Was vom Tage bleibt

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Was vom Tage bleibt: Was Piëch von Juan Carlos lernen könnte

Die deutschen Autobauer polieren ihre Bilanzen. Der Glanz des Goldes könnte matter werden. Im Oppenheim-Prozess wird gepokert. Und der Papst macht Laune. Die Kommentare zum Tag.

Oliver Stock ist Chefredakteur von Handelsblatt Online.
Oliver Stock ist Chefredakteur von Handelsblatt Online.

Guten Abend liebe Leserinnen und Leser,

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Von Patriarch zu Patriarch

Von ihrem König Juan Carlos sagen manche Spanier, er könne genauso wenig regieren, wie die Spanier Autos bauen können. Sowas würde Ferdinand Piëch nie sagen, denken vielleicht schon, denn Seat, die spanische VW-Tochter, ist es seit Jahren die Verwandte, die dem Konzern das Ergebnis verunziert. Ein anderes Problem hat Juan Carlos im Gegensatz zu Piëch allerdings gelöst: Falls er dann doch einmal abtritt, gibt es gesetzte Nachfolger aus der nächsten Generation. Anders in Wolfsburg: Auf Piëch folgt, so will es der Patriarch, Frau Piëch. Wirklich verunsichern kann das den Konzern angesichts eines Rekordgewinns von 22 Milliarden Euro aber nicht.

BMW vor Audi

BMW wollte den ganzen Glanz aber nicht VW überlassen. Die Bayern legten deswegen überraschend ebenfalls ihre Jahresbilanz vor. Schließlich haben sie mit Audi einen direkten Konkurrenten aus dem Hause Volkswagen vor der Haustür. Und siehe: Ihr Ergebnis rückte das von Audi in ein maßvolleres Licht. Mission erfüllt.

Flugzeug hinter Auto

Es ist auf jeden Fall lukrativer Autos zu bauen, als eine Flugzeugflotte zu betreiben. Die Lufthansa ist auf ein mageres Ergebnis von 524 Millionen Euro abgesackt. Das Sparprogramm, das Lufthansa-Chef Christoph Franz bereits verkündete, wird deswegen nochmal verschärft. Die Betroffenen tröstet wenig, dass ihr Arbeitgeber einer der wenigen der Branche ist, der überhaupt noch Geld verdient. Wer selbst von Bord geht, damit andere fliegen können, wird das Gefühl, zu den Zurückbleibenden zu gehören, eben nicht los.

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Die Gold-Fixer

Seit dem 12. September 1919 treffen in London zweimal am Tag Händler mehrerer großer Banken aufeinander und schnapsen den Goldpreis aus. Fixing nennt sich das und eine US-Aufsichtsbehörde prüft jetzt, ob die Jungs vielleicht zu fix gewesen sind. Bisher gibt es nur Vermutungen, weil das Verfahren ganz ähnlich dem ist, mit dem auch beim Libor gemogelt wurde. Wird aus den Vermutungen ein Verdacht, verliert das Edelmetall an Wert. Denn wer traut ihm noch, wenn auch sein Preis nur erfunden ist?

Das Oppenheim-Spiel

Im Prozess gegen die Manager des Bankhauses Sal. Oppenheim kommt es wie immer: Das Gericht muss sich neu zusammensetzen, weil die Vertreter der Angeklagten einen der Richter für suboptimal befanden. Die immergleichen Spielchen – manche Juristen sind da wie manche alte Männer: Siege finden für sie nur noch im Sandkasten der Phantasie statt.

Laune, Liebe, Hoffnung

Papst Franziskus macht Laune. Denjenigen, die sich einen Reformator wünschten, macht er schlechte Laune, weil er verglichen mit Luther, Calvin und Co. voraussichtlich nicht an den Grundfesten der katholischen Kirche rütteln wird. Diejenigen, die sich nach dem Mann mit dem Schuhwerk von Prada etwas mehr Schlichtheit auf dem Heiligen Stuhl wünschten, lieben den Neuen schon jetzt. Der Jesuit ist jedenfalls kein Blender. Ob gute oder schlechte Laune: Mehr als eine Milliarde Gläubige hoffen nun, dass das Hauptwerk von Franziskus in mehr Begreifbaren als einem fortschrittlichen Rücktritt besteht.

Einen gut gelaunten Abend wünscht Ihnen

Oliver Stock

  • 14.03.2013, 20:28 Uhrgeneral

    Guten Abend Herr Stock,

    das ist aber Logik-Fixing in Höchstform, das Sie da heute ausgeschnapst haben: Wenn man also den Menschen ein einem weiteren Fall nicht vertrauen können sollte, hier beim Fixing des Goldpreises, dann leidet dadurch aus Ihrer Sicht die Glaubwürdigkeit des Metalls selbst?

  • Kommentare
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