Was vom Tage bleibt
Was Aldi von Schlecker lernen kann

Coca Cola in die Regale zu stellen, sichert Aldi nicht die Zukunft, Microsoft mutet seinen Kunden einen Kulturschock zu und in Kalifornien können Haie fliegen. Der Tagesrückblick
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Wunderschönen guten Abend,

Ist das Aldi-Prinzip am Ende?

Auf den ersten Blick klingt es toll, dass man künftig auch Coca Cola bei Aldi kaufen kann. Doch bei näherer Betrachtung erkennt man eine gewisse Hilflosigkeit. Was macht das Aldi-Prinzip heute noch aus, was kann der Kult-Discounter besser als die Konkurrenz? Da bleibt nicht mehr viel – und Coca Cola im Regal ist sicher nicht die richtige Antwort. Der konsequente Verzicht auf Marken, bei hoher Qualität und niedrigen Preisen, war jahrelang Garant für Erfolg. Doch das können andere auch. Jetzt bemerken die Kunden eher die lieblose Präsentation – und fühlen sich an die letzten Tage von Schlecker erinnert. Das tragische Scheitern des Drogeriediscounters sollte Aldi Mahnung genug sein, sein Konzept grundlegend zu überdenken.

Kulturschock bei Windows

Es war jahrelang der Standardwitz, wenn die Rede von Microsofts wichtigstem Produkt Windows war: "Warum muss man eigentlich den Start-Knopf drücken, wenn man das Programm beenden will?" Doch es ist immer das Gleiche: Erst wenn etwas fehlt, merkt man, wie sehr man es liebgewonnen hat. Nun hat es Microsoft tatsächlich gewagt, im neuen Betriebssystem Windows 8 gibt es keinen Startknopf mehr. Die Kunden werden den Kulturschock verdauen. Denn zugleich hat Microsoft den Sprung in die mobilen Anwendungen und damit auf die Smartphones geschafft. Das war höchste Zeit um eine zweite Alternative zur Apple-Welt zu schaffen.

Korrupte Kommunisten

Offenbar steckt es wohl ganz tief im Menschen drin, sich selbst zu bereichern, wenn man denn die Macht dazu hat. Und dann ist es letztlich egal, ob das System Kapitalismus oder Kommunismus heißt. Entscheidend sind Kontrollen und eine politisch unabhängige Justiz. Beides fehlt offenbar in China, wie die Enthüllungen über den lukrativen Machtmissbrauch durch die Familie des Premiers Wen Jiabao zeigen. Dass die Regierung dann noch die Website der Zeitung sperrt, die den Skandal aufgedeckt hat, macht das nur noch deutlicher. Lange wird sich das Volk das nicht mehr bieten lassen. Von der nächsten Generation der Staatsführung wird mehr als wirtschaftliche Reformen erwartet.

Spanien gerät in den Strudel

Alle reden von Griechenland, aber viel besorgniserregender ist Spanien. Dass mittlerweile selbst nach der offiziell ausgewiesenen Statistik jeder vierte Spanier arbeitslos ist, zeigt, wie tief sich die Rezession in die Wirtschaft gefressen hat und wie heftig die strukturellen Probleme des Landes sind. Mittlerweile drängen schon die Unternehmen die Regierung, Hilfe der EU anzunehmen um den Teufelskreis von Herabstufungen und immer höheren Schulden zu durchbrechen. Sparen ist eine Tugend, sicher, aber das Land braucht auch Wachstumsimpulse.

Was fehlt? In Südkalifornien ist ein lebender Hai auf einen Golfplatz gefallen. Ein Mitarbeiter fand ihn am Abschlag des zwölften Lochs und brachte die Beute ins Clubhaus. Die Geschichte ging gut aus: Der Hai wurde wohlbehalten wieder im Pazifik ausgesetzt, aus dem ihn offenbar ein Raubvogel geholt hatte.

Ich wünsche Ihnen ein Wochenende, das auch für Sie das eine oder andere überraschende Erlebnis bereit hält. Sonst wäre das Leben doch langweilig, oder?

Florian Kolf

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Florian Kolf
Florian Kolf
Handelsblatt / Teamleiter Handel und Konsum

Kommentare zu " Was vom Tage bleibt: Was Aldi von Schlecker lernen kann"

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  • "Ist das Aldi-Prinzip am Ende?"

    das mich zur Weißglut bringt, ist die seit 4-5 Jahren vorsortierte Ware,
    das insb. Wäsche nicht mehr in Männergrößen vorhanden ist, selbst früh morgens schon vergriffen?
    und da kann man den Aldibrüdern nur empfehlen mehr Testeinkäufe zu tätigen.

    Es ist erniedrigend, sich aus den Resten des Aussortierten zu begügen.

  • ah, Sie vergleichen doch nicht Aldi, ein immer noch sehr erfolgreiches Unternehmen mit Schlecker, eine zur Pleite herunterwirtschafte Firma!

  • "Das war höchste Zeit um eine zweite Alternative zur Apple-Welt zu schaffen."
    Hmm, habe ich da vielleicht jahrelang etwas Falsches beobachtet?
    Alternative zu Apple iPhone? Also wenn man es den marktanteilen nach beurteilt und das ist wohl die objektive Sichtweise, dann ist Apple allenfalls eine Alternative zum berechtigten marktfuehrer Samsung und wenn man die GANZE Szene betrachtet, nicht mal eine Alternative sondern mit Recht weit abgeschlagen!
    Mit Samsung und anderen guten Herstellern ist Apple doch wirklich nicht zu vergleichen. Technik jenseits state of the art und das noch zu voellig ueberholten Preisen.
    Wer sich iPhone zulegt braucht in der Tat einen Ego Verstaerker, der allerdings nur bei Gleichgesinnten funktioniert!

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