Was vom Tage bleibt

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Was vom Tage bleibt: Zetsches Zeit ist endlich

Der Daimler-Chef bleibt - aber nicht so lange wie gedacht. Nike leidet unter der Pistorius-Tat. Und Starbucks soll nicht nur Kaffee kochen, sondern auch Steuern zahlen. Der Tagesbericht.

Oliver Stock ist Chefredakteur von Handelsblatt Online.
Oliver Stock ist Chefredakteur von Handelsblatt Online.

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Ablaufdatum für Zetsche

Für manchen von uns wäre es vermutlich ein Grund zum Feiern: eine Vertragsverlängerung um drei Jahre. Daimler-Chef Dieter Zetsche zwirbelt sich allerdings lieber den Schnauzer, als dass er den Korken knallen lässt. Bei dem Autobauer werden Vorstandsverträge nämlich eigentlich fünf Jahre zu verlängert. Ausgerechnet beim Chef machte der Aufsichtsrat heute eine Ausnahme. Vertragsverlängerung light also für den 59-Jährigen. Zwischen den Zeilen steht: Zetsche muss Daimler wieder vor der Konkurrenz positionieren, sonst ist er ein Auslaufmodell.

Nike leidet

Oscar Pistorius, der schnellste Mann der Welt ohne Beine hat seine Lebensgefährtin getötet. Die näheren Umstände sind noch nicht geklärt, aber die vier Schüsse reichen für eine Mordanklage. Sie reichen allerdings auch, um im Vorleben des Chefermittlers herumzuforschen und siehe da: Der Polizist steht selbst unter dem Verdacht des versuchten Mordes. Er soll auf einen Kleinbus mit sieben Insassen geschossen haben. Während diese Wendung Teil einer Schlammschlacht sein dürfte, die Pistorius' Anwälte entfesseln, gibt es anderswo bereits Verlierer: Bei Nike war Pistorius Star einer millionenschweren Kampagne. Der Slogan der Kampagne lautete: „I am the Bullet in the Chamber“ („Ich bin die Kugel im Patronenlager“). Ergänzt durch Nikes Slogan „Just Do It“. Die Zusammenarbeit wurde jetzt bis auf weiteres ausgesetzt.

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Schluss mit locker

US-Notenbankchef Ben Bernanke und seine Kollegen haben zugeschlagen. Aus dem Protokoll der jüngste Sitzung der Fed geht hervor, dass einige Notenbanker Zweifel an Sinn und Wirksamkeit der extrem lockeren US-Geldpolitik haben und eine Drosselung oder gar eine Einstellung des Anleihekaufprogramms für möglich halten. Das drückt auf die Stimmung und damit nicht genug: Die Wirtschaft in der Euro-Zone stottert. Über allem schwebt zudem das Damoklesschwert der italienischen Parlamentswahlen am Sonntag. Bernanke will nicht mehr, Berlusconi will schon wieder und Euroland will zwar, kann aber nicht - das war zu viel für Investoren: Sie schickten den Dax heute auf Talfahrt. Minus 1,8 Prozent steht heute auf der Tafel.

Kaffee und Steuern

Nach einer Untersuchung des britischen Haushaltsausschusses hat Kaffee-Servierer Starbucks in Großbritannien einen Marktanteil von 31 Prozent, die Kette erzielt aber komischerweise seit ihrem Start dort vor 15 Jahren nur Verluste und zahlte folglich fast keine Steuern auf der Insel. Das Modell dahinter: Dort, wo die Steuern höher sind werden bei globalen Firmen Verluste ausgewiesen, dort wo sie niedriger sind Gewinne. "Wir finden es schwer zu glauben, dass ein kommerzielles Unternehmen mit einem Marktanteil von 31 Prozent, das seinen Aktionären und Investoren gegenüber verantwortlich ist, einen angemessenen Gewinn zu machen, offenbar Jahr für Jahr Verluste erwirtschaften soll", heißt es darauf im Bericht des britischen Haushaltsausschusses. Inzwischen beugt sich die Kaffeehaus-Kette dieser Einsicht und will mehr Steuern in Großbritannien zahlen. Die Bayern wollen es jetzt den Briten gleichtun und Starbucks zum Steuerzahlen bringen. Warum ausgerechnet sie - das liegt auf der Hand: Das deutsche Starbucks-Hauptquartier liegt in München. Neben Kaffee könnte hier die Gewerbesteuer üppig fließen.

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Oliver Stock

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