Was vom Tage bleibt

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Was vom Tage bleibt: Wenn staatliche Hilfe zum Würgegriff wird

Der Autohersteller Peugeot wird faktisch zum Staatsunternehmen, auch EADS muss noch stärkeren Einfluss der Politik fürchten und Warren Buffett entdeckt seinen grünen Daumen. Der Tagesrückblick

Florian Kolf ist Managing Editor des Handelsblatts.
Florian Kolf ist Managing Editor des Handelsblatts.

Wunderschönen guten Abend,

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Hemmungslose Politiker

Die Not muss groß gewesen sein beim französischen Autobauer Peugeot. Sonst hätte die Eigentümerfamilie kaum um Hilfe beim Staat nachgefragt - wohl wissend, dass französische Politiker keine Hemmungen kennen, wenn sie Einfluss auf die Wirtschaft nehmen können. Diese haben die Gelegenheit natürlich genutzt. Im Gegenzug für die staatlichen Garantien von sieben Milliarden Euro für Bank des Autobauers haben sie das Unternehmen faktisch unter Staatsaufsicht gestellt. Damit wird die Hilfe zur Fessel: Dem Unternehmen wird nun kaum noch Spielraum bleiben auf die schwierige Marktsituation mit mutigen unternehmerischen Entscheidungen zu antworten.

Düstere Zukunft

Welche Auswirkungen es haben kann, wenn Staaten zu viel Einfluss auf Unternehmen haben, hat das Beispiel EADS gezeigt. Weil Deutschland und Frankreich ihre Pfründe bei dem Luft- und Raumfahrtkonzern schwinden sahen, haben sie die unternehmerisch sinnvolle Fusion mit dem britischen Konkurrenten BAE Systems verhindert. Wichtiger als der Erfolg des Unternehmens ist der Bundesregierung offenbar, dass Managerposten mit Deutschen besetzt oder Standorte unabhängig von wirtschaftlicher Logik im Land gehalten werden. Dass Berlin jetzt drei Milliarden Euro in die Hand nehmen will, um Anteile an EADS zu übernehmen, lässt für die Zukunft Böses ahnen.

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Poker statt Reformen

Nicht nur Unternehmen kämpfen um ihre Eigenständigkeit, auch die hoch verschuldeten Staaten ringen um jeden Zentimeter Boden. So will Griechenland der EU mit allen Mitteln eine Verlängerung der Frist für die Umsetzung ihrer Reformen abtrotzen. Jetzt hat der griechische Finanzminister sogar schon eine angebliche Einigung mit den Geldgebern verkündet, doch die EU dementierte postwendend. Eins ist klar: Hätte die Athener Regierung nicht bisher so einen geringen Reformeifer gezeigt, wäre das Vertrauen der EU größer - und damit auch das Entgegenkommen. Nicht Pokerspiele sind gefragt, sondern Taten.

Warren Buffet setzt auf grüne Power

Was ist da in Deutschland so grandios schief gelaufen? Da sind wir der Vorreiter bei der Energiewende, sind technologisch bei Solar- und Windenergie Weltspitze, doch trotzdem gehen - unter anderem wegen einer völlig fehlgeleiteten staatlichen Förderung - reihenweise Unternehmen aus der Branche pleite. Da mag es für viele wie ein Hohn klingen, dass jetzt der legendäre Investor Warren Buffett sein Geld in Aktien von Solarunternehmen und Windkraftbetreibern steckt. Aber die Erklärung ist einfach: Der Mann hat einen langen Atem - und auf Dauer wird am Umstieg auf erneuerbare Energieunternehmen kein Weg vorbei führen. Das kann auch die chaotische Energiepolitik in Deutschland nicht verhindern.

Was fehlt? Seit gestern Abend ist mein Kollege Oliver Stock nur noch bedingt arbeitsfähig. Sein Postfach wurde geflutet von Hunderten Mails von Lesern, die sich für die Karten zur Konferenz "Falling Walls" in Berlin interessieren. Vielen Dank für diese großartige Resonanz, die Gewinner werden morgen gezogen und dann direkt benachrichtigt.

Ich wünsche Ihnen einen angenehmen Feierabend,

Florian Kolf

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  • 24.10.2012, 23:00 Uhremilioemilio

    @ Vicario

    Richtig volle Zustimmung!
    Mit den Franzacken sind Verträge nur Makulatur, bzw. der Einstieg zum eigenen Ausstieg (Verdrängung bei größtmöglichem Nutzen für F - alles ENA!

    Wenn man nur die Diskussion um "unser Gold" sieht und wiederum die wirklichen Gründe nie erfährt. Nur eins von tausenden Beispielen unserer Parteiendiktatur zur Selbstzerstörung!

    Dann erkennt man das wir seit 1949 nur im Nasenring durch die Manege geführt werden, selbstredend von unserer eigenen Regierung auch wohlwollend begleitet von unseren "ach so guten Freunden".

  • 24.10.2012, 20:36 UhrVicario

    Zitat : Weil Deutschland und Frankreich ihre Pfründe bei dem Luft- und Raumfahrtkonzern schwinden sahen, haben sie die unternehmerisch sinnvolle Fusion mit dem britischen Konkurrenten BAE Systems verhindert.
    Die Frage stellt sich hier anders : diese Partnerschaft mit den Franzosen hätte es nie geben dürfen... oder glaubt jemand, das dieser Konzern anders enden wird als SABA,DUAL,NORDMENDE,AEG,SEL,DRESDNER BANK-BNP, AVENSYS, demnächst OPEL, etc. ?
    Und die Ablehnung der Fusion mit Britten war richtig ! Sonst hätten die Amis den Laden ruiniert !

  • 24.10.2012, 18:47 UhrSchaarschmidt

    Beim Thema PSA volle Zustimmung.Das Unternehmen verbrennt jeden Monat 200 Millionen Euro,Besserung nicht in Sicht.Nun erhält man zwar einen Staatskredit,darf dafür aber weiter "Sozialismus" im Werk spielen und kaum noch Leute entlassen.
    Na dann : Nach meinen Berechnungen ist diese Kreditlinie in weniger als 3 Jahren auch verbraucht.Gute Nacht Frankreich und Guten Morgen Monsieur Hollande in der Wirklichkeit !

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