Weimers Woche: Die Prozente der AfD könnten Merkel fehlen

Weimers Woche
Alternative gegen Deutschland

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Die Prozente der AfD könnten Merkel fehlen

Denn sollte die AfD auch nur drei oder vier Prozent bei den Bundestagswahlen erreichen, dann dürften das genau die Prozente sein, die Angela Merkel für eine bürgerliche Koalition braucht. Die Lager liegen dicht beieinander, sodass die AfD just die Wiederwahl Merkels verhindern und eine linke Regierung in Deutschland erst ermöglichen könnte. Gerade die Konservativen würden so den politischen Linksruck im Lande auslösen.

Auch sachlich droht die AfD just deutsche Interessen zu beschädigen, wo sie doch genau die eigentlich schützen will. Denn derzeit fährt Deutschland mit dem Merkelmanagement dieser Krise prächtig. Als sei das Land ein gigantischer Hedgefonds profitieren wir von den Euro-Spielregeln, die wir momentan selbst bestimmen. Der krisenbedingte Kapitalzufluss nach Deutschland ist so groß, dass wir über die extrem niedrigen Renditen der Bundesanleihen Zinsersparnisse in Milliardenhöhe genießen. Das niedrige Zinsniveau beflügelt gleichzeitig die Investitionsneigung hierzulande wie ein Sonderkonjunkturprogramm.

Außerdem sind die meisten unserer europäischen Handelspartner fest ins Euro-Währungsregime eingebunden, sie können also nicht abwerten, so dass Deutschland seine Produktivitätsvorteile zum eigenen Nutzen immer konsequenter ausspielen kann. Und da Südeuropa schwächelt, neigt der Euro in seinem Außenwert auch noch zur Schwäche, sodass sich am Ende sogar unsere Exportwirtschaft noch einmal extra freuen kann. Deutschland profitiert derzeit also in dreifacher Weise von der europäischen Schuldenkrise, und Wirtschaftswissenschaftler beziffern diesen Krisenbonus auf mittlerweile bis zu 100 Milliarden Euro.

Solange es keinen großen Crash gibt, geht die Hedgefonds-Strategie bestens auf. Das nationale Interesse Deutschlands ist momentan also eine Erhaltung und nicht die Beseitigung des Status Quo. Wenn aber über eine Massenbewegung wie die AfD die politische Stabilität Deutschlands infrage gerät, dann könnte das derzeit für uns günstige Krisen-Design rasch zusammen brechen. So oder so – parteipolitisch wie wirtschaftspragmatisch – schadet die AfD ihrem eigenen Anliegen. Genau betrachtet ist sie eher eine „Alternative gegen Deutschland”.


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Wolfram Weimer
Wolfram Weimer
Handelsblatt / Gastautor

Kommentare zu " Weimers Woche: Alternative gegen Deutschland"

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  • Ich stimme Ihnen in den meisten Punkten zu. Mit der AfD verbinde ich ebenfalls die Erwartung, sie könne, erst einmal im Bundestag angekommen, sowohl europa- als auch innenpolitisch als Regulativ zu den jeweils Regierenden dienen. Und zwar als eines mit (Zitat) "geballter Sachkompetenz" (Zitat Ende). Auch mit CDU/CSU und evtl. mit Frau Dr. Merkel in Regierungsverantwortung käme es dann womöglich zu einer (Zitat) "Regeneration des bürgerlichen Lagers" (Zitat Ende). Die AfD ist eine Partei, der niemand ernsthaft vorwerfen kann, sie handele gegen die Grundwerte unserer Gesellschaft und gegen das Grundgesetz. Wähler, die bisher vom Opportunismus der gewählten Parteien (man könnte auch sagen, von deren Macchiavellismus, wenn man richtig ernüchtert ist, aber so weit möchte ich dann doch nicht gehen) nach den Wahlen regelmäßig entmutigt worden sind, wären dann im Bundestag durch die AfD vertreten. Was ich mir ebenfalls wünsche.

  • fransch
    ja stimmt. Das macht wirklich bedenklich
    Wir nähern uns immer mehr einer DDR 2.0

  • Die AFD wird vielleicht Schwarz/Grün die Mehrheit kosten, ok,,kannmsein, was geschiehtndann:

    Rot/Grün wäre natürlich das Schlimmste, was uns passieren könnte, doch wenn sie die Mehrheit bekommen werden sie es machen.
    Grün ist mittlerweile genauso regierungsschädlich wie die Freiemdeutsche Partei beeinflussbarer Politiker, sprich FDP?
    Grün hat die Solarindustrie an die Wand gefahren, da sie mit einer vollkommen überzogenen Förderung ein Baby fett gemacht hatten, dass nie lernte auf dem Weltmarkt zu laufen.
    Die katastrophale Wärmedämmverordung von ROT/GRÜN sorgte für feuchte Wände und erheblichen Sanierungsbedarf nach ein paar Jahren bei sanierten und neuen Häusern.
    Im Bereich Gesundheit sind sie fast genauso tot wie unser Gesundheitsminister Bahr/FDP.
    Um es noch ein wenig zu überspitzen, es sind tote Leichen.
    Grün ist mittlerweile Purpur, ausser gegen Atomkraft zu sein, dälltndenen nichts mehr ein.
    Ein grinsender "Tritt Ihn" und eine Claudia Roth die in türkischen Krimis auftritt um Wählerdtimmen von Deutsch/Türken zu ergattern, obwohl danach Vergewaltigungs- und Unterdrückungs Novelas im türkischen Fernsehen laufen, was soll man davon halten?

    SPD zu wählen in der Hoffnung, es komme SCHWARZ/ROT kann schief gehen und schon haben wir den Salat, SCHWARZ/ROT bestellt und ROT/GRÜN erhalten und schon verderben wir uns den Magen mit einer Kombination die fast bar jeglicher Wirtschaftskompetenz wäre und das in diesen Zeiten!

    Also, was tun? Ich wähle schwarz, wobei ich auch mit der FD sympatisiere, denn dort ist, was anderen fehlt, wirtschaftliche Kompetenz. Doch auch hier ist mir das Risiko zu gross, dass eine zu starke AFD ROT/GRÜN erwirkt, also hebe ich mir die AFD als Nchtisch f.d. nächste Landtagswahl vor, dannnhaben die auch einigermassen brauchbare Strukturen geschaffen.

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