Weimers Woche
Die Schuldenstaubsauger vom Main

Die Europäische Zentralbank will Staatsanleihen kaufen und so Eurobonds durch die Frankfurter Hintertür einführen. Deutschland wehrt sich nur noch halb. Dahinter steckt ein linkes Kalkül und eine ganze Reihe Motive.
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Mario Draghi hat den großen Befreiungsschlag angekündigt und ein Patschehändchen geliefert. Der EZB-Präsident wollte die Notenbank nach amerikanischem Vorbild in einen gigantischen Schuldenstaubsauger verwandeln. Doch Deutschland zieht ihm den Stecker und verhindert den massenhaften Aufkauf von Staatsanleihen – vorerst. Denn der Widerstand bröckelt. Die Bereitschaft wächst, aus der Zentralbank eine Gelddruckmaschine für Schuldenstaaten zu machen. In Südeuropa sowieso, da sieht man im Schuldenstaubsauger vom Main die bequemste Lösung für die Krise. Anstatt zu sparen, seriös zu wirtschaften, sich endlich zur Wettbewerbsfähigkeit zu quälen, könnte man einfach auf die anrollenden Geldlaster aus Frankfurt warten.

Aber auch bei uns finden Linke, Sozialdemokraten und Grüne zusehends Gefallen an der Idee – die Eurobonds kämen dann nämlich durch die Hintertür in deutsche Haus. Es gehört zu den Unbegreiflichkeiten dieser Krise, dass Rot-rot-grün sich gegen nationale Interessen und gegen die Geldwertstabilität positioniert. Die jüngsten Umfragen zeigen bereits, dass diese Strategie SPD und Grünen eher schlecht bekommt. Und trotzdem fallen sie der Kanzlerin und der Bundesbank in deren Widerstand gegen den EZB-Putsch in den Rücken. Dafür gibt es vier Motive:

Erstens - das naive Motiv: Es gibt es unter Linken ein sympathisches Solidaritätsgefühl, das man die armen Südeuropäer nicht fallen lassen dürfe. Daher lässt man sich immer wieder voreilig auf Hilfspakete ein, auch wenn die in Wahrheit Raubzüge an deutschen Sparern darstellen.

Zweitens - das Verschleierungsmotiv: Rot-grün will vergessen machen, dass es just ihre Entscheidung war, ein völlig unreifes Griechenland in die Euro-Zone zu lotsen, obwohl man wußte, dass die Bedingungen dazu hinten und vorne nicht stimmten. Es war ein Akt der Gutmenschenpolitik, die sich heute so bitter rächt.

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Die Schuldenstaubsauger vom Main

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Wahltaktische und ideologische Motive

Kommentare zu " Weimers Woche: Die Schuldenstaubsauger vom Main"

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  • Zustimmung, nur dass das linke Lager alleine den Weg in den Schuldensozialismus will ist ein fataler Irrtum. Unsere Sozi Mutter Merkel will es höchstpersönlich. Schliesslich hat sie es nicht anders gelernt. Und so ist sie immer erst dagegen und dann marschiert sie Seit an Seit mit den Sozis und die alten Lieder klingen. Brrrr.

  • Selbstverständlich wird von der Griechischen Notenbank seit
    Wochen still u. leise Geld gedruckt(ELA Programm), sonst
    wären bei den Eigenkapitalausstattungen der griech. Banken alle
    Geldautomaten schon längst leer. Wenn unsere Nullnummern
    dem Fussvolk nicht mal erklären können, was das ELA Programm
    für ein Schaden in Europa anrichtet; wer traut sich?
    Wir, das Volk werden nur vera. . . !
    MfG
    Walter Schmid

  • Die Frage aller Fragen ist doch,warum investieren Banken nicht mehr in Staatsanleihen dieser Länder und bauen diese unter Verlust sogar weiter ab,obwohl der Zins und Zinseszins gerade sehr gut ist? Rechnen sie insgeheim mit einem weiteren Schuldenschnitt a´la Griechenland,nun auch für Spanien und Italien ?
    Warum akzetieren sie lieber niedrige Zinsen für Deutschland und die USA,die nicht einmal die eigenen Kosten decken,siehe Negativzins in Deutschland?
    Warum funktioniert der Interbankenmarkt nicht mehr?
    Warum bekam z.B. eine SocGen letztes Jahr kaum noch frisches Geld am Interbankenmarkt,obwohl die Bank als solide gilt?
    Warum leihen sich die Banken erst Milliarden von der EZB,um diese dann als Übernachteinlage doch wieder unter Zinsverlust bei selbiger anzulegen?
    Fragen über Fragen,solange die Banken sie selber nicht glaubwürdig beantworten können,bleibt uns die Bankenkrise mit Gewinnwarnungen,wie kürzlich bei der DBK erhalten.

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