Euro-Krise
Erniedrigte Bundesbank: Euro auf Lira-Kurs

Die Finanzmärkte jubeln. Doch die Entscheidung der EZB zum massenhaften Ankauf von Staatsanleihen ist ein Fanal. Die Geldschöpfung eskaliert, Deutschland wird abgezockt – und gedemütigt.
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Es ist – man muss der Wahrheit ins Auge sehen - das Ende der Bundesbank. Die Entscheidung der EZB zum unbegrenzten Ankauf von Staatsanleihen lässt die Geldschöpfung eskalieren, die Notenbank gibt ihre Unabhängigkeit auf, sie steigt in die direkte Staatsfinanzierung ein und damit in ein unkalkulierbares Inflationsrisiko. Die größte geldpolitische Sünde seit dem Zweiten Weltkrieg wird Realität.

Diese Entscheidung ist nicht nur gegen die Stimme der Bundesbank und ihres ebenso tapferen wie verzweifelten Präsidenten Weidmann gefallen. Sie ist gefallen, um die Stabilitätstradition der Bundesbank ganz gezielt zu vernichten.

EZB-Präsident Mario Draghi macht aus seinem Triumph keinen Hehl. Er hat mit dieser Entscheidung ganz Europa gezeigt, dass die Deutschen in Frankfurt zu Randfiguren degradiert worden sind. Weder die Bitten den Bundesregierung, noch die Mahnungen deutscher Wirtschaftswissenschaftler noch die dramatischen Einwände der Bundesbank spielten mehr eine Rolle.

Draghi hat seine Mehrheit und die demonstriert er wie ein Balotelli der Geldpolitik.

In seiner Begründung kaschiert der selbstbewusste Italiener seine vornehmlich politischen Motive auch gar nicht. Er spricht nicht wie ein Notenbanker, er tönt wie ein Staatenlenker: Er garantiere (!) die Unumkehrbarkeit des Euro. Ihm geht es nicht um Geldwertstabilität, ihm geht es um die Rettung einer Politik, das Rauskaufen und Weginflationieren der Staatsschulden, um den ganz großen Lira-Trick.

Jahrzehntelang hatte die italienische Notenbank die römischen Staatsschulden aufs unsolideste mitfinanziert. Nun folgt man dieser Weichwährungstradition auf europäischer Ebene.

Die Stabilitätslinie der Bundesbank hingegen ist beendet, ja demonstrativ erniedrigt. Unter großem Gejohle der schuldentrunkenen Südstaaten ist die EZB jetzt auf Lira-Linie. Es ist als ob der Vorsitzende der anonymen Alkoholiker den Whiskykeller weit aufmacht und zum Gelage einlädt.

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Draghi lässt sich nicht stoppen - auch nicht von Karlsruhe

Kommentare zu " Euro-Krise: Erniedrigte Bundesbank: Euro auf Lira-Kurs"

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  • Wolfram Weimer trifft den Nagel wieder einmal auf den Kopf. Seine Kommentare sind wirklich lesenswert und nennen die Dinge ungeschminkt beim Namen. Man kann sich nur noch in Galgenhumor flüchten. Wer mag, kann sich meinen Beitrag zum gleichen Thema durchlesen. Titel: "Zaubern auf italienisch: Draghi verwandelt Euro in Lira" (www.klodeckel-des-tages.de)

  • Neidische und arme Menschen?
    wer durch Lug und Trug REICH geworden ist, ist wohl
    der bessere Mensch? passt auf euer Vermögen auf!
    es gibt Unmut der nicht unterschätzt werden darf!
    dazu ist das Forum da, um sich Luft zu machen gegen diese
    Ungerechtigkeit auf der Erde.

  • So wie die Beleidiger hier reden, muss ich annehmen, dass sie sich
    im besten sozialen Netz, das es auf der Welt gibt ausruhen.Wenn
    wir arbeiten haben Sie ja den ganzen Tag Zeit solche üblen
    Kommentare zu schreiben. Neidische und arme Menschen, die
    es zunichts gebracht haben. Kein Unternehmer würden Sie
    einstellen bei dem Gedankengut.Jeder hier im Blog merkt welches
    Geisteskind Sie sind.

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