Was vom Tage bleibt

_

Was vom Tage bleibt: Was kommt nach dem Rekordhoch?

Die Börse hat heute ihren alten Rekord eingestellt. Die Lufthansa hat einen neuen Schleudersitz geschaffen. Microsoft lernt dazu. Und für die Commerzbank wird das Schrumpfen teuer. Der Tagesbericht.

Handelsblatt-Online-Chefredakteur Oliver Stock.
Handelsblatt-Online-Chefredakteur Oliver Stock.

Guten Abend liebe Leserinnen und Leser,

Anzeige

Nach dem Rekord ist vor dem Rekord

Geld ist nicht das Problem. Wer kann das schon von sich sagen, sagen Sie? Auf jeden Fall ganz viele Anleger. Die haben nämlich heute so viele Aktien von Dax-Unternehmen gekauft, dass das Börsenbarometer, um 10.50 Uhr sein altes Rekordhoch von 8.151,57 Punkten aus dem Jahr 2007 geknackt hatte. Sechs Jahre hat es also gedauert, bis die Börse die Krise zumindest auf der Kurstafel verdaut hat. Und nun? Es kann nur noch abwärts gehen, sagen die einen. Es geht weiter nach oben, sage die anderen. Irgendetwas geht immer und wir bleiben dran, verspreche ich Ihnen.

Er kommt, er kommt nicht, er kommt

Wolfgang Mayrhuber wird Aufsichtsratsvorsitzender der Lufthansa, nachdem er es erst wollte, dann 24 Stunden lang nicht und dann wieder doch. Die Aktionäre bei der Hauptversammlung des Unternehmens heute in Köln zeigten sich darüber verwirrt. „Wir sind eigentlich fassungslos“, sagte ein größerer von ihnen zu Mayrhuber. „Das wirft bereits jetzt einen Schatten auf ihr zukünftiges Amt.“ Die Kritiker haben recht: Um als Aufsichtsrat, der einmal Vorstand war, die eigenen Entscheidungen von einst zu revidieren, braucht es übermenschliche Kraft. Mayrhuber ist aber eben vor allem eines: ein Mensch.

Was vom Tage bleibt Tagesrückblick als E-Mail-Abonnement

Unseren kommentierten Nachrichtenrückblick ab 18.30 Uhr werktäglich in Ihrem Postfach - hier bestellen.

Was vom Tage bleibt: Tagesrückblick als E-Mail-Abonnement

Microsoft lernt doch

Microsoft hat uns bisher wie die Deppen behandelt: Kamen wir mit einem Programm nicht klar, lag der Fehler garantiert beim Anwender, also bei uns. Wir, das sind wir Computerlaien, die eigentlich ein Programm so nutzen wollen, wie ein Auto: Starten losfahren, ankommen. Tatsächlich verhielt sich das neueste Programm mit der Nummer acht von Microsoft eher wie ein U-Boot: Kaum öffneten wir die Fenster, gingen die Probleme los. Jetzt reagiert der Software-Hersteller und kündigt an, sein Betriebssystem gründlich zu überarbeiten. Achtung - das U-Boot taucht auf!

Die Schrumpfbank

Nicht Neues von der Commerzbank. Sie hat in den ersten drei Monaten des Jahres einen Verlust von 94 Millionen Euro verzeichnet. Diesmal hat Konzernchef Martin Blessing einen Großteil der Kosten für das Umbauprogramm des Unternehmens in das Ergebnis gebucht. Die Bank baut 6.000 Stellen ab. Und das ist das Frustrierende an diesem Unternehmen: Es schrumpft und schrumpft und schrumpft. Wie mein Schokoladenvorrat in der Schublade. Von dem hoffe ich, dass er weg ist, bevor ich einen Bauch habe. Bei der Bank ist es umgekehrt. Ich habe Sorge, dass sie weg ist, bevor sie profitabel ist.

Buenas tardes!

Deutschland ist klasse. Findet jedenfalls der Rest der Welt und lässt sich gerne hierzulande nieder. Im vergangenen Jahr zogen 369.000 Menschen mehr nach Deutschland als das Land verließen. Das ist der höchste Wert seit 1995. Die meiste Wertschätzung erfahren wir von den Spaniern. Buenas tardes, amigos! Wir hoffen, ihr kommt, weil es bei uns so schön und nicht weil es bei Euch so unschön ist.

