Was vom Tage bleibt

Was Russland nicht mehr kriegen darf

Die EU-Sanktionen gegen Wladimir Putin sind in Kraft, den deutschen Maschinenbau trifft das. Europäische Staatsanleihen sind begehrt wie nie und bei Osram regiert der Rotstift nicht zum ersten Mal. Der Tagesrückblick.
9 Kommentare
Martin Dowideit ist Deskchef Finanzen beim Handelsblatt.
Was vom Tage bleibt

Martin Dowideit ist Deskchef Finanzen beim Handelsblatt.

Guten Abend liebe Leserinnen und Leser,

Sanktionen in Kraft

Sie sind Maschinenbauer? Produzieren Sie „Vakuumpumpen, besonders konstruiert zum Gebrauch in UF6-haltiger Atmosphäre“ oder „Werkzeugmaschinen für Drehbearbeitung mit allen folgenden Eigenschaften: Positioniergenauigkeit mit ‚allen verfügbaren Kompensationen‘ von kleiner (besser)/gleich 0,006 mm nach ISO 230/2 (1988) oder entsprechenden nationalen Normen entlang einer Linearachse“? Dann sieht es schlecht aus für ihr Russlandgeschäft. Auch Tausende weitere sowohl zivil als auch militärisch einsetzbare Güter dürfen nicht mehr nach Russland ausgeführt werden (Hier die Liste). Die deutschen Maschinenbauer trifft der Beschluss, die ebenfalls mit Sanktionen belegten russischen Banken geben sich unbeeindruckt. So sieht er aus, ein Wirtschaftskrieg. Die Arbeitsplätze, die bei Unternehmen verloren gehen, könnten in der Verwaltung wieder aufgebaut werden. Denn eine wirksame Kontrolle der Sanktionen wäre ein gigantisches Vorhaben.

Die USA haben die Nase vorn

Wer sich die Entwicklung von Bank-Aktien anschaut, stößt schnell darauf: Im Euroraum herrscht viel Schatten, jenseits des Atlantiks Licht. Die Gründe sind vielfältig – horrende Strafzahlungen in den USA für europäische Geldhäuser gehören dazu. Nur wenn Sie mutig sein wollen, sollten Sie zu BNP Paribas oder Deutscher Bank.

Glückstrunken

Spanische Staatsanleihen sind billig wie nie, weniger als 2,5 Prozent werfen die 10-jährigen Staatstitel des Landes derzeit ab. Die Niedrigzinspolitik der EZB wirkt auf dem Schuldenmarkt. Die Stimmung ist leutselig – ganz wie nach ein paar Bier auf einer Party. Doch wie beim Feiern gibt es auch auf den Finanzmärkten zwei Möglichkeiten: die eine ist das rechtzeitige Umschwenken auf Verzicht. Die andere Übelkeit und Erbrechen nach zu viel Genuss. Bislang nehmen alle noch einen Schluck aus der Pulle.

Flackerndes Geschäft

Grell geblendet fühlen sich die Mitarbeiter des Leuchtenherstellers Osram: Denn der Vorstand hat einen Stellenabbauplan präsentiert, der es in sich hat. Um über 20 Prozent soll die Belegschaft schrumpfen – nachdem bereits in den vergangenen Jahren mehrere Tausend Stellen abgebaut wurden. Osram setzte vor allem auf Energiesparlampen und ist dabei vom LED-Trend links überholt worden. Es waren nicht die Hellsten am Werk.

Einen schönen Abend wünscht,

Martin Dowideit

P.S.: Wie es anderen Firmen ergangen ist, die wie Osram einmal das Siemens-Reich verlassen mussten – das sehen Sie hier.

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9 Kommentare zu "Was vom Tage bleibt: Was Russland nicht mehr kriegen darf"

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  • Das glaube ich auch, die Sanktionen werden nur schwer wirklich überwacht werden können.

