Was vom Tage bleibt
Warum IM Kuschel Joachim Gauck lobt

Der Bundespräsident hat erstaunliche Fans. Die Lokführer mögen unter anderem David Hasselhoff nicht. Eine Bank torpediert eine deutsche Kerntugend. Was der Tag so brachte, lesen Sie hier.
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Guten Abend liebe Leserinnen und Leser,

IM Kuschels Einsichten

Joachim Gauck vertraut den Linken nicht und hat das auch so gesagt – und jetzt ist der Teufel los. Die ganze Republik diskutiert, ob er sagen durfte, was er gesagt hat. Wir haben dazu einen befragt, von dem wir dachten, dass er Gaucks größter Kritiker sei: den früheren Stasi-Mann Frank Kuschel, Deckname „Fritz Kaiser“. Der sagt nun: „Verdrängung ist schon immer eine deutsche Strategie gewesen. Gauck macht es anders.“ Es gibt jetzt zwei Möglichkeiten: Entweder hat IM Kuschel eine ganz besondere Strategie der Zersetzung drauf – oder er hat wirklich gelernt.

120 Prozent Außenpolitik

Was Gauck nicht ist, droht Obama zu werden: eine lahme Ente. Dienstag sind Senatswahlen und Obama könnte seine demokratische Mehrheit dort verlieren. Innenpolitisch hat er dann soviel zu melden wie ein abgeschriebener Liebhaber. Doch Vorsicht: Der enttäuschte Liebhaber wäre gezwungen, sich fortan auf die Außenpolitik zu stürzen. Und da gäbe es ja genug zu erobern.

Schleuderstuhl Airline-Manager

Piloten sitzen manchmal auf Schleuderstühlen, ihre Manager auch: Air Berlin-Chef Wolfgang Prock-Schauer fliegt jedenfalls nach nur zwei Jahren vom Chefsessel. Die Fluggesellschaft hat es auch mit ihm an der Spitze nicht geschafft, Geld zu verdienen. Da konnten selbst die Streiks bei der Konkurrenz nicht helfen.

David Hasselhoff und die Lokführer

Anderswo gehen die Streiks weiter. Die Lokführer sehen sich durch das Verhalten der Bahn im Tarifstreit jedenfalls provoziert. Es ist nicht schwer, diese Berufsgruppe zu provozieren. Als ich neulich in einem Kommentar, Lokführer als durchaus angemessen bezahlt bezeichnete, ergoss sich ein Kübel voll Beschimpfungen übers Handelsblatt. Kostprobe? „Das ist ja wohl die größte Frechheit seit David Hasselhoff, die Ihre Witzfigur 'Chefredakteur' da über Lokführer abgelassen hat. Ich meine, von einem Wurstblatt wie der FAZ, wo sowieso nur Schülerreporter sitzen, ist man ja so viel unqualifiziertes Gequatsche schon gewohnt, aber dass sowas auch von Ihnen kommt, erschüttert mich doch sehr.“ Was Hasselhoff wohl in solchen Fällen wie dem Bahnstreik sagen würde? Wahrscheinlich das: „Where is my fuckin' Scotch?“

Torpedo gegen eine deutsche Tugend

So sieht ein Alptraum aus: Wer sein Geld bei der Bank anlegt, muss dafür zahlen. Genau diese Befürchtung wird Realität. Die Deutsche Skatbank konfrontiert als erste deutsche Bank ihre vermögenden Kunden mit sogenannten negativen Zinsen bei Tagesgeldern. Das Beispiel könnte Schule machen und eine deutsche Tugend torpedieren: das Sparen. Wer darüber unglücklich ist, dem sei versichert: Das Gegengift ist einfach zu bekommen. Es heißt: Geldausgeben.

Einen teuren Abend wünscht Ihnen

Oliver Stock

Oliver Stock
Oliver Stock
Handelsblatt / Stellvertretender Chefredakteur

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