Was vom Tage bleibt
Wenn ein ganzes Land zum Magneten wird

Syrische Flüchtlinge wollen nur noch nach Deutschland, die CSU liegt mal wieder daneben. Der Dax stürzt erneut ab, der Arbeitsmarkt glänzt mit guten Zahlen und der Papst überrascht seine Kirche. Der Tagesrückblick.
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Guten Abend liebe Leserinnen und Leser,

Neue Heimat

Deutschland ist ein Magnet. Für wen? Für die Tausenden syrischen Flüchtlinge, die seit Jahren unter dem grausamen Bürgerkrieg in ihrer Heimat leiden. Allein schon aus humanitären Gründen sind wir dazu verpflichtet, diesen Menschen zu helfen. Deutschland muss zwar nicht jeden syrischen Kriegsflüchtling aufnehmen, es gibt in Europa auch noch andere Länder. Als größter EU-Staat wird Deutschland allerdings einem Großteil dieser Menschen eine neue Heimat geben. Nicht für kurze Zeit, sondern für immer. Weil es völlig unvertretbar ist, die Flüchtlinge in die syrische Hölle zurückzuschicken.

Ziemlich daneben

Die CSU in Bayern tut sich immer wieder schwer mit Minderheiten. Die Äußerungen des Münchener Innenministers Joachim Herrmann sind das jüngste Beispiel dafür. Der Politiker bezeichnet Schlagersänger Roberto Blanco als „wunderbaren Neger“. Völlig daneben und abseits der Realität. Ein Landesminister sollte etwas länger nachdenken und erst dann reden. Solch unbedachte Äußerungen können verheerende Folgen nach sich ziehen. Gerade in einer Zeit, in der Deutschland einen in dieser Form völlig unbekannten Flüchtlingsansturm erlebt.

Jo-Jo-Effekt

Einmal hoch, einmal herunter. Die Finanzmärkte spielen seit einer Woche Jo-Jo. Den einen Tag regiert der Optimismus, den anderen der Pessimismus. Auslöser dieses Hin und Her ist natürlich China. Die Unruhe dort hat sich über den gesamten Globus verbreitet, die Angst vor dem großen China-Crash ist nicht mehr wegzuleugnen. Diese hohe Volatilität an den Märkten dürfte uns noch länger erhalten bleiben. Börsianer mit starken Nerven schlafen in diesen Tagen sicherlich besser.

Probleme?

Die Welt beneidet Deutschland um seine Probleme. Wegen der Ferienzeit ist die Zahl der Arbeitslosen im August zwar wieder etwas angestiegen. Aber das ist die eigentliche Botschaft: Im Vergleich zum Vorjahr gibt es in Deutschland deutlich weniger Arbeitslose. Nach einer jahrelangen Durststrecke hat unser Land damit so etwas wie Vollbeschäftigung erreicht. Das sollte eine gute Ausgangsbasis sein, um die neuen Probleme zu bewältigen. Wie etwa die Integration der Flüchtlinge.

Mit Schwung

Papst Franziskus fällt immer wieder auf. Nämlich positiv. Gut zwei Jahre ist er Amt, mit klar erkennbarer Handschrift. Franziskus reformiert die katholische Kirche. Er gestattet Dinge, die unter seinen Vorgängern noch völlig undenkbar gewesen wären. Frauen, die sich zu einer Abtreibung entschieden haben, werden von der Kirche nicht mehr verdammt. Ihnen will Franziskus vergeben. Franziskus tut den Katholiken richtig gut. Die Kirche kann noch mehr von seinen Ideen vertragen.

Sie hatten hoffentlich einen angenehmen Arbeitstag – freuen Sie sich auf den Feierabend. Es grüßt Sie herzlich

Stefan Menzel

Stefan Menzel ist beim Handelsblatt der Spezialist für die Automobilbranche.
Stefan Menzel
Handelsblatt / Korrespondent Automobilindustrie

Kommentare zu " Was vom Tage bleibt: Wenn ein ganzes Land zum Magneten wird"

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  • Sehr geehrtes Handelsblatt,

    ziemlich daneben ist aber auch Ihre Einschätzung bzw. Aburteilung von Herrn Herrmann nebst seiner Partei.
    Lt. Wikipedia: "...Neger wird seit einigen Jahren zunehmend und immer mehr verbreitet auch als Schimpfwort gewertet,..."
    Das bedeutet das das Wort Neger nicht ausschliesslich ein Schimpfwort ist, es aber sehr wohl auch sein kann!

    Im Kontext mit dem Wort "wunderbar", keiner erkennbaren Ironie und seiner eindeutigen Mimik und Gestik hat Herr Herrmann das Wort eindeutig nicht abwertend gemeint.

    Es wäre schön wenn Sie dieses richtig stellen würden.

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