Was vom Tage bleibt
Was Russland nicht mehr kriegen darf

Die EU-Sanktionen gegen Wladimir Putin sind in Kraft, den deutschen Maschinenbau trifft das. Europäische Staatsanleihen sind begehrt wie nie und bei Osram regiert der Rotstift nicht zum ersten Mal. Der Tagesrückblick.
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Guten Abend liebe Leserinnen und Leser,

Sanktionen in Kraft

Sie sind Maschinenbauer? Produzieren Sie „Vakuumpumpen, besonders konstruiert zum Gebrauch in UF6-haltiger Atmosphäre“ oder „Werkzeugmaschinen für Drehbearbeitung mit allen folgenden Eigenschaften: Positioniergenauigkeit mit ‚allen verfügbaren Kompensationen‘ von kleiner (besser)/gleich 0,006 mm nach ISO 230/2 (1988) oder entsprechenden nationalen Normen entlang einer Linearachse“? Dann sieht es schlecht aus für ihr Russlandgeschäft. Auch Tausende weitere sowohl zivil als auch militärisch einsetzbare Güter dürfen nicht mehr nach Russland ausgeführt werden (Hier die Liste). Die deutschen Maschinenbauer trifft der Beschluss, die ebenfalls mit Sanktionen belegten russischen Banken geben sich unbeeindruckt. So sieht er aus, ein Wirtschaftskrieg. Die Arbeitsplätze, die bei Unternehmen verloren gehen, könnten in der Verwaltung wieder aufgebaut werden. Denn eine wirksame Kontrolle der Sanktionen wäre ein gigantisches Vorhaben.

Die USA haben die Nase vorn

Wer sich die Entwicklung von Bank-Aktien anschaut, stößt schnell darauf: Im Euroraum herrscht viel Schatten, jenseits des Atlantiks Licht. Die Gründe sind vielfältig – horrende Strafzahlungen in den USA für europäische Geldhäuser gehören dazu. Nur wenn Sie mutig sein wollen, sollten Sie zu BNP Paribas oder Deutscher Bank.

Glückstrunken

Spanische Staatsanleihen sind billig wie nie, weniger als 2,5 Prozent werfen die 10-jährigen Staatstitel des Landes derzeit ab. Die Niedrigzinspolitik der EZB wirkt auf dem Schuldenmarkt. Die Stimmung ist leutselig – ganz wie nach ein paar Bier auf einer Party. Doch wie beim Feiern gibt es auch auf den Finanzmärkten zwei Möglichkeiten: die eine ist das rechtzeitige Umschwenken auf Verzicht. Die andere Übelkeit und Erbrechen nach zu viel Genuss. Bislang nehmen alle noch einen Schluck aus der Pulle.

Flackerndes Geschäft

Grell geblendet fühlen sich die Mitarbeiter des Leuchtenherstellers Osram: Denn der Vorstand hat einen Stellenabbauplan präsentiert, der es in sich hat. Um über 20 Prozent soll die Belegschaft schrumpfen – nachdem bereits in den vergangenen Jahren mehrere Tausend Stellen abgebaut wurden. Osram setzte vor allem auf Energiesparlampen und ist dabei vom LED-Trend links überholt worden. Es waren nicht die Hellsten am Werk.

Einen schönen Abend wünscht,

Martin Dowideit

P.S.: Wie es anderen Firmen ergangen ist, die wie Osram einmal das Siemens-Reich verlassen mussten – das sehen Sie hier.

Martin Dowideit, Leiter Digitales, Handelsblatt.
Martin Dowideit
Handelsblatt / Leiter Digitales

Kommentare zu " Was vom Tage bleibt: Was Russland nicht mehr kriegen darf"

Alle Kommentare

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  • Das glaube ich auch, die Sanktionen werden nur schwer wirklich überwacht werden können.

  • Hallo Herr Spirat,

    wenn Sie aus der Praxis über Auswirkung der Sanktionen berichten können, melden Sie sich gerne per Mail einmal bei mir.

    m.dowideit@vhb.de

    Herzliche Grüße,

    Martin Dowideit

  • Lächerlich machen nur sie sich mit ihrem Nachplappern der Mainstream Medien. Aber wer willst wissen? Sie haben zwar keinen Schimmer von den tatsächlichen Gegebenheiten vor Ort und werden es auch weiterhin nicht mitbekommen, was wirklich passiert.

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