Marx auf Tour

Eine Polizeistreife in Trier hat letzte Nacht den Dieb einer roten Karl-Marx-Figur gestoppt. Er hatte die Figur geklaut und wollte damit sein Wohnzimmer dekorieren. Das war doch nicht nötig. Seit in Deutschland der Arbeitslose genauso wie der Investmentbanker vom Staat gestützt wird, herrscht Sozialismus allerorten. Da muss niemand Marx eigens ins Wohnzimmer entführen.

Grüßen Sie Marx, falls Sie ihm heute Abend begegnen

Oliver Stock

  • 07.05.2013, 21:38 Uhrgetglobalized

    viel Interessanter ist doch die News, dass Huffpost mittlerweile in Nippon ist.

    Währenddessen bedient HB immer noch brav den Kulturraum von Hamburg bis Ländle.

  • 07.05.2013, 18:49 UhrCrasher

    Was für eine Frage!
    Die Antwort ist doch klar:
    Nach dem CASH kommt jetzt - früher oder später, aber eben unausweichlich (!) - der CRASH !!!
    Und für die allermeisten die hier lesen und schreiben heißt das:
    Das Heulen und Zähneklappern geht dann los!!!
    Ganz nebenbei meine persönliche Definition von CRASH:
    Die Bankster springen dann freiwillig von ihren Hochhäusern bzw. Mammontempeln runter!!!

  • Kommentare
Leitartikel: Mehr Mut, meine Herren!

Mehr Mut, meine Herren!

Das Scheitern der Vorstandsfrauen zeigt: Die Quote schadet mehr, als sie nutzt, findet Sven Prange. Eines ist aber auch klar: Innovation ist besser als Seilschaft und Vielfalt ist immer stärker als Monotonie.

Kommentar: Nie wieder Banken retten!?

Nie wieder Banken retten!?

Mit Steuermilliarden mussten Pleitebanken wie Northern Rock gerettet werden. Die heute gegründete Bankenunion soll das ein für alle Mal beenden. Uns Steuerzahlern werden Pleitebanken dennoch weiter auf der Tasche liegen.

  • Kolumnen
Was vom Tage bleibt: VoRWEggehen ist teuer

VoRWEggehen ist teuer

RWE steckt in den Untiefen der Energiewende. Jogi Löws Herrenausstatter steckt in der Insolvenz. Ein Katastrophenfilm wird Wirklichkeit. Ein tschechischer Hotelier macht mobil gegen Russland. Der Tagesbericht.

Der Ver(un)sicherer: Wenn das Kollektiv implodiert

Wenn das Kollektiv implodiert

Wer eine private Krankenpolice hat, muss mit steigenden Beiträgen rechnen. Tarife mit einem hohen Anteil gesunder Mitversicherter sind dabei kostengünstiger. Was Versicherten in schlechten Tarifen droht.

Der Werber-Rat: Rasenmähen mit Monogramm

Rasenmähen mit Monogramm

Viele Kollegen glauben, unser Berufsstand werde unter Wert verkauft. Ich aber bin von ganzem Herzen Werber, denn es ist ein wunderbarer Job, in dem man viel bewegen kann. Was den Reiz des Berufes ausmacht.

  • Gastbeiträge
Gastbeitrag zur Bankenunion: „Feuer frei für alle Raubritter“

„Feuer frei für alle Raubritter“

Auf unseren Beitrag „Nie wieder Banken retten?!“ haben sich zahlreiche Leser gemeldet. Stellvertretend für viele andere schreibt der Vorstand einer Genossenschaftsbank, warum die Bankenunion die Falschen belastet.

Gastbeitrag Klaus Schuster: „Frauen bringen die Sache voran, Männer ihre Karriere“

„Frauen bringen die Sache voran, Männer ihre Karriere“

Klaus Schuster berät, coacht und trainiert Topmanager und junge Talente aller Branchen und Bereiche. In einem Gastbeitrag schreibt er über schlechtes Management und den kleinen Unterschied zwischen den Geschlechtern.

Gastbeitrag zur IWF-Tagung: Keine Angst vor der Fed

Keine Angst vor der Fed

Das absehbare Ende der Niedrigzinspolitik in den USA sorgt in den Schwellenländern für Unruhe. Doch es bietet auch Chancen. Wenn die Schwellenländer ihre Strukturprobleme lösen, wird die Weltwirtschaft stabiler.

  • Presseschau
Presseschau: KfW schrumpft für die Konkurrenz

KfW schrumpft für die Konkurrenz

Der Gewinn der Bank KfW ist im vergangenen Jahr eingebrochen. Hinter der vermeintlich schlechten Nachricht verbergen sich aber positive Signale. Die KfW schrumpft für die Konkurrenz. Die Wirtschaftspresse begrüßt das.