Web 2.0
YouTube kontra Facebook

Der Markt für Online-Videos und soziales Networking wächst schnell und lockt Top-Talente an. Aber keiner der marktführenden Köpfe macht den Eindruck aus der riesigen Nutzergemeinde wirklich Geld zu machen. Dennoch sieht es so aus, als ob YouTube den Wettlauf um die Versilberung von Web 2.0 gewinnt.

Der Markt für Online-Videos und soziales Networking wächst wie Unkraut und lockt Top-Talente an. Aber YouTube und Facebook, die in ihrem entsprechenden Marktsegment Spitzenreiter sind, erwecken nicht den Eindruck, aus ihrer großen Nutzergemeinde richtig Kapital schlagen zu können. Dennoch sieht es so aus, als ob YouTube den Wettlauf um die Versilberung von Web 2.0 gewinnt.

Die Zahl der Videos, die online verfolgt werden, boomt. Im März fanden die Online-Videos in den USA 11,5 Milliarden Zuschauer, nach Angaben von Comscore ein Zuwachs um 64 Prozent gegenüber dem Vorjahr. Und dank der tiefen Taschen der Mutter Google - die notwendig sind, um massenweise Server und andere Infrastruktur einzukaufen - gingen 40% des Zuwachses auf das Konto von YouTube.

Auch die sozialen Netzwerke wachsen schnell. Im Juni besuchten über 580 Millionen globale Nutzer die Kontaktseiten im Internet - gemessen am Vorjahr ein Zuwachs um ein Viertel. Facebook ist mit 132 Millionen Besuchern pro Monat nicht nur das weltweit größte soziale Netz, sondern wächst auch am schnellsten. Im vergangenen Jahr stieg die Zahl der Nutzer um 153 Prozent.

YouTube und Facebook locken auch Top-Talente, darunter auch eine überraschend große Zahl von Wechslern zwischen den beiden. Einer davon ist Ben Ling, ein ehemaliger Googler, der jetzt Facebook verließ, um zurückzugehen und YouTube zu managen.

Aber keins der beiden Unternehmen hat bisher viel Geld verdient. YouTubes Ertragsziel für dieses Jahr liegt bei 200 Millionen Dollar, eine dürftige Summe für den Marktführer einer Branche, die im vergangenen Jahr Venture-Capital-Investitionen in Höhe von 461 Millionen Dollar anzog. Und Facebook rechnet in diesem Jahr mit einem Gewinn vor Zinsen, Steuern und Abschreibungen von lediglich 50 Millionen Dollar - gerade einmal ein Drittel von einem Prozent des Werts, den der Markt, angeführt von Microsoft, dem Unternehmen beimisst. Beide Unternehmen müssen sich also strecken, um ihren jüngsten Erfolg auch zu barer Münze werden zu lassen.

Einer von beiden, YouTube, wird wohl die Nase vorn haben. Der Marktvorsprung des Unternehmens ist überwältigend. Allein die Verwaltung der Videos kostet Google eine Million Dollar pro Tag, Aufwendungen, die nur wenige andere Unternehmen tragen könnten. Und mit einer zunehmenden Zahl von Nutzern, die Videos hochladen - 7,8 Millionen Minuten pro Stunde nach der jüngsten Berechnung - gibt es immer weniger Grund woanders hinzugehen. Gelingt es die Copyright-Probleme zu lösen und die Nutzer davon zu überzeugen, Werbung zu dulden, dann müsste YouTube ordentlich Kasse machen können.

Für Facebook sind die Risiken größer. Zwar hat auch dieses Unternehmen einen beeindruckenden Marktvorsprung, aber die Eintrittsbarrieren sind im sozialen Networking geringer. Potenzielle Konkurrenten müssen damit nicht so tief in die Tasche greifen wie Google, um sich heranzukämpfen. Und Facebook muss mit dem Datenschutz vorsichtig sein, wenn es versucht persönliche Informationen für maßgeschneiderte Werbung oder Marketingkampagnen zu nutzen.

Beide Web-2.0-Schwergewichte haben hervorragende Aussichten. Aber augenblicklich sieht es ganz danach aus, dass YouTube das Rennen gewinnt.

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