Was vom Tage bleibt: Wenn der Bäcker Wurst verkauft...

Was vom Tage bleibt
Wenn der Bäcker Wurst verkauft...

...kann die Bahn auch Busse fahren. Griechische Sparvorschläge lassen auf sich warten. Die Krim ist pleite. Die Masern sind zurück. Was Sie vom heutigen Tag wissen sollten, lesen Sie hier.
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Guten Abend liebe Leserinnen und Leser,

Schienenersatzverkehr

Wenn beim Bäcker die Brötchen nicht mehr so laufen, verkauft er eben Wurst. Das mag gehen, aber vielleicht wäre der Bäcker besser beraten, wenn er die Brötchen frischer, den Kuchen cremiger und das Brot knuspriger backen würde. Von so einer Strategie hält die Bahn wenig. Sie hat jedenfalls heute angekündigt, ihre Fernbusse voranzubringen, weil das Ergebnis, das sie mit dem Betrieb von Eisenbahnen verdient, Wünsche offen lässt. Erinnert sich noch jemand daran, dass wir mal vom Umstieg auf die Schiene geschwärmt haben? Damit ist es vorbei. Seit heute geht es auch bei der Bahn wieder um Schienenersatzverkehr.

Unsere lieben Griechen

Noch in dieser Woche soll der Bundestag über die Verlängerung des Hilfsprogramms für Griechenland abstimmen. Die SPD will mitmachen, der FDP geht es zu schnell, aber sie ist ja nicht im Bundestag, und die CSU droht offen mit Ablehnung, falls nicht harte Reformzusagen aus Griechenland in Berlin eintreffen. Ein bisschen ist das so, als würde die Union ihr Mütchen kühlen, weil die Mehrheit für das Paket im Bundestag schließlich auch ohne sie nicht gefährdet ist. Unrecht haben die Bayern dennoch nicht. Der Satz des griechischen Ministerpräsidenten Tsipras, der sich als Gewinner in einer Schlacht bezeichnet, lässt Ungemach ahnen. Wo bitte hat sich Tsipras durchgesetzt?

Relativitätstheorie auf der Krim

Auf der Krim läuft nicht mehr viel. Jedenfalls ökonomisch. Die Banken sind dicht. Seit kurzem auch die McDonald's-Filialen. Vor jedem Flug von Moskau auf die Krim muss sich der russische Verwalter Oleg Saweliew mit etlichen Rubelbündeln ausrüsten, um für das Hotelzimmer bezahlen zu können, wo nur noch Bargeld akzeptiert wird. Die ehemalige Sommerfrische der russischen Zaren könnte wirtschaftlich vorwegnehmen, was der gesamten Russischen Föderation unter der Politik von Putin noch blühen kann. Es ist eine neue Zeit, die da aufzieht. Im wahrsten Wortsinne übrigens: Auf der Krim gehen die Uhren inzwischen nach Moskauer Zeit. Die galt 1991 auch noch, bis die seinerzeit neu gegründete Ukraine sich von der bröckelnden Sowjetunion abspaltete und die Zeit umstellte. Einstein hat die Relativität der Zeit ermittelt. Die Krimbewohner haben sie erlebt.

Die Masern sind wieder da

In Berlin ist in der vergangenen Woche ein anderthalbjähriger Junge an Masern gestorben. Eigentlich galten die Masern als so weit ausgerottet, dass niemand in Deutschland mehr gegen sie geimpft wurde. Wenn sie es nun doch nicht sind, sollten wir uns auch die Sache mit dem Impfen neu überlegen.

Bleiben Sie gesund, wünscht Ihnen

Oliver Stock

Oliver Stock
Oliver Stock
Handelsblatt / Stellvertretender Chefredakteur

Kommentare zu " Was vom Tage bleibt: Wenn der Bäcker Wurst verkauft..."

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  • Lieber Herr Stock,
    die Masern sind da, weil sich viele Menschen nicht mehr haben impfen lassen. So weit so richtig. Die Unlust aufs Impfen kommt aber sicher nicht (nur) aus trügerischer Sicherheit oder fehlendem Wissen, sondern erwächst zum großen Teil aus Unglauben zur Wissenschaft - was der Bauer nicht kennt, frisst er nicht. Und wer nur seinen Namen tanzen kann oder kein Deutsch versteht, der hält eben elektrisches Licht für Teufelszeug.

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