Was vom Tage bleibt
Warum wir das Gespenst der Deflation nicht fürchten

Mal ehrlich: Keine Inflation, ist uns doch lieber als zu viel. Obama schlittert in einen Krieg. In Spanien gibt es erbliche CEO-Posten. Und Deutschland trauert um Joachim Fuchsberger. Was heute passiert ist.
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Liebe Leserinnen und Leser,

Wir fürchten uns nicht

0,8 Prozent Inflation. So ziemlich jeder Deutsche, dem wir diesen heute ermittelten Wert unter diese Nase reiben, jubelt zweimal. Juchhu – mein Geld ist auch morgen noch genauso viel wert wie heute. Und Juchhu: Wenn es schon keine Zinsen mehr gibt, dann frisst uns die Inflation wenigstens nicht so schnell alles weg. Nur die Ökonomen haben Sorgen, dass das Gespenst der Deflation auftaucht. Aber Sorgen sind wie Gespenster: Wer nicht an sie glaubt, dem tun sie nichts.

Obamas Rutschpartie

475 zusätzliche US-Soldaten, die nicht als Kämpfer, sondern nur als Berater gegen die IS-Miliz ins Feld geführt werden – so sieht die Antwort eines Friedensnobelpreisträgers auf das aus, was sich da in Syrien und im Irak gegen den Rest der Welt zusammenbraut. US-Präsident Barack Obama schlittert mehr in einen Krieg, als dass er in ihn zieht.

Santanders Thronfolgerin

Spanien hat nicht nur eine Erbfolge an der Spitze seines Landes, sondern auch an der Spitze der größten Bank: Bei Santander ist Ana Botin in die Fußstapfen ihres Vaters Emilio getreten, der ein paar Stunden zuvor einem Herzinfarkt erlegen war. Er kenne sie als hervorragende Bankerin, sagt ein ehemaliger Weggefährte namens Josef Ackermann über Ana Botin. Womit der ehemalige Deutsche-Bank-Chef durchblicken lässt, dass er die Monarchie zumindest im Bankwesen für eine respektable Sache hält.

Aus Versehen tot

Oscar Pistorius ist vieles, aber ein Mörder ist er nicht, stellte seine Richterin beim Urteilsspruch in Pretoria fest. Fragt sich, wer am Ende gefährlicher ist: Ein Mörder, der sich sein Opfer gezielt aussucht, oder ein ängstlicher Waffenbesitzer, dem ohne nähere Prüfung ein paar Schüsse in die Toilettentür entgleiten, hinter der seine Freundin kauert.

Ruhe sanft, „Blacky“

Joachim Fuchsberger ist tot und ich erinnere mich an Erich-Kästner-Filme und Edgar-Wallace-Klamotten, die ich bei den Großeltern auf dem Schwarz-Weiß-Fernseher schauen durfte. Schon damals hatte „Blacky“ schlohweißes Haar und sah vertrauenswürdig gut aus. „Ich nenne es Glück in schwierige Situationen zu kommen, weil sie einen verwandeln“, hat er mal gesagt. Heute hat er sich aus dieser Welt fort verwandelt.

Einen friedlichen Abend wünscht Ihnen

Oliver Stock

Oliver Stock
Oliver Stock
Handelsblatt / Stellvertretender Chefredakteur

Kommentare zu " Was vom Tage bleibt: Warum wir das Gespenst der Deflation nicht fürchten"

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  • Ich kenne keine Deflation, die mir je geschadet hätte.
    Aber höhere Preise sind immer ein Problem...

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