Was vom Tage bleibt: Warum Griechen nichts für Weltmärkte liefern

Was vom Tage bleibt
Warum Griechen nichts für Weltmärkte liefern

Das sollten Sie heute lesen: In Griechenland fehlt nach dem Geld auch das Knowhow. Merkel schafft 20.000 Kilometer in fünf Tagen. Hacker ziehen gegen den IS ins Feld. Und Erdogan erfindet sich neu auf Twitter.
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Guten Abend liebe Leserinnen und Leser,

Kompetenzbolzen? Fehlanzeige

Morgen läuft die Frist aus, bis zu der die EZB griechische Staatsanleihen noch als Sicherheit für Kredite akzeptiert. Im Rückblick, so schreibt der Soziologe Gunnar Heinsohn für das Handelsblatt, wird das eine rosige Zeit gewesen sein. Er rechnet vor, was auf Griechenland in 15 Jahren zukommt: Wegen Auswanderung und Geburtenarmut liegt dann das Durchschnittsalter der Griechen bei knapp 50 Jahren. Das erste Hilfspaket ist erst zur Hälfte zurückgezahlt. Ganz vorne wird das Land nach jetzigem Stand nur in Sachen Fremdenfeindlichkeit liegen. Und was völlig fehlt, sind Innovationen. Heinsohn stellt lakonisch fest: „Es gibt zwischen Thessaloniki und dem kretischen Chania schlichtweg keine Kompetenzbolzen, die in der elterlichen Garage chinesische Mobiltelefone demontieren, um sie beim Kopieren noch zu verbessern und zu unschlagbaren Preisen auf die Weltmärkte zu werfen.“

Die Friedensretterin

Frau Merkel reist 20.000 Kilometer in fünf Tagen von Moskau nach München, von München nach Washington, von Washington nach Ottawa und von da aus nach Minsk, um den Frieden in Europa zu retten, derweilen sich das ukrainische Militär und die prorussischen Rebellen eine Schlacht um die Ostukraine liefern. Die Friedensretterin denkt dabei nicht zuletzt an die Innenpolitik. Hier steht mit Außenminister Steinmeier einer bereit, der auch erfolgreich seine Lorbeeren auf dem Feld der Diplomatie erntet und möglicherweise der Gegner bei der nächsten Bundestagswahl sein könnte. Jeder Fortschritt, den Merkel für die Ukraine erzielt, ist auch einer, der ihr in Berlin Rückenwind verleiht.

Robin Hood mit der Maus

Die Hackergruppe Anonymous, zu der sich jeder zählen kann, der sich zugehörig fühlt, zieht nach eigener Darstellung gegen den Islamischen Staat in den Kampf. Unbekannte, die sich zu dem Hackerkollektiv bekennen, haben jedenfalls nach eigenen Angaben zahlreiche E-Mail-Adressen, Websites, sowie Twitter- und Facebook-Nutzerkonten der Terrormiliz attackiert und gelöscht. Unsere Stichproben ergaben, dass tatsächlich IS-Internet-Seiten nicht mehr erreichbar sind. Die Hacker stärken damit ihr Robin-Hood-Image. Ihre Waffen sind nicht Pfeil und Bogen, sondern Maus und Server.

Der Anti-Twitterer gibt auf

Ein ganz bisschen Anonymous ist auch Recep Tayyip Erdoğan. Der türkische Präsident twittert nämlich seit heute. „Reißt euch zusammen und widersteht dem Gift“, lautet seine erste Nachricht. Als Anti-Raucher-Sheriff war Erdogan schon bekannt. Den Stern als Anti-Twitter-Sheriff hat er aber jetzt abgelegt.

Gabriel im Weltraum

Am Mittwoch schickt Europas Weltraumagentur Esa ihr neuestes Hightech-Produkt ins All. Der Weltraumflieger soll beweisen, dass er robust genug ist für den Wiedereintritt in die Erdatmosphäre. Schleierhaft ist, warum die Esa dem Himmelsstürmer nur die fantasielose Bezeichnung IXV als Namen verpasst hat. Sie hätte ihn zum Beispiel auch „Gabriel“ nennen können. Der robuste Vizekanzler probt auch gerade den Wiedereintritt in die hohe Politik, nachdem er sich in den Niederungen von Pegida verirrt hatte.

Einen robusten Abend wünscht Ihnen

Oliver Stock

Oliver Stock
Oliver Stock
Handelsblatt / Stellvertretender Chefredakteur

Kommentare zu " Was vom Tage bleibt: Warum Griechen nichts für Weltmärkte liefern"

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  • Da gibt es nur eins von Politik-Seite, abnicken und von, ist alles auf einem guten Weg, murmeln. Diese Drecksäcke aus Politik kümmern sich lieber um Dosenpfand und sich selbst, als Problemlösungen anzugehen und diese Verwerfungen im Keim zu ersticken. Es sind immer die gleichen Problemstellungen und die Polit-Darsteller versuchen lieber die Nebensächlichkeiten zu "erledigen" und vorzugsweise auf Tauchstation zu gehen. Dummheit kann es nicht sein, eher die Angst von bestimmenden Zeitgenossen was auf die Mütze zu bekommen oder, noch schlimmer, einfach nur abgesägt zu werden und nie wieder auf die Beine hoch zu kommen. Wenn die BRD-Bevölkerung nicht so dämlich wäre, kämen die verantwortlichen und nichthandelnden Volkszertreter nie wieder auf einen Grünen Zweig. Jeder einzelne Bürger dieser BR würde es besser machen können, aber man lässt sie nicht.

  • Was wollen die in Deutschland ? Warum bauen die jungen Männer ihre Heimat nicht auf und lassen diese im Stich ?

    "... 77 Prozent der Asylbewerber zwischen 18 und 25 Jahren Männer ..."

    http://jungefreiheit.de/politik/deutschland/2015/immer-mehr-maennliche-asylbewerber/

  • UNGLAUBLICH ! Hass auf Deutsche.

    "...Täter sind 14 und 15 Jahre alt - 10. Februar 2015
    München: Schwangere überfallen und zusammengeschlagen
    In München ist es zu einem brutalen Übergriff auf eine 37jährige schwangere Frau gekommen. Sie wurde von zwei 14 und 15 Jahre alten Tätern „von hinten niedergeschlagen und am Boden liegend getreten“, teilte die Polizei mit. Daß die Täter, wie die Bild-Zeitung berichtet, „Schüler mit Migrationshintergrund“ seien, wollte die Polizei auf Anfrage der JF weder bestätigen noch dementieren. ...

    http://jungefreiheit.de/politik/deutschland/2015/muenchen-schwangere-ueberfallen-und-zusammengeschlagen/

    Warum steht das nirgends in der Presse in Deutschland ? Schämt euch !

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