Was vom Tage bleibt
Zittern um die Griechen

Die EU ringt um eine Lösung für Griechenland, die FDP blüht auf. Die Anschläge von Kopenhagen machen Angst, die Karnevalisten feiern ohne Probleme und der Frieden in der Ukraine lässt auf sich warten. Der Tagesrückblick.
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Guten Abend liebe Leserinnen und Leser,

Goldene Mitte

Die Griechen gehen mit ihrer Kritik ein Stück zu weit. Wer von Staaten wie Deutschland ein Entgegenkommen verlangt, der kann sie nicht beinahe täglich verteufeln und für das griechische Missmanagement verantwortlich machen. Den Griechen sollte klar sein, dass der Grexit heute niemanden mehr schocken kann. Es gibt aber auch eine Verantwortung der reichen Staaten aus der Euro-Zone. Niemand will einen Zusammenbruch der griechischen Wirtschaft. Das bedeutet, dass Länder wie Deutschland den verarmten Griechen helfen müssen. Es dreht sich alles um den „goldenen Kompromiss“. Wir sollten uns freuen, wenn es diese Einigung am Ende doch noch gibt. Griechenland gehört einfach zu Europa.

Neubeginn

Olaf Scholz bleibt Erster Bürgermeister von Hamburg. Vielleicht wird er eines Tages doch noch Kanzlerkandidat der SPD. Aber andere bundespolitische Auswirkungen hat die Wahl an der Elbe überhaupt nicht. Der haushohe Sieg der SPD ist eine Ausnahme und wird sich im Bund oder bei anderen Landtagswahlen garantiert nicht wiederholen. Bemerkenswert ist in Hamburg allenfalls das gute Abschneiden der FDP. Die Hamburg-Wahl könnte der Wendepunkt für die Liberalen gewesen sein: Mit einem frischem Konzept, mit neuen Spitzenpersonal werden sie plötzlich doch wieder wählbar.

Heimat in Europa

Erst die Anschläge von Paris, jetzt die Attacken in Kopenhagen: Unter den europäischen Juden geht die Angst um, die Zahl der Auswanderer nach Israel steigt beträchtlich. Es ist beschämend für uns alle, dass es wieder zu einer solchen Entwicklung kommen konnte. „Nie wieder!“ – das hatten wir doch über Jahrzehnte gedacht. Wir müssen unsere jüdischen Mitbürger davon überzeugen, dass sie bleiben sollen. Sie sind Teil unserer Gesellschaft, Teil unserer europäischen Kultur. Dafür brauchen sie allerdings die Gewissheit, dass sie hierzulande wirklich sicher leben können.

Feiern und freie Meinung

Der Rosenmontag ist vorüber. Der Karneval hat seinen Höhepunkt in den rheinischen Großstädten überschritten, am Abend sind die Straßenkehrer in Aktion. Nach der völlig überraschenden Absage von Braunschweig war die Sorge groß, dass es auch in Köln oder Düsseldorf Probleme geben könnte. Doch nichts ist passiert, die Rosenmontagszüge sind wie gewohnt über die Bühne gegangen. Und wie gut, dass es in den Umzügen auch Wagen gegeben hat, mit denen die Karnevalisten an den Anschlag auf „Charlie Hebdo“ in Paris erinnerten. Über Sinn und Unsinn des Karnevals lässt sich streiten, nicht aber über Meinungsfreiheit.

Nichts ist garantiert

Das Warten in der Ukraine geht weiter. Der Waffenstillstand vom Sonntag mag einen gewissen Fortschritt gebracht haben, mehr aber leider nicht. Das Töten im Donbass hält an. Zudem können sich die Kriegsparteien nicht über den Abzug der schweren Waffen verständigen, der im Abkommen von Minsk von vergangener Woche eigentlich fest vereinbart war. Die umfassende Lösung für die Ukraine wird es so schnell nicht geben, das steht unwiderruflich fest. Jetzt muss es aber neue und zusätzliche diplomatische Anstrengungen geben, damit zumindest der Waffenstillstand greift. Das Sterben in der Ostukraine dauert schon lange genug.

Herzlichst Ihr

Stefan Menzel

Stefan Menzel ist beim Handelsblatt der Spezialist für die Automobilbranche.
Stefan Menzel
Handelsblatt / Korrespondent Automobilindustrie

Kommentare zu " Was vom Tage bleibt: Zittern um die Griechen"

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  • Zittern um die Griechenland? Wie kommen sie den darauf Herr Menzel. Eher heute als morgen sollte Griechenland aus dem Euro fliegen. Vielleicht auch aus der der EU, was ich nur befürworten kann.
    Allein das Griechenland schon wieder über die ELA Kredite eine Lumperei betreibt auf kosten der gesamtem EU ist absolutes Unding.

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