Was vom Tage bleibt
Was man sich alles sparen kann

Die Telekom erleidet eine herbe Niederlage, Opel feiert einen kleinen Erfolg. In den Koalitionsverhandlungen gibt es ein gemeinsames Feindbild. Und wer viel tankt, gewinnt, wer viel isst, verliert. Der Tagesrückblick.
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Guten Abend,

Drossel-Koma

Nach dem PR-Desaster vor Monaten – die Telekom wurde als „Drosselkom“ verspottet – folgte heute die juristische Niederlage für die Telekom: Ein Landgericht verbot einen Vertrag, bei dem Kunden grenzenloses Internetsurfen versprochen wurde, dann aber nach einem gewissen Datenvolumen die Zugangsgeschwindigkeit beschränkt wurde. Das Urteil ist aber wohl kein Todesstoß für solche Tarifformen. Viele andere Anbieter haben ähnliche Klauseln in den Verträgen. Problematisch bleibt weiterhin vor allem, dass die Telekom eigene Dienste von der Drosselung ausnehmen will. Damit hat sich das Gericht aber nicht befasst.

Opel sendet ein Lebenszeichen

Es ist ein zartes Pflänzchen, dass die Opel-Mutter General Motors hegt. Der Verlust im Europageschäft – mit Opel und der Schwestermarke Vauxhall als Hauptbestandteil – ist im zurückliegenden Quartal deutlich geschrumpft. Mit 145 Millionen Euro ist das Minus immer noch satt (und sogar höher als im Vorquartal). Aber es deutet sich an, dass die Zahl der Schaudergeschichten über Opel abnehmen könnte. Allerdings wird nach wie vor ein rigoroses Sparprogramm durchgezogen. Fahren wie auf Schienen bleibt ein Traum aus der Vergangenheit.

Gemeinsames Feindbild

Die Verhandlungen über die große Koalition sind in vollem Gange. Erstes konkretes Ergebnis: Eine Transaktionssteuer auf Finanzgeschäfte soll eingeführt werden. Klingt ganz nach „Der Finanzbranche soll es an den Kragen gehen“. Doch die größere Gefahr ist, dass stattdessen Verbraucher und Unternehmen getroffen werden. Bei Privatanlegern könnte es die Lust auf Aktien weiter verderben, bei Unternehmen die Lust auf Absicherungen gegen Rohstoffschwankungen. Also, Vorsicht vor den Nebenwirkungen!

Spartag – kann man sich sparen

Die Sparkassen feierten heute den Weltspartag, das Pendant der Finanzwirtschaft zum Muttertag der Blumenhändler. Doch mit Sparbüchern und Tagesgeldkonten kann angesichts der Niedrigzinsen niemand begeistert werden. Stattdessen sollten Anleger darüber nachdenken in Handfestes zu investieren. Ideen dafür gibt es, aber an Vertrauen mangelt es. Wer soll es verdenken angesichts zahlloser Finanzbetrüger und Pleiten vermeintlich sicherer Investitionen wie offenen Immobilienfonds.

Freudige Fahrt zur Tankstelle

Ein Lichtblick für Sparer: Im Oktober sank die Inflation und damit der Druck, mit dem Ersparten eine hohe Rendite zu erzielen. Vor allem sinkende Benzinpreise führten dazu, dass die Preise im Schnitt nur um 1,2 Prozent gegenüber dem Vorjahr kletterten. Doch wer kein Auto tanken muss, dem hilft der von den Statistikern analysierte Warenkorb wenig. Denn bei anderen Produktkategorien gab es starke Zuwächse: Lebensmittel waren 4,1 Prozent teurer als vor zwölf Monaten. Eine neue Variante der Diskussion „Tank oder Teller“.

Einen schönen Abend wünscht

Martin Dowideit

Der Autor auf Twitter: @MDowideit

Martin Dowideit, Leiter Digitales, Handelsblatt.
Martin Dowideit
Handelsblatt / Leiter Digitales

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