Weimers Woche Gipfeltreffen der Sünder

Die Chefs der Notenbanken treffen sich in Jackson Hole. Was früher ein Treffen solider Stabilitätsexperten war, ist heute ein Gipfeltreffen der Geldbeschaffer: Sie sollen den Schuldenrausch der Politik finanzieren.
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Der Journalist war Chefredakteur der Tageszeitung „Die Welt“, des Politikmagazins „Cicero“ und des „Focus“. Er bezeichnet sich selbst als wertkonservativ.
Wolfram Weimer

Der Journalist war Chefredakteur der Tageszeitung „Die Welt“, des Politikmagazins „Cicero“ und des „Focus“. Er bezeichnet sich selbst als wertkonservativ.

Jackson Hole ist ein entlegenes Tal in den hohen Bergen Wyomings. Bisons, Elche, Wapiti-Hirsche und auch Grizzlybären fühlen sich da noch wohl wie in guten alten Zeiten. Notenbanker ebenfalls. Alljährlich treffen sie sich am Fuße der Rocky Mountains, um über die globale Geldpolitik zu beraten. Doch wie in guten alten Zeiten ist bei ihnen gar nichts mehr.

Denn seit dem Ausbruch der Schuldenkrise stolpern die Zentralbanken von einer Krisenpanikrettungsaktion zur nächsten. Weil die Politik der westlichen Staaten nicht in der Lage ist, endlich solide Staatsfinanzen zu organisieren, geraten die Notenbanken in die Rolle der Geldfeuerwehr. Die Regierungen zwingen sie zusehends dazu, die Geldspritzen einfach laufen zu lassen - und immer größere Schläuche herbeizuschaffen. Mit jedem Monat gehen die Geldhüter dabei höhere Risiken ein und geben ein Stück ihrer Glaubwürdigkeit nach dem anderen auf.

Jackson Hole wirkt darum diesmal wie das Gipfeltreffen der Sünder. Vor zwei Jahren hatte just dort der US-Zentralbankpräsident, Ben Bernanke, einen berüchtigten Auftritt. Er kündigte mit technokratischen Worten das zweite, milliardenschwere Anleihekaufprogramm an, das Amerikas schwächelnde Konjunktur retten sollte.

Die Bernanke-Rede gilt seither als Blaupause für alle Verfechter einer enthemmten Politik des leichten Geldes. Mit insgesamt zwei Billionen Dollar flutete die Fed schließlich die Kapitalmärkte, die Notenbank kaufte – entgegen aller Grundsätze einer soliden, unabhängigen Zentralbank – gigantische Summen der Staatsschulden einfach selber auf. "Quantitative Easing” nannten sie dieses Prinzip, was eine verniedlichende Umschreibung der Tatsache ist, das fehlende Staatsgeld einfach selbst zu drucken. Vor allem in Europa wollen sich nun auch viele nach dem Jackson-Hole-Modell raus-“easen”.

„Die Staatsverschuldung steigt unaufhörlich“
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26 Kommentare zu "Weimers Woche: Gipfeltreffen der Sünder"

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  • Herr Weimer, Sie sollten dem Leser immer Lösungsmöglichkeiten
    anbieten um sehen zu können ob Sie das Geldsystem wirklich durchschauen. Was nützt nur ein Kommentar? Hier im Blog
    werden so viele unnütze Kommentare abgegeben, dass man
    fast keine Lust mehr hat zu antworten. Ich bin kein Ökonom,
    aber was bleibt der EZB anders übrig genauso wie die FED
    Staatsanleihen am Sekundärmarkt über die Rettungsschirme
    aufzukaufen. Die FED hingegen agiert ja direkt am Primärmarkt, d.h Geld drucken und direkt die Staatsanleihen in die Bilanz
    nehmen. Die US- amerikanischen Ratingagenturen stört dies
    wenig. Fakt ist, dass der Euro geschwächt werden muss, und der
    Dollar nach wie vor die Weltleitwährung sein will. Die hohen
    chinesischen Devisenreserven lassen grüßen. Die Chinesen
    kaufen auch nur wenig Euro- Staatsanleihen, weil sie dem Euroraum nicht trauen. Solange in den Südstaaten die Steuereintreibung nicht so erfolgt wie in DL, solange wird auch
    kein Vertrauen geschaffen. Man versucht in der Eurozone
    reiche Bevölkerungsschichten zu schonen. Das sieht man daran,
    dass Zwangsanleihen keine Chancen haben, mit der Begründung,
    es käme zu wenig zusammen. Es passiert zu wenig, viel Diskussionen und am Ende kommt nicht heraus als plumpes
    Gelddrucken, was jeder Schuljunge kann. Goldresrerven abbauen, Tafelsilber verscherbeln, Zwangsanleihen einführen,
    unbewohnte Inseln verkaufen, Staatseigene Betriebe privatisieren,
    Haushalte zu sanieren, hohen
    Subventionen abbauen und die Umverteilungsmachinerie stoppen. Politiker aller Länder fangt endlich an die die Hausaufgaben zu machen.
    MfG
    Walter Schmid

  • an sozialarbeiter und nedshadow, sie haben beider Recht. Es ist nur die Frage, wer war zu erst Schuld, das Ei oder das Huhn.

