Waste Management
Nichts als Müll

Sollten die Aktionäre von Waste Management versuchen, dem größten Entsorger Amerikas bei seiner geplanten Übernahme des Konkurrenten Republic Services in die Parade zu fahren? Anfang der Woche hatte Waste Management seine Offerte für Republic nachgebessert. Mindestens ein Großaktionär, nämlich Bill Gates, wehrt sich dagegen. Nach finanziellen Gesichtspunkten sieht der Deal auch nicht sehr überzeugend aus. Die Aktionäre sollten vielleicht versuchen, den Board zum Rückzug zu bewegen.

Waste Management hat seine Offerte für den Konkurrenten Republic Services um neun Prozent auf 37 Dollar je Aktie oder insgesamt 8,2 Mrd. Dollar nachgebessert. Mindestens ein bedeutender Aktionär des größten US-Entsorgungsunternehmens stemmt sich gegen die Übernahme, die nicht überzeugend aussieht. Die Aktionäre sollten vielleicht versuchen, den Board zu einem Rückzug zu ermutigen.

Versuchen wir einmal, das Ganze schnell auf einem Bierdeckel durchzurechnen. Laut Waste Management könnte die zusammengeschlossene Firma Synergien über rund 200 Mill. Dollar erzielen. Wenn man diesen Betrag zu den für 2009 geschätzten Ergebnissen von Republic vor Zinsen und Steuern von 661 Mill. Dollar hinzuaddiert, und die gemeinsamen Erträge mit einem Satz von 37 Prozent besteuert, dann erhöht sich der Nettogewinn von Waste Management um 542 Mill. Dollar. Die Gesamtkapitalrendite läge dann nur bei 6,6 Prozent und damit unter den gewichteten durchschnittlichen Kapitalkosten von Republic von 8,6 Prozent.

Der Abschluss mag vielleicht bedeutend besser aussehen, wenn Waste Management erst einmal Einblick in die Bücher von Republic erhält und feststellt, dass weitere Kostenkürzungen möglich sind. Aber der Entsorger müsste die Kostensenkungen schon mehr als verdoppeln, wenn der bestehende Preis einen Sinn ergeben soll. Vielleicht hat Waste Management noch ein paar Kapitalstrukturtricks auf Lager. Aber der Abschluss müsste fast ganz mit Fremdkapital finanziert werden, damit die Rendite den Finanzierungskosten des Deals entspricht.

Natürlich ist diese Berechnung nur ein Weg, wie man die Transaktion betrachten kann. Waste Management könnte mehrere andere Möglichkeiten finden, um den Preis gegenüber den Aktionären vertreten zu können. Aber ihre eigenen Aktien sind um vier Prozent gefallen, seitdem sie das erste Übernahme-Angebot vorgelegt hat - das selbst eine opportunistische Reaktion auf die Offerte von Republic war, mit Allied Waste einen anderen Konkurrenten zu kaufen.

Der Board von Republic hat bisher noch keine Verhandlungen aufgenommen. Es ist daher unwahrscheinlich, dass er in die momentane Offerte einwilligt. Die Aktionäre von Waste Management sollten ihrem Board vielleicht nahe legen, sein Interesse zu zügeln, bevor die Begeisterung, mit der das Unternehmen den Abfall aus dem Gebot von Republic für Allied Waste aufsammelt, den Wert von Waste Management noch weiter beschädigt.

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