Was vom Tage bleibt
Wenn das Ziel „Asylbewerber“ in Deutschland heißt

Budapest – Wien – München heißt die Reiseroute tausender Balkanflüchtlinge. Wie willkommen sind sie? Die Inflation stagniert. Zeit für ein neues EZB-Ziel? Lesen Sie den Tagesüberblick.
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Guten Abend liebe Leserinnen und Leser!

Vom Traum zum Alptraum

Wir können uns über all jene Menschen, die Deutschland als Ziel ihrer Träume sehen, freuen, wie Angela Merkel das heute gemacht hat: „Die Welt sieht Deutschland als ein Land der Hoffnung und der Chancen. Und das war nun wirklich nicht immer so.“ Das Problem in Deutschland entsteht allerdings genau dadurch, dass der Status „Asylbewerber in Deutschland“ zum Lebenstraum von Millionen von Menschen in aller Welt geworden ist. Hierzulande lässt das inzwischen viele schlechter schlafen.

Ohne Rückfahrschein

Derweilen kapern Flüchtlinge jene Züge, die von Budapest weiter Richtung Westen fahren – nach Wien und nach München. Die Kontrollen funktionieren nicht mehr und jeder Zug wird zum Menschentransport, der am Zielbahnhof zu Chaos führt. Die allermeisten Menschen in den Zügen haben sogar ein Ticket, die allerwenigsten aber eine Rückfahrkarte.

Bitte weg mit den Vorsätzen

Es hat mal wieder keiner gemerkt: Die Preise in der Euro-Zone sind im August um 0,2 Prozent gegenüber dem Vorjahresmonat gestiegen. Das ist ein Zehntel von dem, was sich die Europäische Zentralbank und ihr Chef Draghi vorgenommen haben, wenn sie über Wachstum und Wohlstand referieren. Donnerstag trifft sich Draghis Truppe zu ihrer ersten Sitzung nach der Sommerpause – vielleicht ein guter Tag, um Vorsätze über Bord zu werfen, die offenbar keiner mehr einhalten kann.

Glückliche Kühe, unglückliche Bauern

Morgen treffen sich deutsche Bauern, die eine Sternfahrt organisieren, mit der sie auf mickrige Milchpreise aufmerksam machen wollen. Einige Bauern beliefern allerdings lieber ihre Molkerei, anstatt mit dem Trecker herumzukurven. Sie steht im Berchtesgadener Land, heißt auch so, und zahlt Milchpreise, die um ein Drittel höher liegen als bei anderen Händlern. Das Geheimnis liegt in glücklichen Kühen. Die Molkerei will sie gefunden haben, die Kunden glauben es und geben bereitwillig mehr Geld aus. Marketing sagt man dazu und die Bauern könnten in dieser Disziplin im Winter vielleicht mal einen Kursus belegen.

Die Zombies

Bei der Lokführergewerkschaft GDL gibt es eine Rangierpanne: Gewerkschaftschef Claus Weselsky schloss eine Reihe früherer Top-Funktionäre aus der Gewerkschaft aus – unter ihnen sein Vorgänger und seine ehemaligen Stellvertreter – weil sie ihre Beiträge nicht bezahlt haben. Wer nicht zahlt, erklärt sich selbst zur Karteileiche. Weselsky hatte offenbar Angst, eine Zombiegewerkschaft anzuführen.

Geld macht glücklich

Das Lächeln jungenhaft, die Siegergeste unbeholfen. Mit der rechten Hand winkt Scheich Mansour bin Zayed Al Nahyan den jubelnden Fans im Etihad-Stadium in Manchester zu. Der Scheich ist ein Big Spender. Was er haben will, bekommt er auch. Zuletzt den belgischen Mittelfeldspieler Kevin De Bruyne, der vom deutschen Pokalsieger VfL Wolfsburg für 75 Millionen Euro den Verein wechselte. Wir werfen eine alte Weisheit über Bord und stellen fest: Ab einer gewissen Summe macht Geld offenbar doch glücklich.

Einen reichen Abend wünscht Ihnen

Oliver Stock

Oliver Stock
Oliver Stock
Handelsblatt / Stellvertretender Chefredakteur

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