Weimers Woche Kanzlerkandidatin Kraft

Die Wahlen in NRW werden Linder und Kraft als Zukunftspolitiker mit bundesweiten Optionen etablieren. Er hat das Zeug zum FDP-Vorsitzenden, sie könnte die Kanzlerkandidatendebatte der SPD auf den Kopf stellen.
8 Kommentare
Wolfram Weimer

Wolfram Weimer war Chefredakteur der Tageszeitung „Die Welt“, des Politik-Magazins „Cicero“ und des „Focus“. Er bezeichnet sich selbst als wertkonservativ.

Die Landtagswahlen in Nordrhein-Westfalen sind weder „kleine Bundestagswahlen“, wie man im Westen gerne schwadroniert. Noch sind sie eine Testwahl für Merkel, Europa oder den lieben Gott. Die großen Deutschlandtrends der jüngsten Zeit – vom Niedergang der Linkspartei bis zum Aufstieg der Piraten – setzen sich fort. Hannelore Kraft bleibt, was sie war. Der Rhein fließt weiter bergab.

Die überregionale Bedeutung dieser Wahl liegt vielmehr in drei Personalien. Erstens bekommt die FDP mit Christian Lindner eine Retterfigur. Ähnlich wie Wolfgang Kubicki im Norden so steht Lindner im Westen genau für das, was der pubertär vor sich hin wurschtelnden Hauptstadt-FDP so schmerzlich fehlt: Autoriät. Kubicki wie Lindner verkörpern die souveräne Freiheitsidee der Liberalen schon in sich selbst.

Das macht sie in einer glatt-gefälligen Politik von politisch-korrekten Opportunisten so überzeugend. Sie wirken wie die innerparteilichen Piraten der FDP, nur dass sie wissen was sie tun und wollen. Lindner will FDP-Vorsitzender werden. Und er hat nun perspektivisch alle Chancen dazu. Es mag sein, dass die FDP sich noch einmal für Rainer Brüderle als Übergangschef entscheidet, langfristig aber gehört Lindner die Zukunft. Schließlich sagt das auch die FDP-Legende Hans-Dietrich Genscher. Und bei den Liberalen bedeutet das soviel wie ein Ritterschlag.

Die zweite Personalie ist dagegen eine Verlierergeschichte. Norbert Röttgen hat seine Zukunft in diesem Frühjahr verspielt. Der Blitzgescheite hätte nur anständig verlieren sollen. Er hat sich aber als Karrierist verraten - taktiert, gezaudert, bloß nach sich geschaut, das warme Wasser gesucht, wo der Sprung in kalte nötig gewesen wäre. Am Ende wollte er Angela Merkel noch in seine eigenen Fehler verstricken. Seine Akzeptanz ist damit auch in Berlin dramatisch gesunken. Die Union hätte zur NRW-Wahl einen wie Friedrich Merz aufstellen sollen, einen Mann mit Haltung - und nicht einen mit Biegung.

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8 Kommentare zu "Weimers Woche: Kanzlerkandidatin Kraft"

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  • Einen als Verlierer zu beschreiben, der gerade 8% für eine totgesagte Partei geholt hat, grenzt schon Realitätsverweigerung.
    Sie können hier mäckern so viel Sie wollen, aber wir im Westen haben Vertrauen in Lindner, höheres genießt scheinbar unr Frau Kraft.
    Und zur Insolvenz:
    Ludiwg Erhard hat seinen eigenen Familienbetrieb nach drei Jahren an die Wand gefahren, war er also ein schlechter Politiker?
    Ich glaube übrigens nicht, dass Frau Kraft Kanzlerin wird, sie wird eine erfolgreiche Landesmutter, wird aber wohl ähnlich wie Rau seinerseits, außerhalb des Landes nicht punkten können.
    Haben Landesväter häufiger so ansich

  • Dämlicher Kommentar !

  • Dämlicher Kommentar!

  • Vielleicht können wir uns hier einigen, dass eigentlich kein Politiker in der SPD geeignet ist auch nur annähernd Kanzler zu sein, auch keine Person ist in der CDU auszumachen. Lindner ist nicht fähiger als jeder Durschnitts FDPler und die anderen Parteien sind es nicht wert auch nur eine Sekunde reflektiert zu werden. Und genau das ist der Grund warum Europa untergeht.

  • Den Schleimbeutel und Insolvenz-Manager Lindner hochzuschreiben ist an Dreistigkeit kaum noch zu überbieten. Der mit Abstand schmierigste Politiker dieser Splitterpartei, da sehnt man sich ja direkt nach Westerwelle zurück.

  • Dass es kaum möglich sein würde, Merkel mit in die Verantwortung für die drohende CDU-Niederlage bei der NRW Wahl zu nehmen, hätte sich Röttgen eigentlich denken können - Merkel muss ja noch nicht einmal die Verantwortung für ihre eigenen lausigen Ergebnisse bei Bundestagswahlen übernehmen. Merkel steht offenbar unter dem direkten Schutz der Medien, während z.B. Westerwelle wegen verlorener Landtagswahlen vom FDP-Vorsitz zurücktreten musste, ist jegliche Kritik an Merkel tabuisiert. Das kann man sich eigentlich nur noch dadurch erklären, dass auf Seiten der Medien ein besonderes Interesse daran besteht, dass die Person Merkel in keiner Weise beschädigt wird oder gar zurücktreten muss, was sie angesichts ihrer miesen Wahlergebnisse normalerweise schon 10-mal hätte tun müssen. Auf die Wulff, Röttgen, Westerwelle & Co. wird stattdessen eingeprügelt, dass es nur so kracht.

  • Der Herrgott schütze uns vor Sturm und Wind und vor Politikern die dämlich sind.

  • Bitte nicht! Die erste Frau auf diesem Posten hat schon genug Schaden angerichtet. Anhand der derzeitigen Staatsratsvorsitzenden IM Erika lässt sich erkennen, dass es Frauen auch nicht besser können!

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