Was vom Tage bleibt: Warum wir Juncker lieben

Was vom Tage bleibt
Warum wir Juncker lieben

Luxemburg ist für einen Tag nicht nur für Fonds-Investoren interessant. Die Pkw-Maut kommt nicht morgen und nicht übermorgen, was für die Bankenunion nicht gilt. Der Tagesbericht.
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Guten Abend liebe Leserinnen und Leser,

Die letzte Schlacht

Geht er? Bleibt er? Kommt er wieder? Jean-Claude Juncker, der nicht verhindert hat, dass der Geheimdienst seines Landes über die Stränge schlug, steckt in seiner letzten Schlacht. Eine Mehrheit im Parlament von Luxemburg könnte ihn zu Fall bringen. Irgendwie ist uns der alte Fuchs auch hierzulande ans Herz gewachsen. Ein Löwe kann eine Laus nicht ärgern, aber eine Laus den Löwen ganz gewaltig, hat er mir einmal auf meine Frage nach dem Verhältnis Luxemburgs zur EU gesagt. Falls er nun als Regierungschef abtritt, mag ihn trösten, dass er große Vorbilder hat: Von Otto von Bismarck bis Helmut Schmidt verließen die Großen die Bühne nicht freiwillig – und trotzdem finden wir sie heute noch gut.

Folgenlose Forderung

Es gibt eine Faustregel, wie ein Kommentar wie dieser niemals aufzuhören hat. Nämlich mit: „Bis es soweit kommt, ist es nur noch eine Frage der Zeit.“ Das ist immer richtig und gilt als Antwort auf die Frage, wann der Ober kommt genauso wie als Antwort auf die Frage nach dem Lebensende. Verkehrsminister Ramsauer hat nun gesagt, die Pkw-Maut ist nur noch eine Frage der Zeit. Das ist sicher richtig, aber eben auch völlig unerheblich.

Das Gute an der Bankenunion

Die Bankenunion rückt näher, und wir Deutsche werden das Gefühl nicht los, es geht dabei eigentlich nur darum, die funktionierenden Sicherungssysteme der deutschen Sparkassen und Genossenschaftsbanken anzuzapfen. Tatsächlich geht es darum, alle Banken das wirtschaftliche Risiko ihrer Existenz selbst tragen zu lassen. So schlecht, wie wir sie immer machen, ist die Idee der Bankenunion also nicht.

Spaß in der Krise

Falls Sie in den nächsten Tagen nach Italien in die Ferien fahren – machen Sie sich doch bitte selbst ein Bild: Steht das Land am Abgrund, ist die Pizza kalt oder schmeckt sie wie immer? Die Ratingagentur S&P glaubt eher an den Abgrund und hat sich mit einer entsprechenden Notenvergabe Empörung bei den Italienern selbst eingehandelt. Wahrscheinlich ist die Pizza warm, die Toskana elegant, der Strand voll und die Geschäfte sind es auch. Aber wahrscheinlich haben die Notengeber trotzdem Recht. Das ist das schöne an dieser Krise: Auch mittendrin hat man seinen Spaß.

Einen ansonsten krisenfreien Abend wünscht Ihnen

Oliver Stock

Kommentare zu " Was vom Tage bleibt: Warum wir Juncker lieben"

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  • "Warum wir Juncker lieben"
    Weil er ein alter,verlogener Mann ist, Herr Stock, der als Eurogruppen-Chef maßgeblich dazu beigetragen hat, dass die meisten Staaten der Eurogruppe heute unbeschreiblich katastrophale soziale und wirtschaftliche Verhältnisse haben. Ich hoffe, er wird eines Tages vor Gericht gestellt.

  • wer einen anderen artikel zu diesem großen staatsmann lesen möchte, dem sei die tageszeitung junge welt aus berlin ans herz gelegt:

    http://www.jungewelt.de/2013/07-11/062.php

    und tschüss juncker. es gitb leute die behaupten, dass der mann eigentlich auf die anklagebank gehört...

    und selbstverständlich ist für juncker auch die nsa-kriminalität eine nicht zu kritisierende notwendigkeit.

  • Ja, Juncker war ein ganz großer Bürgermeister!

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