Was vom Tage bleibt

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Was vom Tage bleibt: Was an Italien beruhigen könnte

Neu ist an der Situation in Italien nur, dass wir uns darüber wundern. Rösler und Altmaier wollen Fracking verhindern oder auch nicht. JP Morgan kürzt im klassischen Bankgeschäft. Google soll zahlen. Die Tageskommentare.

Oliver Stock ist Chefredakteur von Handelsblatt Online.
Oliver Stock ist Chefredakteur von Handelsblatt Online.

Guten Abend liebe Leserinnen und Leser,

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Italien I: Weltmeister im „sich arrangieren“

Auf Twitter meldet sich ein Italiener. Er fragt: „Italien unregierbar – war denn Italien jemals regierbar?“ Vielleicht hat er recht. „Italien hat schon immer“, so schreibt unsere Korrespondentin Katharina Kort aus ihrer Lieblingsbar in Mailand, „trotz seiner Regierungen und nicht dank seiner Regierungen funktioniert.“ Das Beruhigende daran: Die Italiener sind Weltmeister im „sich arrangieren“. Unternehmer verkaufen ihre Produkte in aller Welt, während ihre Regierungen im Chaos versinken.

Ein seltsames Paar

Monatelang redeten Peter Altmaier, Umweltminister von der CDU, und Philipp Rösler, Wirtschaftsminister von der FDP, mehr über- als miteinander. Heute sollte das vorbei sein. Beim Fracking, also der Gasgewinnung aus porösen Gesteinsgeschichten, der in Deutschland Umweltunverträglichkeit nachgesagt wird, wollten die beiden vereint auftreten. Was daraus wurde, ist ein Gesetz, das Gasbohrungen in Wasserschutzgebieten verbietet und überall anders eine Umweltverträglichkeit erfordert. Die Interpretationen der Minister dazu klingen so: „Die Botschaft ist: Wir wollen das Fracking einschränken, wir wollen es nicht ermöglichen“, sagt Altmaier. „Fracking bietet erhebliche Chancen. Die Industrie hat angekündigt, umweltfreundliche Methoden zu entwickeln. Das setzen wir jetzt um“, sagt Rösler. Das hört sich nicht so an, als seien alle Missverständnisse beseitigt.

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Alles andere als eine sichere Bank

Die US-Großbank JP Morgan kündigt trotz glänzender Geschäfte und eines Rekordgewinns den Abbau von 4000 Stellen an. Das soll eine Milliarde Dollar an Einsparungen bringen. Betroffen sei das Privatkundengeschäft in den Filialen. Zwei Dinge lassen sich aus dem Vorhaben ableiten: Erstens, wer bei JP Morgan im Privatkundengeschäft arbeitet, verdient durchschnittlich und mal alle Nebenkosten rausgelassen das stattliche Sümmchen von 250.000 Dollar im Jahr. Und zweitens: Das vielgepriesene Geschäft mit den privaten Kunden ist alles andere als eine sichere Bank. Jedenfalls für die Mitarbeiter.

Lex Google

Am Freitag will der Bundestag das Leistungsschutzrecht verabschieden. Es soll Suchmaschinenbetreiber verpflichten dafür zu zahlen, dass sie Inhalte von anderen ins Netz stellen. Es heißt im Volksmund, falls es so einen im Netzzeitalter noch gibt, auch „Lex Google“. Ganz persönlich: Das Gesetz ist überfällig, sage ich, der sich heute Abend auch gerne noch etwas zu essen kaufen möchte.

Italien II: Politik-Dinosaurier

Italien geht mir nicht aus dem Kopf. Ich sehe Bilder von Berlusconi, von Bersani, von Monti. Alle sind sie Politik-Dinosaurier. Sie alle haben Italien genau dahin geführt, wo es jetzt steht. Ich sehe Beppe Grillo, auch er ist nicht mehr der Jüngste – aber er ist einer, der junge Menschen anzieht und in die Politik bringt. Neue Gesichter sind keine Garantie für neue Ideen. Aber die alten sind ein sicheres Indiz für Stillstand.

Ciao

Oliver Stock

  • 26.02.2013, 18:50 UhrDoktorDip

    Wenn die Regierungsbildung in Italien in ein, zwei Monaten nicht vorangekommen sein wird, wird Draghi es nicht mehr bei Verbalerotik belassen können und seine "Outright Monetary Transaction" starten müssen, vulgär Gelddrucken, um den italienischen Anleihemarkt vorm Absaufen zu retten.
    Das wird ein Schauspiel, wenn die OMTs losgehen.

  • 26.02.2013, 19:15 UhrSarina

    Draghi wird gar nichts - schon gar nicht, in ein paar Monaten! Wenn nämlich Italien sich - wie zu erwarten ist nach dem Wahlergebnis - weiteren Reformen verschließt, und sogar begonnene Reformen zurückfährt, werden sich auch die Griechen, die Spanier, die Portugiesen (die Franzosen sowieso) nich mehr an ihre Vereinbarungen halten - dann stürzt das ganze EU-Gebälk mit Ach und Krach in sich zusammen, lange bevor Herr Draghi überhaupt rechtswidrig die Gelddruckmaschine anwerfen kann. Barroso, van Rompuy, Draghi, Schulz et al.: Sucht euch schon mal ein diskretes Plätzchen, wo euch der Volkszorn nicht erreichen kann.

  • 26.02.2013, 20:18 UhrSarina

    Ich habe doch gesagt, dass die anderen Südländer sich nicht mehr an ihre Vereinbarungen halten werden. Sofort, einen Tag nach der Wahl, macht natürlich Griechenland den Anfang, und droht damit, die Reformen zurückzufahren:

    http://www.spiegel.de/wirtschaft/soziales/griechenland-hat-an-reformeifer-verloren-und-will-sparkurs-abschwaechen-a-885670.html

  • Kommentare
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