Weg mit Afrika
PPR setzt niedriges Preisziel für Börsengang afrikanischer Sparte

Das französische Einzelhandels- und Luxuskonglomerat will ihr afrikanisches Auto- und Pharmageschäft an die Börse bringen. Die Bewertung liegt am unteren Ende der Schätzungen, doch die Märkte könnten noch nicht bereit sein, eine afrikanische Wachstumsgeschichte zu kaufen.
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PPR beginnt den Verkauf des Familiensilbers mit dem Börsengang der afrikanischen Handelstochter CFAO. Zusammen mit den verkauften Vermögenswerten könnte das französische Luxuskonglomerat dabei auch seinen Ruf verlieren, ein gerissener Verkäufer zu sein, der für seine Veräußerungen Höchstpreise erzielt.

Die Preisspanne von CFAO bewegt sich mit 1,5 bis 1,8 Milliarden Euro am unteren Ende der meisten Schätzungen, selbst wenn man den bei Börsengängen üblichen Abschlag berücksichtigt. Die Märkte werden sicherlich keinen höheren Wert für CFAO ermitteln als die Handelskäufer und privaten Beteiligungskapitalfirmen, denen PPR in den letzten Monaten die kalte Schulter zeigte. Die Sparte würde mit etwas mehr als dem neunfachen des diesjährigen operativen Gewinns bewertet, bei PPR liegt das Verhältnis über elf.

Das französische Konglomerat hat sich einer langfristigen Strategie der Rückbesinnung auf das Luxus- und Modegeschäft verschrieben, die übrigen Sparten, vor allem aus dem Einzelhandel, sollen abgestoßen werden. CFAO erscheint im PPR-Portfolio wie das hässliche Entlein, dadurch wurde es zum ersten Kandidaten für einen Ausstieg.

Die Gruppe möchte nur 50,5 Prozent an CFAO verkaufen. Wenn eine Mehrzuteilungsoption ausgeübt wird, würde der Anteil auf 58 Prozent steigen. Damit würden zwischen 770 Millionen Euro und einer Milliarde Euro eingenommen. Die Erlöse würden helfen, den aktuell das 3,3fache des Ebitda betragenden Schuldenberg auf ein erträglicheres 2,7faches abzubauen. PPR wird am Ende auch den Rest verkaufen. Das könnte die Aktie noch eine Weile belasten, obwohl PPR angibt, es nicht eilig zu haben. Das Behalten eines Anteils gibt PPR aber wenigstens die Möglichkeit, von künftigen Kursaufschlägen zu profitieren.

Es könnte einiger Überzeugungsarbeit bei Investoren bedürfen, um sie glauben zu machen, dass der afrikanische Kernmarkt von CFAO vor einer Belebung steht. Tatsächlich scheint PPR auf einem Tiefpunkt zu verkaufen. Ein elfprozentiger Umsatzrückgang macht CFAO auf Sicht von neun Monaten zur am schlechtesten abschneidenden PPR-Sparte.

Es könnte noch einige Zeit dauern, bis die afrikanischen Hoffnungen Realität werden. Wenigstens bittet PPR Investoren nicht darum, etwas anderes anzunehmen.

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