  • Hallo Herr Spirat,

    wenn Sie aus der Praxis über Auswirkung der Sanktionen berichten können, melden Sie sich gerne per Mail einmal bei mir.

    m.dowideit@vhb.de

    Herzliche Grüße,

    Martin Dowideit

  • Lächerlich machen nur sie sich mit ihrem Nachplappern der Mainstream Medien. Aber wer willst wissen? Sie haben zwar keinen Schimmer von den tatsächlichen Gegebenheiten vor Ort und werden es auch weiterhin nicht mitbekommen, was wirklich passiert.

  • "Als Unternehmer stellt man sich doch die Frage, wie kann man die Waren trotzdem nach Russland liefern und die unsinnigen Sanktionen umgehen. Da gibt es unzählige Möglichkeiten."

    Selbstverständlich werden die Sanktionen auch von einzelnen umgangen. In der Breite wirken sie jedoch. Für die Finanzhäuser und Unternehmen, die sich damit erwischen lassen, drohen in den USA und der EU extremste Strafen. Wie so etwas aussieht, von kann die DB ein Liedchen singen. Dieses Risiko wird man sich fürstlich entlohnen lassen - billig und leichter kommt das für Russland nicht.

    Die meisten werden sich an die Beschränkungen halten.

  • Als Unternehmer stellt man sich doch die Frage, wie kann man die Waren trotzdem nach Russland liefern und die unsinnigen Sanktionen umgehen. Da gibt es unzählige Möglichkeiten.

  • "Wir haben diverse Zweigwerke in den jeweiligen Ländern und kann daher nur feststellen, dass sie zwar nicht aus der Praxis berichten, aber das gut nachplappern, was Mainstream ihnne vorgegeben hat. "

    Machen Sie sich doch nicht lächerlich. So wie Sie argumentieren und auftreten wird Ihnen das niemand abnehmen. Jeder - aus Theorie und Praxis - wird Sie mit Ihren IWF-Verschwörungen schallend auslachen.

  • -----@ Maximilian Weißenfels

    Wir haben diverse Zweigwerke in den jeweiligen Ländern und kann daher nur feststellen, dass sie zwar nicht aus der Praxis berichten, aber das gut nachplappern, was Mainstream ihnne vorgegeben hat.

    Aber ihre angelesene Sichtweise aus den Mainstream Medien liest sich gut.

  • "Putin und seine Partner aus den Brics-Staaten"

    Ich bin ziemlich sicher, dass die Chinesen von der politischen Entwicklung in Russland nicht begeistert sind. Selbstverständlich nutzt man in China die Zwangslage Russlands aus und kauft Gas, Öl und Edelmetalle von ihnen - allerdings mit saftigen Abschlägen. Was allerdings die Perspektiven Russlands angeht, macht man sich dort auch keine Illusionen.

    Die USA sind den Chinesen sehr viel näher und sympathischer als Russland zumal Russen aufgrund der Geschichte und ihres Benehmens bei der Bevölkerung nicht sonderlich beliebt sind. Das beliebteste Studienziel junger Chinesen ist nicht etwa Moskau wie es hier manche Beiträge nahelegen, sondern durchaus die USA. Und bevor sich die cleveren Chinesen einen starken, zur Großmacht strebenden , gefährlichen und unberechenbaren Nachbarn wie Putins Russland heranzüchten, verkaufen ihre Waren doch viel lieber in die USA und nach Europa. Von der Allianz Chinas zu Russland kann keine Rede sein.

  • Nur dehalb gibt es den Krieg gegen Russland
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    BRICS contra IWF und US-Dollar Leitwährung
    16. Juli 2014


    Russlands Präsident Putin und seine Partner aus den Brics-Staaten bereiten in Brasilien den Start einer eigenen Entwicklungs-Bank vor. Diese Alternative zum IWF ist Teil des Strebens der Schwellenländer nach Unabhängigkeit vom bestehenden Dollar-Finanzsystem.

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