    Die Politiker haben die Gesetzte frisiert, Margaret Thatcher, Clinton und auch Schröder usw. haben erst den Weg frei gebombt um diese unglaublichen Betrugs-Geschäfte der Banken zu ermöglichen - Stichwort "glass steagall act".
    In wieweit schon damals die Banken aber ins Ohr geflüstert haben und Dreckskerle wie Ackermann und IIF den Politikern "Ihre Gesetzte" geschrieben haben, werden sie nie erfahren.

    Beide Seiten gehören mit der grösstmöglichen chinesischen Strafe bestraft.

  • Danke fuer die Korrektur, bin echt zu wenig im deutschen Gefilde unterwegs. Heuchlerisch waere in der Tat der richtige Begriff gewesen :)

  • "Hätten sich die Banken allerdings marktwirtschaftlich verhalten, und nur soliden Schuldnern Geld geliehen, hätten wir jetzt nicht solche Probleme. Aber die PIIGS hätten auch nicht Jahre über ihre Verhältnisse leben können."

    Das ist das einzige was an Ihren Ausführungen stimmig ist. Hätte die Politik die von Ihnen beschriebenen Möglichkeiten, brauchten diese eben keine Kürzungen vornehmen, sondern nur tatsächlich nur "drucken". Und das hätten die Banken auch weiter mitgemacht, und würden es jetzt noch tun, wenn man sie ließe. Und das macht den Unterschied. Die Staaten ziehen die Notbremse, zeigen also mehr Verstand als dieses Finanzsystem, welches tatsächlich noch alte Fahrräder als neu verkaufen würde.

  • Die Politik und auf deren Geheiß die Notenbanken sind die Triebfeder der Verschuldungen. An wen haben denn die bösen Banken das Geld verliehen ? An die kleinen Leute. Und wofür ? Um überteuerte Immobilienblasen zu finanzieren. Weil die Politik das so wollte, und die kleinen Leute ebenso. Natürlich haben die Banken gerne geliefert. Aber Verursacher sind die Politiker und deren Wähler, nicht die Banken.

    Hätten sich die Banken allerdings marktwirtschaftlich verhalten, und nur soliden Schuldnern Geld geliehen, hätten wir jetzt nicht solche Probleme. Aber die PIIGS hätten auch nicht Jahre über ihre Verhältnisse leben können.

    Ansonsten muß man die Banken nicht retten, wenn man die damit verbundenen Konjuktureinbrüche hinnimmt, und danach solide neu anfängt. Aber die Politik will es so, weil sie die Banken braucht für die Finanzierung ihres Machtkonzeptes des Stimmenkaufs. Damit die Geschäftsbanken die staatlichen Schrottanleihen kaufen, erhalten sie von der EZB Garantien. Im Prinzip läuft hier eine verdeckte Staatsfinanzierung durch die elektronische Notenpresse.
    Die sich zwangsläufig in entladen muß, denn ewig ist das nicht fortführbar ohne massive Inflation.

    Wer die Finanzbranche als Problemursache diffamiert, hat die Machtstruktur der Politik nicht erkannt, sondern betet deren Feindbild und Ablenkungsmanöver unreflektiert nach.

    Zu den aktuellen Staatsschulden kommen allerdings ein Vielfaches an impliziten Schulden hinzu aufgrund von Zahlungsversprechungen für künftige Geldgeschenke an die Bevölkerungen. Ohne jegliche Deckung versteht sich.

    Gleichzeitig würgt man die Realwirtschaft mit Steuern, Ökoabgaben und Bürokratie ab.

    Dagegen erhebt sich kein Protest, denn an allem sind ja nur die bösen Banken schuld. Niemals die lieben, guten Politiker - und deren tolle Wähler.

  • "In Jackson Hole hantieren sie nun mit den größten Ketchupflaschen der Geschichte. Und sie schütteln nach Kräften."

    Ein hervorragender Artikel, Herr Weimer. Danke.

  • Klicks zählen werter Wahrheitsverkünder, Klicks und sonst nix :))))))))

  • Neee, Sie kriegen doch auch "Zeilengeld" als "Beschwichtiger", der sich als "U-Boot-Fahrer" in die Blog-Seiten einschleichen soll, stimmts ?? Der Beweis - ihr Artikel oben: 30 Zeilen Beschwichtigungs-Müll.

  • @SayTheTruth
    Ach? Ja und? Es gibt Leute die verdienen ihr Geld damit, ich machs umsonst *g*

  • Furchtbares Gefasel, Herr "netshadow" ... schwammig, diffuse Schreibselei.

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