
BerlinDie Vierzig-Prozent-Marke ist erreicht. In den Meinungsumfragen steigt die Union auf gefühlte Werte der Bonner Republik. Im Adenauer-Haus verbreitet sich ein Selbstbewusstsein, als sei man der FC Bayern der deutschen Politik. Dabei ist der Höhenflug weniger dem eigenen Verdienst zuzuschreiben als der Schwäche der Konkurrenz – und der Kanzlerin persönlich.
Mindestens ein Drittel des CDU-Erfolges geht auf das individuelle Konto Angela Merkels. Ihre Beliebtheit gewinnt zusehends institutionellen Charakter, sie avanciert zur nationalen Selbstverständlichkeit. Wie eine Großmutter der Macht wird sie inzwischen wahrgenommen. Das sie Deutschland clever durch die Schuldenkrise steuert, erklärt nicht einmal die Hälfte ihres Erfolges. In Wahrheit verkörpert sie das Prinzip Vertrauen.
Der CDU hingegen bröselt das Grundvertrauen ihrer Wähler langsam dahin. Die Partei funktioniert als Kanzlerwahlverein perfekt, als richtungsgestaltende Macht hingegen hat die Union erhebliche Schwächen. Sie verliert Landtagswahl um Landtagswahl, viele Kernwähler sind entfremdet und kaum mehr wird sie als eine Deutungsmacht in Grundfragen der Gesellschaft wahrgenommen. Ihr intellektuelles Vorfeld ist zu eine Speisekammer der Machthungrigen geschrumpft.
Das zweite Drittel des CDU-Erfolges liefert brav die FDP. Deren bürgerliche Wählerschaft läuft in Scharen zur Union über, zumal viele liberal Gesinnte sich bei Angela Merkel und ihrer entkonservativierten Union gut aufgehoben fühlen. Die Erfolge der FDP in dieser Regierung werden als minimal empfunden, die hohe Erwartungshaltung ihrer Wähler hat die Partei nicht einmal in Ansätzen erfüllt. Und das Spitzenpersonal wirkt wahlweise unreif oder selbstbezogen. Die Union gewinnt also an Zustimmung auf Kosten eines taumelnden Partners.
Das letzte Drittel wird der Union durch die Opposition beschert. Die Linkspartei wirkt nur noch wie ein mentaler DDR-Veteranenverband, die Piraten zerfleischen sich mit der Lust eines neu gegründeten Masochistenvereins, die Grünen sind mit Personalfragen und einem internen Generationenwechsel beschäftigt, der immer und immer noch nicht kommt. Und die SPD hat sich für einen Kanzlerkandidaten entschieden, der vollauf damit beschäftigt sich, seine verblüffenden Nebeneinkünfte zu erklären. Für die Union droht aus dieser Opposition keine ernste Gefahr, obwohl die Bundestagwahl gar nicht mehr weit ist.
Die Schwäche der anderen aber macht noch keine eigene Stärke. Schon bei der kommenden Landtagswahl in Niedersachsen dürfte sich die Kehrseite der Konstellation zeigen. Zwar wird die Union aller Voraussicht nach stärkste Partei mit achtbaren Ergebnissen, doch einen Koalitionspartner hat sie nicht mehr. Das Land dürfte für die CDU – ebenso wie danach Hessen – an rot-grüne Regierungen verloren gehen. Dass ist so, als ob dem FC Bayern plötzlich der Abstieg droht, obwohl man doch so grandios gewirkt hatte. Kurzum: Die Union ist ein Scheinriese.

2,)Natürlich wünscht sich Herr Weimer eine große Koalition.
Das hat er nach kurzem Schlenker und der Prognose einer
schwarz-grünen Regierung im TV vor einigen Wochen in der
Journalistenrunde der ARD Sonntags-Mittag, klar präferiert.
Nur nach der Hetze gegen den Kandidaten Steinbrück wird
der Papst eher einen Homosexuellen heiraten, als die SPD
bereit sein,eine neue Koalition einzugehen.
Warum sollte die SPD Frau Merkel dabei helfen, die Scherben ihrer Regierungszeit zusammen zu kehren!!Nach der Erfahrung
der Jahre 2005-2009 grenzt das an Masochismus, die SPD würde
auseinander fliegen.Das hat die SPD schon einmal gemacht,nach
den Jahren Kohl, als Deutschland der kranke Mann Europas war.
Darunter leidet die SPD noch heute,Stichwort Hartz 4.
Es sieht also schlecht aus, für Frau Merkel, sie befindet
sich auf der Abschiedstour. Da könnte ihr nicht einmal
Obama helfen, und der wird sich bei dem bekannt "guten"
Verhältnis der Beiden sicher nicht instrumentalisieren
lassen. Dazu ist er schlicht zu clever.
Wobei wir wieder wie zu Anfang in den USA währen.

Aber hallo Herr Weimer,
Sie haben aber schnell aus den Wahlen in den USA gelernt.
Respekt! Während hierzulande alle Medien rauf und runter
von einem knappen Ausgang geschwafelt und geschrieben
haben, habe ich schön brav den Blog 538 der NYT gekuckt.
Im gasamten Wahlkampf hat Romney auch nur den Hauch einer
Chance gehabt.Was Wahlmänner angeht, er war meilenweit
von den 270 entfernt. Manchmal habe ich gedacht, ich bin
in einem Paralleluniversum.Es war grotesk.
Die aktuellen Umfragen hierzulande,wohlgemerkt Monate vor
der Wahl, sind sehr tückisch.Trotz massivem Medienfeuer
gegen den Kandidaten, verliert die SPD nur 1 % während
die CDU 1 % gewinnt,die Grünen legen jedoch 3 % zu!!
Die Partei CDU liegt meilenweit von den Werten der
Kanzlerin entfernt, 20 % ist ein astronomischer, negativ
ausgedrückt desaströser Wert!! Die FDP jedoch dümpelt weiter bei 3-4 %!!Die Wahrscheinlichkeit eines Einzuges
in den nächsten Bundestag tendieren gegen null.Zumal noch
ziemlich unangenehme Dinge ans Licht kommen werden,Stichwort illegale Parteienfinanzierung!!!
Selbst wenn alles schön ruhig bleiben würde,also um den
Euro nur "positive"Nachrichten (schönes Wort),kein massiver
Ärger um den EU-Haushalt,Griechenland plötzlich das
Hauhaltsdefizit in den Griff bekommt,Spanien schwups wie
Kai aus der Kiste springt,seine Bankenprobleme im Griff hat,
Frankreich plötzlich Vollbeschäftigung hätte,keine neuen
Schulden im Haushalt währen, nicht strukturell!! sondern
tatsächlich null, die Energiewende plötzlich Dank göttlicher
Führung klappt,die Strompreise sinken und sehr starke
Minister in der Regierungskoalition wären, es reicht einfach
nicht.Das hat Weimer erkannt.Wenn er jetzt von seiner Merkel-ist-die-Größte-Manie abrückt,das wäre mal ein Anfang!!

"Ihr intellektuelles Vorfeld ist zu eine Speisekammer der Machthungrigen geschrumpft."
Zustimmung, aber gilt das nicht auch für die anderen Parteien im Bundestag?
Öffentliche Ämter, Rednerpulte, Bodyguards und Dienstwagen ziehen hauptsächlich einen Typus Mensch an, der in der Psychologie als Hysteriker bezeichnet wird, die übrigen drei Persönlichkeitstypen (s. Riemann, "Grundformen der Angst") muss man mit der Lupe suchen. Dementsprechend einseitig sind die Parteien zusammengesetzt und agieren unisono verantwortungslos.
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