japan währe z.B sofort pleite bei 4% Zinsen. Wenn dann der Schuldenschnitt kommt ob bei Japan oder einem anderen überschuldeten Staat werden Papier Anleger mal richtig durchgeschüttelt, ich möchte nicht dabei sein.

  • Europa und die deutsche Situation des Euros!

    Ich als Bürger dieses Landes habe viele Erfahrungen mit anderen europäischen Länder kennengelernt.

    Monetär und finanziell ist das Land Deutschland eines der
    reichsten Länder Europas laut Angabe der Regierung dieses Landes. Ja es ist sogar in der Lage die komplette finanzielle Lage des europäischen Auslandes mit dem Euro zu stützen und finanziell zu versorgen.
    Leider hat sich jetzt ein finanzielles Problem hervorgetan, indem der "Schweizer Franken" gegenüber des Euros eine Abwertung erfahren hat.

    Was ist jetzt in dieser Situation als handelsfähige Nation Deutschlands und als führendes monetäres Land als Maßnahmen zu kreieren?

    Deutschland hat ein innerpolitisches Problem, dass es jetzt mit vielen politischen Problemen der Integration konfiguriert ist.
    Diese Probleme werden aus der Regierung nicht behandelt, weil es solche starken Probleme in Deutschland nach 1945 nicht gegeben hat.
    Ich hoffe auf eine weitere Demokratie in Deutschland und die politischen Parteien sollten zu einen Kurs des Bürgers zurückkehren.

    Ein Land in Demokratie und Toleranz lebt ein Demokratie, die ich aber jetzt in Deutschland in Vergessenheit gerät und dieses Land schädigen wird.

    In Hinsicht auf eine wirtschaftliche Führung dieses Landes in Europa und zur Stabilität des Euros hat Deutschland meinerseits versagt.
    Der Bürger dieses Landes wird die Schulden übernehmen müssen und jeder einzelne Euro an Bürgschaften, Anleihen und Krediten wird dieses Land in der weiteren Zukunft tragen müssen.

    Wenn ich jetzt die Geschichte beschreiben darf, dass ist ein Pulverfass Deutschland für die Zukunft dieses Landes.

    Ich rufe deshalb die Demokratie dieses Landes auf und für eine eindeutige Erklärung der Regierung dieses Landes an die Bürger dieses Landes.

    Gruß

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