Weimers Woche

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Weimers Woche: Die Energiewende braucht eine Wende

In der Panik von Fukushima hat Berlin eine Energiewende beschlossen, die überhastet und unausgegoren war. Nun häufen sich die Probleme, und der Plan droht zu scheitern. Es wird Zeit für eine Wende zur Besonnenheit.

Wolfram Weimer ist Handelsblatt-Kolumnist („Weimers Woche“) und Buchautor. Zum 50. Jahrestag will er eine Sonderausgabe des legendären Satiremagazin "Pardon" herausgeben.
Wolfram Weimer ist Handelsblatt-Kolumnist („Weimers Woche“) und Buchautor. Zum 50. Jahrestag will er eine Sonderausgabe des legendären Satiremagazin "Pardon" herausgeben.

In Fukushima werden die Bade-Strände wieder geöffnet, Japan fährt seine Atomkraftwerke unbekümmert hoch und die Internationale Atomenergiebehörde meldet einen weltweiten Boom bei Neubauten von Kernkraftwerken. Vor einem Jahr hatten wir gedacht, die Welt werde sich nach der Katastrophe von der Atomenergie verabschieden, nun aber geschieht das Gegenteil.

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Alle vier Wochen wird fortan irgendwo auf der Welt ein neuer Meiler in Betrieb genommen. Von China bis Argentinien, von Indien bis Polen, von Russland bis Brasilien. Selbst Länder wie die Türkei, Thailand oder Bangladesh setzen nun auf Atomenergie. Nur Deutschland steigt aus. Und zwar radikal.

Energiepolitik

Die vor einem Jahr beschlossene Energiewende wirkt rückblickend wie eine einsame Panikreaktion der hiesigen Politik. Man wollte nurmehr raus - koste es, was es wolle. Nun aber beginnt es zu kosten. Die Strompreise steigen, die Industrie ächzt, der BDI schlägt Alarm, Sozialverbände warnen, denn Geringverdiener können sich bald den Strom nicht mehr leisten.

Zugleich wird die Stromversorgung in Deutschland labiler, die Furcht vor Blackouts im kommenden Winter macht die Runde, der Netzausbau stockt, der Bau neuer Gaskraftwerke auch. Und schließlich wird in der Not auch noch mehr Kohle verstromt, was die Klimabilanz trübt. In allen drei Zielen Sauberkeit, Sicherheit und Bezahlbarkeit droht die Energiewende zu scheitern.

Die Regierung in Berlin wird darum langsam nervös. Sie spürt, dass das Projekt misslingt und sucht nach Auswegen. Der neue Umweltminister Altmaier muss retten, was zu retten ist, vor allem aber soll er das Thema aus dem Bundestagswahlkampf halten. Mit seiner rheinischen Umarmer-Natur wird er manchen Konflikt entschärfen, die wesentlichen Widersprüche aber nicht auflösen können.

  • 23.07.2012, 14:53 UhrWirklichkeit

    Wer ein Zerrbild von der Wirklichkeit hat wie Herr Weimer, der kommt natürlich auch zu falschen Schlussfolgerungen!

    Weder fährt Japan seine AKWs "unbekümmert hoch", weder gibt es einen "weltweiten Boom bei Neubauten" (schon gar nicht "alle 4 Wochen einen neuen Meiler"!). Deutschland ist auch beileibe nicht das einzige Land, dass aus der Atomkraft aussteigen will und schon gar nicht radikal! Die Strompreise für die Industrie sind in den letzten Jahren gefallen, die Stromversorgung so günstig wie seit Jahren nicht mehr. Und die Klimabilanz wird auch nicht getrübt, liegen die Emissionsobergrenzen doch fest!

    Wer schon bei der Lagebeschreibung so falsch liegt wie Herr Weimer, braucht man auf dessen Lösungsvorschläge gar nicht mehr einzugehen!

  • 23.07.2012, 13:03 Uhrmargrit117888

    Sonnenschein
    repräsentative Umfragen?
    Da wrden 1000 Leute befragt und das ist dann die Mehrheit

  • 23.07.2012, 13:02 Uhrmargrit117888

    Dagmar-K
    ja, genau daran macht man die Mehrhit fest.
    Wenn dann noch Claudia Roth mitläuft, ist es eine doppelte Mehrheit

  • Kommentare
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